Atomkatastrophe gibt der Solarbranche Rückenwind - SMA Solar gilt als Hauptprofiteur

Dienstag, 15. März 2011 13:32
SMA Solar Technology

(IT-Times) - Die Aktien des Solar-Wechselrichterherstellers SMA Solar Technology AG (WKN: A0DJ6J) gehörten sowohl am Vortag, als auch heute zu den Hauptgewinnern im TecDax. Hintergrund ist der schwere Reaktorunfall im japanischen Fukushima, der Politik und Gesellschaft gleichermaßen aufrüttelt und zum Handeln zwingt.

Atomkatastrophe in Japan gibt der Solarbranche neuen Rückenwind
Marktbeobachter sehen durch den Unfall bereits eine Wende in der Energiepolitik und das langfristige Aus für die Atomkrafttechnologie. Der Vorfall dürfte den Umstieg auf alternative Energien wie die Solartechnik weiter beschleunigen, wovon insbesondere SMA Solar als weltweit führender Hersteller von Wechselrichtern maßgeblich profitieren dürfte.

Wechselrichter sind das Herzstück jeder Solaranlage. Zuverlässige Technik inklusive Backup-Systeme und hohe Wirkungsgrade sind Prämissen, die bei der Auswahl des Wechselrichteranbieters eine große Rolle spielen. In diesen Bereichen verfügt SMA Solar über Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Anbietern, was dem Unternehmen dabei helfen dürfte, seine Marktanteile gegen die Billig-Konkurrenz aus Fernost zu verteidigen, glauben Analysten.

Ob es zu einem zweiten Boom in der Solarwirtschaft kommt, dürfte maßgeblich vom politischen Willen in einzelnen Ländern abhängen. Zwar wollten Regierungen in Deutschland und Italien die Subventionen für Solarstrom zuletzt weiter deutlich reduzieren, nachdem Reaktorunfall in Japan hat sich die Lage aber radikal geändert. Eine weitere deutliche Absenkung der Einspeisevergütung für Solarstrom scheint aus heutiger Sicht in den beiden Ländern politisch nicht mehr durchsetzbar.

Indien will alle AKWs überprüfen - neuer Boommarkt für die Solarindustrie?
Neben den beiden großen Solarmärkten Deutschland und Italien regt sich offenbar auch in Indien, einem der attraktivsten Solarmärkte der Zukunft, Widerstand gegenüber der Atomtechnik. Alle Reaktoren im Land (20 AKWs) sollen einer Überprüfung unterzogen werden, ordnete Indiens Ministerpräsident Manmohan Singh am Montag an. Die meisten indischen Atomkraftwerke liegen wie Fukushima an der Küste.

Indien hat bereits vorgesorgt und im Jahr 2009 ein nationales Programm (NSM) aufgelegt, um die Solarindustrie gezielt zu fördern. Ziel des 19 Mrd. Dollar schweren Programms ist es, bis zum Jahr 2020 Solarkapazitäten mit einer Leistung von 20 Gigawatt in Indien aufzubauen.

Hierfür sollen in drei Phasen (Phase 1: 2010 bis 2013, Phase 2: 2013 bis 2017, Phase 3: 2017 bis 2022) entsprechende Flächen mit Solarmodulen eingedeckt werden. Energieversorger sollen dazu gezwungen werden, bis 2022 den Anteil aus der Stromversorgung mit bis zu drei Prozent aus der Solarenergie zu decken - dieser Anteil könnte aufgrund der jüngsten Vorkommnisse in Japan deutlich nach oben geschraubt werden. Möglich wäre auch, dass Indien die gesetzten Ziele für 2022 um mehrere Jahre vorzieht.

SMA Solar war im Herbst 2010 bereits mit einer eigenen Niederlassung in Mumbai nach Indien expandiert und bietet eigenen Angaben nach als einziger Wechselrichterhersteller neben Systemtechnik für netzgekoppelte Solarstromanlagen, auch eine Lösung für Backup-Systeme und Inselsysteme an.

Kurzportrait

Die im Jahre 1981 als SMA Regelsysteme GmbH gegründete SMA Solar Technology AG hatte sich ursprünglich mit der Herstellung von Industriecomputern befasst. In den letzten Jahren konzentrierte sich das Unternehmen immer mehr auf das Geschäft mit Wechselrichtern für Photovoltaikanlagen. Heute sieht sich SMA Solar als der weltweit größte Hersteller von Wechselrichtersysteme und Überwachungsanlagen für Photovoltaik-Anlagen.

Der von leistungsfähigen Prozessoren gesteuerte Wechselrichter ist heute das Herzstück einer jeden Solaranlage, um überhaupt effektiv Strom erzeugen zu können. Der Wechselrichter wandelt den in Solarzellen erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um, so dass dieser in das Netz eingespeist werden kann. Darüber hinaus fungiert der Wechselrichter als System-Manager und überwacht die Generatorfunktion sowie den Ertrag, den die Anlage erzielt.

Laut Firmenangaben konnte man den maximalen Wirkungsgrad solcher Wechselrichter von 90 Prozent im Jahre 1990 auf über 98 Prozent in der Neuzeit erhöhen. Gleichzeitig wurde der Verkaufspreis pro Watt der Systeme um rund 70 Prozent gesenkt.

Um sich entsprechend breit im Markt aufzustellen, bietet SMA Solar heute Wechselrichter für nahezu alle Größen von Solaranlagen an. Für Klein- und Hausanlagen ist das Unternehmen mit dem Produkt "Sunny Boy" am Start. Für mittelgroße Anlagen ab sechs KW ist man mit der Produktfamilie "Sunny Mini Central" vertreten. Für Großanlagen ab 100 KW bis mehreren Megawatt hat man mit "Sunny Central" bzw. "Sunny Tower" das richtige Produkt parat. Für unabhängige Inselanlagen bietet SMA Solar die Lösung "Sunny Island" an. Das Geschäft rund um Wechselrichter ist unter dem Geschäftsbereich Solartechnik zusammengefasst und trägt heute den Großteil des Umsatzes der Gesellschaft. Im Geschäftsbereich Innovative Energiesysteme wird unter anderem das Geschäft mit Wechselrichtern für Brennstoffzellen (Hydro Boy) gebündelt. Das Geschäft rund um den Produktbereich Bahntechnik ist in der 100%igen Tochtergesellschaft SMA Railway Technology zusammengefasst.

Neben dem Hauptsitz in Niestetal/Kassel, ist das Unternehmen noch mit Niederlassungen in Spanien, Italien, Frankreich, Griechenland, Australien, Südkorea, sowie in China und in den USA vertreten. Die Aktien des Unternehmens werden seit Ende 2008 am Prime Standard in Frankfurt gehandelt, wobei die Papiere seit Ende September auch Bestandteil des TecDax sind. Zuletzt beschäftigte die Unternehmensgruppe mehr als 5.500 Mitarbeiter weltweit.

Zahlen

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