China Mobile - 3G-Dienste sollen für neues Wachstum sorgen

Mittwoch, 23. Juni 2010 12:47
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(IT-Times) - Zuletzt erhielten chinesische Aktien kräftig Rückenwind. Auch die Papiere von Chinas führenden Mobilfunker China Mobile Ltd. (NYSE: CHL, WKN: 909622) waren zuletzt sehr gefragt und überschritten in New York die Kursmarke von 50 US-Dollar.

Hintergrund der Euphorie war die Meldung, wonach die chinesische Zentralbank die Geldpolitik lockern und den Yuan aufwerten will. Die chinesische Zentralbank legte den Wechselkurs zum Dollar auf 6,7980 Yuan fest, womit der Yuan um 0,43 Prozent aufgewertet wurde. Zusätzlich zum festgelegten Referenzkurs für den Wechsel des Yuan in Dollar darf der Kurs um 0,5 Prozent schwanken. Marktbeobachter und Analysten hatten gehofft, dass diesem Schritt weitere Aufwertungen folgen werden. In Analystenkreisen gilt der Yuan als bis zu 40 Prozent unterbewertet.

Doch die Hoffnungen wurden von der chinesischen Zentralbank schnell wieder gedämpft. Die Aufwertung werde schrittweise und kontrolliert erfolgen, heißt es. Eine schnelle Aufwertung, wie von den Märkten erhofft, wird es dagegen nicht geben. Damit scheint ein weiterer Höhenflug des Yuan gegenüber anderen Währungen wie dem US-Dollar und dem Euro vorerst gestoppt.

China Mobile profitiert von Yuan-Aufwertung
Investoren reagierten an der Wall Street enttäuscht und trennten sich teilweise von dem am Vortag aufgebauten Positionen in chinesischen Werten wieder. Doch China Mobile dürfte langfristig zu den Profiteuren der Währungsaufwertung gehören. Ein stärkerer Yuan bedeutet mehr Kaufkraft für die chinesischen Konsumenten, wodurch China seine inländische Wirtschaft beleben könnte, glaubt S&P Equity Research Analyst Alec Young. Haben die Verbraucher mehr Geld in der Tasche, könnten auch die Ausgaben für Mobilfunkmehrwertdienste wieder steigen. Zuletzt litt China Mobile unter einem sinkenden Durchschnittsumsatz pro Kunde.

Um diesen Trend umzukehren, setzt China Mobile auf den Ausbau seines neuen 3G-Mobilfunknetzes sowie entsprechende Serviceangebote. Bis Jahresende will China Mobile 200.000 3G-Basisstationen im Reich der Mitte installiert haben, so die Shanghai Daily. Im Vorjahr errichtete das Unternehmen rund 80.000 3G-Basisstationen. Die Nachfrage ist offenbar groß, denn im Mai verzeichnete China Mobile bereits zehn Millionen 3G-Nutzer.

Neue 3G-Services sollen das Geschäft beflügeln
Das Wachstum im 3G-Markt könnte entscheidend für den weiteren Unternehmenserfolg des Branchenprimus sein, verlangsamt sich das Wachstum im traditionellen Mobilfunkmarkt zusehends. Konnte China Mobile im April noch 5,33 Millionen neue Mobilfunkkunden begrüßen, kamen im Mai lediglich 4,77 Millionen neue Mobilfunkkunden hinzu.

Nunmehr ist China Mobile gefordert. Das Unternehmen müsse wettbewerbsfähige 3G-Anwendungen und Angebote auf den Markt bringen, um diesen Trend umzukehren, heißt es beim Analystenhaus Central China Securities Holdings…

Kurzportrait

Die in Hongkong ansässige China Mobile Limited ist mit knapp 550 Millionen Mobilfunkkunden der größte Mobilfunkanbieter der Welt und Marktführer in China. Gleichzeitig betreibt das Unternehmen auch das weltgrößte Mobilfunknetz, welches sich über 31 chinesische Provinzen erstreckt.

