Cisco kehrt auf den Wachstumspfad zurück - weitere Zukäufe erwartet

Montag, 8. Februar 2010 12:36
Cisco Systems Unternehmenslogo

(IT-Times) - Der US-Netzwerkgigant Cisco Systems (Nasdaq: CSCO, WKN: 878841) ist im jüngsten Quartal auf dem Wachstumspfad zurückgekehrt. Neben einem Umsatzwachstum von acht Prozent, stand auf der Ertragsseite ein Gewinnwachstum von 23 Prozent zu Buche.

Cisco plant Neueinstellungen
Im laufenden Aprilquartal soll sich das Umsatzwachstum noch weiter beschleunigen. Dabei geht Cisco von einem Wachstum von 23 bis 26 Prozent aus. Um das Wachstum stemmen zu können, will Cisco nach Aussagen von Firmenchef John Chambers in den nächsten Quartalen bis zu 3.000 neue Mitarbeiter einstellen. Zuletzt beschäftigte der Netzwerkgigant rund 66.000 Menschen weltweit.

Auch rechnen Marktbeobachter damit, dass Cisco seine hohen Kapitalreserven für weitere Zukäufe nutzen wird. Nachdem das Unternehmen allein im vergangenen Jahr mehr als sieben Mrd. Dollar für diverse Übernahmen ausgegeben hat, verfügte Cisco zuletzt weiterhin über Barreserven von 39,6 Mrd. Dollar.

Während im vergangenen Jahr vor allem der Bereich Internet-Video im Vordergrund stand - unter anderem wurde der führende Videokonferenzausrüster Tandberg übernommen - könnte in diesem Jahr der Markt für Server-Virtualisierung im Mittelpunkt stehen, nachdem Cisco im vergangenen Jahr mit eigenen Rack-Servern in den Markt eingestiegen ist. Der Markt für Server-Virtualisierung hat zuletzt weiter an Fahrt gewonnen, nachdem Unternehmen im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise nach Möglichkeiten suchten, Kosten einzusparen.

Durch Server-Virtualisierung lassen sich auf einem Server mehrere Betriebssysteme gleichzeitig betreiben, wodurch der Wartungsaufwand und der Platzbedarf für Hardware-Systeme sinkt. Firmen können dadurch substantielle Kosteinsparungen erzielen und gleichzeitig ihre IT-Infrastruktur konsolidieren. Die Marktforscher aus dem Hause IDC sehen den Markt für Virtualisierungstechnologien im Jahr 2011 bereits bei über 11,7 Mrd. US-Dollar.

Cisco soll an Citrix Systems interessiert sein
Kein Wunder also, dass sich Technologiegrößen wie Oracle zuletzt in diesem Markt durch Übernahmen verstärkt haben. Cisco ist in diesem Markt noch nicht präsent, könnte sich aber durch einen geschickten Schachzug einen schnellen Marktzugang verschaffen.

Bereits seit Wochen kursieren Gerüchte, wonach unter anderem Cisco seine Fühler nach dem Virtualisierungsspezialisten Citrix Systems ausgestreckt haben soll. Mit einem Börsenwert von weit über sieben Mrd. Dollar ist Citrix allerdings kein Schnäppchen. Allerdings dürfte es für Cisco unter dem Strich wohl günstiger sein, den US-Softwarespezialisten zu übernehmen, als den Milliardenmarkt Anbietern wie VMware, Microsoft und Oracle zu überlassen…

Kurzportrait

Gegründet im Jahre 1984 und in der kalifornischen Hightech-Schmiede San Jose ansässig, schaffte das Unternehmen vor allem in den 90er Jahren den Aufstieg zum Weltkonzern mit einem Jahresumsatzvolumen von mehr als 30 Mrd. Dollar. Bedingt durch eine aggressive Expansionspolitik - das Unternehmen kaufte allein von 1993 bis heute mehr als 90 Unternehmen - gelang es dem Hightech-Konzern auch in andere Geschäftsfelder zu expandieren. Nach der Übernahme von Andiamo Systems und Psionic Software in 2002, wurden in den vergangenen Jahren unter anderem die Software- und Netzwerkspezialisten Okena, SignalWorks, Linksys Group, Latitude Networks, Parc Technologies, Procket Networks, Actona Technologies, Protego Networks, der Netzwerkspezialist BCN Systems, Jahi Networks, NetSolve und der WLAN-Spezialist Airespace aufgekauft.

Im Mai setzte Cisco seine Einkaufstour fort und übernahm mit FineGround Networks einen WAN-Optimierer. Mit KiSS Technology A/S, Sheer Networks und Nemo Systems wurden im Jahresverlauf weitere Firmen zugekauft. Anfang 2006 schloss Cisco die Übernahme des set-top Box-Spezialisten Scientific-Atlanta ab. Danach folgten mit Meetinghouse Data Communications und der zwei Startup-Firmen Metreos und Audium kleinere Übernahmen. Gleichzeitig kaufte Cisco den InfiniBand-Spezialisten Topspin. Im Spätsommer erwarb Cisco schließlich mit 80 Prozent die Mehrheit an den Datensystemspezialisten Nuovo Systems.

Anfang 2007 schloss Cisco die Übernahme des Softwarespezialisten Tivella ab. Gleichzeitig kaufte Cisco den Sicherheitsspezialisten IronPort sowie den Anbieter von Web-Konferenzsysteme WebEx Communications und den Spezialisten BroadWare Technologies. Bis Mitte 2008 wurde der Home-Networking-Spezialist Pure Networks sowie die dänische DiviTech übernommen. Mit Jabber und PostPath folgten zwei weitere kleinere Zukäufe im Softwarebereich. Anfang 2009 wurde SaaS-Spezialist ScanSafe übernommen. Im Herbst 2009 gab Cisco die Übernahme des Videokonferenzspezialisten Tandberg bekannt. Im Dezember 2009 schloss der Router-Hersteller die Übernahme von Starent Networks ab.

Heute kontrolliert Cisco Systems nicht nur den Markt für Internet-Router, sondern gilt auch als einer der führenden Ausrüster der Telekomindustrie. Inzwischen entwickelt das Unternehmen aber nicht nur Router- und Switching-Technik, sondern bietet auch Lösungen rund um Server- und Management-Software, als auch Produkte rund um den Bereich Internet-Telefonie (VoIP) und Videokonferenzausrüstung an. Entwicklungen rund um das Segment optische Netzwerke, Sicherheitslösungen, sowie drahtlose Kommunikations- und Webkonferenzsysteme runden das Produktportfolio ab.

Zahlen

Für das vergangene zweite Fiskalquartal 2010 meldet Cisco einen Umsatzanstieg um acht Prozent auf 9,8 Mrd. US-Dollar. Dabei verdiente der Router-Hersteller 1,9 Mrd. US-Dollar oder 32 US-Cent je Aktie, ein Zuwachs von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als Cisco einen Gewinn von 1,5 Mrd. Dollar oder 26 US-Cent je Aktie einfuhr.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte Cisco im jüngsten Quartal einen Nettogewinn von 40 US-Cent je Aktie realisieren und damit die Markterwartungen der Analysten übertreffen, die im Vorfeld mit einem Plus von 35 US-Cent je Aktie gerechnet hatten.

Meldung gespeichert unter: Cisco Systems

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