China Mobile: Auslandsexpansion gerät ins Stottern

Mittwoch, 8. Juli 2009 13:24
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(IT-Times) - China führender Mobilfunker China Mobile Ltd. (NYSE: CHL, WKN: 909622) steht vor einem schwierigen Jahr. Zum einen muss das Unternehmen massiv in den Ausbau seines 3G-Netzes investieren, zum anderen sank zuletzt der Umsatz pro Kunde, nachdem immer mehr Kunden aus den ländlichen Regionen des Landes zum Kundenkreis des Unternehmens zählen.

China Mobile droht Niederlage im Verhandlungspoker um das iPhone
Um sich im Inland von den Wettbewerbern abzugrenzen, sind die Hersteller auf attraktive Produkte angewiesen. Hierzu zählt unter anderem das iPhone aus dem Hause Apple, dass in China weiterhin offiziell noch nicht auf den Markt ist. Zwar führte China Mobile in der Vergangenheit mehrfach Verhandlungen mit Apple, die aber bislang zu keinem Ergebnis führten. Nunmehr gilt der Rivale China Unicom als Favorit auf die exklusiven Vermarktungsrechte des iPhones in China.

Für Kaufman Bros Analyst Shaw Wu ist China Mobile aber noch nicht ganz aus dem Rennen. Zum einen verfügt China Mobile über eine breite Kundenbasis in Höhe von 488 Mio. Mobilfunkteilnehmern, zum anderen will China Mobile noch in diesem Jahr 3G-Services in 238 chinesischen Großstädten realisieren. Ob sich Apple dadurch erweichen lässt, bleibt aber offen.

Taiwan blockiert geplanten Einstieg bei FarEast Tone
Auch bei der Expansion ins Ausland läuft es für China Mobile nicht so wie geplant. Seit April versucht China Mobile sich mit 527 Mio. Dollar bzw. 12 Prozent an dem taiwanschen Telekomspezialisten FarEast Tone zu beteiligen. Zwar haben FarEast-Aktionäre dem Deal bereits zugestimmt, die taiwanschen Regulierungsbehörden zieren sich aber bislang aus politischen Gründen den Deal abzusegnen. Zwar hat Taiwan rund 100 Sektoren für Investments aus China geöffnet, der Telekomsektor zählt allerdings nicht dazu. Damit sinken die Chancen für China Mobile, den Deal erfolgreich abschließen zu können.

Auch im Bieterwettbewerb um die asiatischen Geschäftseinheiten des Mobilfunkspezialisten Millicom scheint China Mobile nicht die erste Wahl. Zum Verkauf stehen die Millicom-Aktivitäten in Kambodscha, Sri Lanka und Laos. Während auch China Mobile ein Interesse an den Einheiten nachgesagt wird, hat auch der malaysische Netzbetreiber Axiata Group sein Interesse bekundet. Auch die indische Bharti Group und SingTel könnten im Übernahmepoker noch eine wichtige Rolle spielen, was China Mobile bei seinen Expansionsbemühungen überhaupt nicht schmecken dürfte…

Kurzportrait

Die in Hongkong ansässige China Mobile Limited ist mit mehr als 488 Mio. Mobilfunkkunden der größte Mobilfunkanbieter der Welt und Marktführer in China. Gleichzeitig betreibt das Unternehmen auch das weltgrößte Mobilfunknetz, welches sich über 31 chinesische Provinzen erstreckt.

Das Unternehmen bietet seine Services hauptsächlich auf dem chinesischen Festland unter den Marken GoTone, Shenzhouxing und MZone an. Der von China Mobile angebotene GSM-Roaming-Service deckte zuletzt mehr als 203 Länder ab, wobei GPRS-Roaming in mehr als 98 Ländern möglich ist. Zudem unterhält China Mobile Verträge mit 214 anderen Mobilfunknetzbetreibern in 106 verschiedenen Ländern, die es China Mobile Nutzern ermöglichen, SMS-Nachrichten auch über die Landesgrenzen hinweg auszutauschen. Gleichzeitig bietet China Mobile mehr als 300 industriespezifische Anwendungen und Produkte für einzelne Wirtschaftsbereiche an (Municipal Information Servcie, Campus Information Service, Police Information Service). Um sich in diesem Bereich zu verstärken, hat China Mobile Anfang 2006 die in Hongkong ansässige China Resoures Peoples Telephone Company Limited (Peoples Telephone) zu mehr als 99 Prozent übernommen. Gleichzeitig sicherte sich China Mobile 19,9 Prozent der Anteile an Phoenix Satellite Television Holdings, Chinas populärsten Kabel-Sender. Anfang 2007 übernahm China Mobile mit knapp 89 Prozent die Mehrheit an Pakistans fünftgrößten Mobilfunker Paktel Ltd. Heute firmiert das Unternehmen unter dem Namen China Mobile Pakistan (CMPak) und betreut rund 6,0 Mio. Mobilfunkkunden. Im April 2009 kündigte China Mobile an, sich an der taiwanschen Far EasTone Communications beteiligen zu wollen.

Neben SMS-Nachrichten und Klingeltöne, hat sich China Mobile zuletzt auch in einem anderen Bereich vorgewagt. So bietet das Unternehmen über seinen neuen Musikclub M.Music seinen Nutzern das Herunterladen von Musik und zugehörigen Services an.

Kooperationsvereinbarungen bestehen unter anderem mit KPN, NTT DoCoMo, Orange, Sprint Nextel, T-Mobile sowie mit Vodafone, um die nächste Generation von Mobilfunknetze zu entwickeln. Gleichzeitig bereitet sich China Mobile derzeit intensiv auf die Einführung von 3G-Services in China vor.

Zum Unternehmensverbund gehören darüber hinaus noch 31 Tochtergesellschaften (Communication Company Limited), welche entsprechende Mobilfunkservices in den gleichnamigen Provinzen anbieten: Guangdong Mobile, Zhejiang Mobile, Jiangsu Mobile, Fujian Mobile, Henan Mobile, Hainan Mobile, Beijing Mobile, Shanghai Mobile, Tianjin Mobile, Hebei Mobile, Liaoning Mobile, Shandong Mobile, Guangxi Mobile, Anhui Mobile, Jiangxi Mobile, Chongqing Mobile, Sichuan Mobile, Hubei Mobile, Hunan Mobile, Shaanxi Mobile Communication, Shanxi Mobile, Neimenggu Mobile, Jilin Mobile, Heilongjiang Mobile, Guizhou Mobile, Yunnan Mobile, Xizang Mobile, Gansu Mobile, Qinghai Mobile, Ningxia Mobile sowie Xinjiang Mobile.

Zahlen

China Mobile erwirtschaftete im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2009 einen Umsatz in Höhe von rund 101,26 Mrd. Renminbi. Im Vergleichszeitraum 2008 hatte das Unternehmen 92,71 Mrd. Renminbi erzielt. Das EBITDA von China Mobile belief sich im ersten Quartal 2009 auf rund 53,37 Mrd. Renminbi. Das ist eine Steigerung um rund 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als 49,56 Mrd. Renminbi ausgewiesen worden waren.

Der den Anteilseignern zurechenbare Gewinn belief sich im ersten Quartal 2009 auf 25,2 Mrd. Renminbi im Vergleich zu 23,94 Mrd. Renminbi in 2008. Das ist eine Steigerung um 5,2 Prozent.

Meldung gespeichert unter: China Mobile

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