Das Unternehmen bietet seine Services hauptsächlich auf dem chinesischen Festland unter den Marken GoTone, Shenzhouxing und MZone an. Der von China Mobile angebotene GSM-Roaming-Service deckte zuletzt mehr als 231 Länder ab, wobei GPRS-Roaming in mehr als 182 Ländern möglich ist. Zudem unterhält China Mobile Verträge mit über 200 anderen Mobilfunknetzbetreibern in über 100 verschiedenen Ländern, die es China Mobile Nutzern ermöglichen, SMS-Nachrichten auch über die Landesgrenzen hinweg auszutauschen. Gleichzeitig bietet China Mobile mehr als 300 industriespezifische Anwendungen und Produkte für einzelne Wirtschaftsbereiche an (Municipal Information Servcie, Campus Information Service, Police Information Service). Um sich in diesem Bereich zu verstärken, hat China Mobile Anfang 2006 die in Hongkong ansässige China Resoures Peoples Telephone Company Limited (Peoples Telephone) zu mehr als 99 Prozent übernommen. Gleichzeitig sicherte sich China Mobile 19,9 Prozent der Anteile an Phoenix Satellite Television Holdings, Chinas populärsten Kabel-Sender. Anfang 2007 übernahm China Mobile mit knapp 89 Prozent die Mehrheit an Pakistans fünftgrößten Mobilfunker Paktel Ltd. Heute firmiert das Unternehmen unter dem Namen China Mobile Pakistan (CMPak) und betreut mehr als sechs Millionen Mobilfunkkunden. Im April 2009 kündigte China Mobile an, sich an der taiwanschen Far EasTone Communications beteiligen zu wollen. In 2010 erhielt China Mobile grünes Licht für die Gründung einer taiwanesischen Tochterfirma (Zong Co).

Neben SMS-Nachrichten und Klingeltöne, hat sich China Mobile zuletzt auch in einem anderen Bereich vorgewagt. So bietet das Unternehmen über seinen neuen Musikclub M.Music seinen Nutzern das Herunterladen von Musik und zugehörigen Services an.

Kooperationsvereinbarungen bestehen unter anderem mit KPN, NTT DoCoMo, Orange, Sprint Nextel, T-Mobile sowie mit Vodafone, um die nächste Generation von Mobilfunknetze zu entwickeln. Gleichzeitig bereitet sich China Mobile derzeit intensiv auf die Einführung von 3G-Services in China vor.

Zum Unternehmensverbund gehören darüber hinaus noch 31 Tochtergesellschaften (Communication Company Limited), welche entsprechende Mobilfunkservices in den gleichnamigen Provinzen anbieten: Guangdong Mobile, Zhejiang Mobile, Jiangsu Mobile, Fujian Mobile, Henan Mobile, Hainan Mobile, Beijing Mobile, Shanghai Mobile, Tianjin Mobile, Hebei Mobile, Liaoning Mobile, Shandong Mobile, Guangxi Mobile, Anhui Mobile, Jiangxi Mobile, Chongqing Mobile, Sichuan Mobile, Hubei Mobile, Hunan Mobile, Shaanxi Mobile Communication, Shanxi Mobile, Neimenggu Mobile, Jilin Mobile, Heilongjiang Mobile, Guizhou Mobile, Yunnan Mobile, Xizang Mobile, Gansu Mobile, Qinghai Mobile, Ningxia Mobile sowie Xinjiang Mobile.

Zahlen

Für das vergangene erste Quartal 2010 meldet China Mobile einen Umsatz von 109,08 Mrd. Renminbi (RMB), womit der Umsatz somit um rund sieben Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zulegte. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich im ersten Quartal 2010 auf 55,15 Mrd. Renminbi, im Vergleich zu 53,27 Mrd. Renminbi im ersten Quartal 2009.

Der den Aktionären zurechenbare Gewinn belief sich im ersten Quartal 2010 auf 25,47 Mrd. RMB und konnte somit geringfügig gesteigert werden, bezüglich des Vorjahreswertes von 25,20 Mrd. RMB. Zum Ende der ersten drei Monate 2010 zählt China Mobile 538,89 Millionen Kunden, gegenüber 522,28 Millionen Kunden im Vergleichszeitraum. Der ARPU, also der durchschnittliche, monatliche Umsatz je Nutzer, lag im ersten Quartal 2010 bei 70 RMB und ist somit gegenüber dem ersten Quartal 2009 mit einem ARPU von 80 RMB rückläufig.

Meldung gespeichert unter: China Mobile

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