Apple nach Rekordzahlen unter Druck - Übernahme von Facebook?

Mittwoch, 20. Oktober 2010 13:42
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(IT-Times) - Der iPhone-Hersteller Apple (Nasdaq: AAPL, WKN: 865985) konnte zwar auch im jüngsten Quartal die Markterwartungen der Analysten in den Schatten stellen, dennoch geben Apple-Aktien deutlich nach.

Hintergrund war die Enttäuschung über die zuletzt deutlich geschrumpften Bruttogewinnmargen, sowie die verhaltenen iPad-Verkaufszahlen. Zwar konnte Apple im jüngsten Quartal rund 4,2 Millionen Tablet PCs an den Mann bzw. Frau bringen, Analysten hatten jedoch mit einem Absatz von 4,5 Geräten gerechnet. Experten, wie Piper Jaffray Analyst Gene Munster, führen die verhaltenen Absatzzahlen aber eher auf Lieferengpässe zurück, als auf eine zu geringe Nachfrage.

Zudem verlor Apple deutlich an Profitabilität. Die Bruttogewinnmarge ging von 41,8 Prozent im Vorjahr auf 36,9 Prozent zurück. Auch für das laufende vierte Quartal prognostiziert Apple einen weiteren Rückgang der Bruttomargen auf 36 Prozent.

Apple vor Übernahme von Facebook?
Apple-Chef Steve Jobs deutete jüngst an, dass Apple seine Barreserven in Höhe von 51 Mrd. US-Dollar dazu nutzen wolle, um größere Zukäufe zu tätigen. Schon in naher Zukunft seien ein oder mehrere Deals möglich, so die Apple-Ikone.

Seither schießen Spekulationen ins Kraut, welches Unternehmen Apple wohl übernehmen wird. Nachdem sich Jobs jüngst mit dem Facebook-Gründer Mark Zuckerberg traf, halten Marktbeobachter einen entsprechenden Deal für möglich. Allerdings müsste Apple tief in die Tasche greifen, denn der Wert des weltgrößten Social-Networking-Portals wird inzwischen auf rund 24 Mrd. US-Dollar taxiert.

Marktbeobachter wie MediaMemos Peter Kafka glauben, dass Facebook gut zu Apple passen würde, könnte Apple sich damit gegen den Vormarsch von Google rüsten. Der US-Suchmaschinengigant drängt mit Nachdruck in den Media-Sektor. Zuletzt schickte Google mit Google TV eine neue Plattform ins Rennen, die indirekt Konkurrenz zum Apple-Angebot Google TV steht. Zudem ist Googles Android im Mobile-Bereich weiter auf den Vormarsch.

Apple aktiviert 275.000 iOS-Geräte pro Tag
Noch hat Apple hier die Nase vorn. Nach Firmenangaben zufolge aktiviert Apple täglich 275.000 iOS-basierte Geräte (iPhone, iPad, iPod Touch), während Google die Aktivierungen bei Android-Geräten mit 200.000 pro Tag angibt. Doch Google gewann zuletzt schneller Marktanteile als Apple, wodurch Android zum Jahresende bald zur Nummer zwei im Markt für Smartphone-Betriebssysteme avancieren dürfte, glauben die Marktforscher aus dem Hause Gartner.

Durch den Android-Druck sah sich Apple zuletzt gezwungen, seine Vermarktungsstrategie anzupassen. Künftig sollen mehr Carrier das iPhone in den jeweiligen Märkten vermarkten dürfen. Nicht nur in Deutschland, sondern insbesondere in den USA dürfte das exklusive Vermarktungsmonopol fallen, wodurch sich Apple zusätzliches Wachstumspotential erschließt - dies ist auch notwendig, denn der iPod hat bereits seinen Höhepunkt überschritten…

Kurzportrait

Apple leitete zu Beginn der 80er Jahre die Revolution bei Personalcomputern ein. Bereits in den 70er Jahren stellte das Unternehmen mit dem Apple II einen Vorläufer zum heutigen Personalcomputer vor. Ein Jahrzehnt später folgte mit dem Macintosh einer der ersten Desktop-Systeme auf den Markt, welcher sich auch für die breite Masse der Anwender eignete.

Nach einem Auf und Ab in der Unternehmensgeschichte und der Rückkehr von Steve Jobs, gelang Apple erneut die Wende. Heute präsentiert sich das kalifornische Unternehmen als Anbieter von innovativen Desktop-Geräten und Unterhaltungselektronik, welche vor allem durch ihr ausgefallenes Design nicht nur Aufmerksamkeit erregen, sondern auch in Sachen Technik überzeugen. Über die 100%ige Apple-Tochter FileMaker bietet der Computerhersteller aber auch Datenbanksoftware an.

Apple bietet nicht nur Computer und Laptops an, sondern mit dem iPod auch einen tragbaren Musik-Player, mit dem der PC-Hersteller innerhalb kurzer Zeit zum Marktführer wurde. Der inzwischen weltweit verfügbare Musik-Download-Service iTunes gilt als der bisher erfolgreichste legale Online-Musikdienst. So wurden seit Beginn des Dienstes bereits über acht Mrd. Musik-Songs aus dem Netz geladen.

Neben verschiedenen Softwareanwendungen für den Mac, setzt das Unternehmen aber auch auf eine leistungsstarke Hardware und auf ein eigenes Betriebssystem (Mac OS X). Mit der Ankündigung, künftig auch Intel-Chips in seinen Systemen verbauen zu wollen, sorgte Apple im Jahr 2006 für Aufsehen in der Branche. Anfang 2007 stieg Apple mit dem iPhone auch in den Mobilfunkmarkt ein. Mitte 2008 folgte mit dem iPhone 3G ein Nachfolger mit GPS- und UMTS-Unterstützung. Mitte 2009 stellte Apple dann das schnellere iPhone 3GS vor, mitte 2010 folgte mit dem iPhone 4 der noch schnellere Nachfolger, der vor allem mit einem hochauflösenden Display (Retina) glänzt.

Gleichzeitig präsentierte man mit Apple TV eine neue set-top Box für das Wohnzimmer. Mit dem iPod Touch präsentierte Apple zudem einen neuen portablen Media-Player mit einem Touchscreen-Display. Anfang 2008 stellte Apple mit dem MacBook Air den damals weltweit dünnsten Notebook-PC vor. Im Dezember 2009 kaufte Apple den digitalen Musikservice Lala auf. Anfang 2010 stellte Apple mit dem iPad einen neuartigen Tablet PC vor, der seit Anfang April auf den Markt ist.

Zahlen

Für das vergangene vierte Fiskalquartal 2010 meldet Apple (Nasdaq: AAPL, WKN: 865985) einen Rekordumsatz von 20,34 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 12,21 Mrd. US-Dollar in der Vorjahresperiode. Der Nettogewinn kletterte dabei um 70 Prozent auf 4,31 Mrd. US-Dollar oder 4,64 Dollar je Aktie, womit Apple die Markterwartungen der Analysten deutlich übertreffen konnte.

An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit Einnahmen von 18,9 Mrd. US-Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 4,08 Dollar je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Apple

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