Apple erstmals unter Zugzwang - iPhone 5 zum Erfolg verdammt

Mittwoch, 27. April 2011 13:19
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(IT-Times) - Der iPhone-Hersteller Apple (Nasdaq: AAPL, WKN: 865985) konnte wie üblich im jüngsten Quartal die Markterwartungen der Analysten übertreffen. Mit dem iPad 2 setzt Apple die Serie erfolgreicher Produktneueinführungen weiter fort.

Zwar blieb Apple mit 4,69 Millionen verkauften iPads im jüngsten Quartal hinter den Markterwartungen der Analysten zurück, die im Vorfeld mit 6,0 bis 6,5 Millionen verkauften Tablet PCs gerechnet hatten, jedoch seien die etwas niedriger als erwarteten Verkaufszahlen keinesfalls auf eine schwächere Nachfrage zurückzuführen, wie Apple-Finanzchef Peter Oppenheimer klarstellt.

Apple kämpft mit Lieferengpässen beim iPad
Vielmehr konnte Apple im vergangenen Quartal einfach nicht genügend iPads herstellen, so Oppenheimer weiter. "Wir haben jeden iPad verkauft, den wir hergestellt haben", so der Manager im Rahmen der Quartalspressekonferenz. Auch Befürchtungen, wonach das Erdbeben in Japan die Lieferkette Apples negativ beeinträchtigt hat, wies der Apple-Manager zurück. Vielmehr werde Apple die iPad-Produktion weiter hochfahren, in der Hoffnung, die steigende Nachfrage damit erfüllen zu können, heißt es aus dem Unternehmen.

Die schwächeren iPad-Verkaufszahlen dürften auch damit im Zusammenhang stehen, dass viele iPad-Interessenten erst einmal abgewartet haben, bis die neue iPad-Generation auf den Markt kommt. Das Apple mit seinem iPad 2 voll ins Schwarze getroffen hat, zeigt nicht nur nicht die hohe Nachfrage nachdem Tablet und zahlreiche positive Produktkritiken. Auch die dürftigen Verkaufszahlen der Konkurrenz weisen daraufhin, dass Apple mit der zweiten iPad-Generation weiterhin den Takt im Tablet PC Markt vorgeben dürfte, der in diesem Jahr 70 Millionen Einheiten erreichen soll.

iPhone-Absatz mehr als verdoppelt
Genauso wichtig wie der Erfolg im boomenden Tablet PC Markt, ist jedoch der Erfolg im Smartphone-Markt. Das iPhone-Geschäft steuert inzwischen 46 Prozent zum gesamten Apple-Umsatz bei, nachdem Apple im jüngsten Quartal 18,65 Millionen iPhones und damit 113 Prozent mehr Geräte als im Vorjahr verkaufen konnte.

Der Erfolg im Smartphone-Markt ist dabei nicht zuletzt auf neue Vertriebspartner wie den Mobilfunknetzbetreiber Verizon zurückzuführen. Zudem dürfte noch in diesem Jahr das iPhone 5 auf den Markt kommen, wobei Apple sich mit der Produktneueinführung offenbar Zeit lässt.

Hintergrund ist der zunehmende Konkurrenzdruck durch neue Geräte aus dem Hause HTC, Motorola und Samsung, die den iPhone-Hersteller unter Druck setzen. Um die Konkurrenz auszubremsen hatte Apple eine Reihe von Patentklagen gegen seine Rivalen HTC, Nokia, Motorola und nunmehr auch Samsung angestrengt, um den Vormarsch von Android-basierten Smartphones aufzuhalten.

Apple will in den Vormarsch von Android stoppen
Doch mit Patentklagen allein dürfte der Vormarsch von HTC & Co nicht zu stoppen sein. Ein Anwalt der ITC hat sich jüngst dahingehend geäußert, dass weder Nokia noch HTC Apple-Patente verletzt haben. Eine endgültige Entscheidung soll Anfang August fallen. Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Patenklagen von Apple ins Leere laufen werden.

Vielmehr muss Apple mit dem iPhone 5 beweisen, dass man weiterhin in der Lage ist, mit Innovation und fortschrittlicher Technik beim Konsumenten zu überzeugen, so wie es dem Unternehmen bereits mit dem iPad 2 gelungen ist...

Kurzportrait

Apple leitete zu Beginn der 80er Jahre die Revolution bei Personalcomputern ein. Bereits in den 70er Jahren stellte das Unternehmen mit dem Apple II einen Vorläufer zum heutigen Personalcomputer vor. Ein Jahrzehnt später folgte mit dem Macintosh einer der ersten Desktop-Systeme auf den Markt, welcher sich auch für die breite Masse der Anwender eignete.

Nach einem Auf und Ab in der Unternehmensgeschichte und der Rückkehr von Steve Jobs, gelang Apple erneut die Wende. Heute präsentiert sich das kalifornische Unternehmen als Anbieter von innovativen Desktop-Geräten und Unterhaltungselektronik, welche vor allem durch ihr ausgefallenes Design nicht nur Aufmerksamkeit erregen, sondern auch in Sachen Technik überzeugen. Über die 100%ige Apple-Tochter FileMaker bietet der Computerhersteller aber auch Datenbanksoftware an.

Apple bietet nicht nur Computer und Laptops an, sondern mit dem iPod auch einen tragbaren Musik-Player, mit dem der PC-Hersteller innerhalb kurzer Zeit zum Marktführer wurde. Der inzwischen weltweit verfügbare Musik-Download-Service iTunes gilt als der bisher erfolgreichste legale Online-Musikdienst. So wurden seit Beginn des Dienstes bereits über acht Mrd. Musik-Songs aus dem Netz geladen.

Neben verschiedenen Softwareanwendungen für den Mac, setzt das Unternehmen aber auch auf eine leistungsstarke Hardware und auf ein eigenes Betriebssystem (Mac OS X). Mit der Ankündigung, künftig auch Intel-Chips in seinen Systemen verbauen zu wollen, sorgte Apple im Jahr 2006 für Aufsehen in der Branche. Anfang 2007 stieg Apple mit dem iPhone auch in den Mobilfunkmarkt ein. Mitte 2008 folgte mit dem iPhone 3G ein Nachfolger mit GPS- und UMTS-Unterstützung. Mitte 2009 stellte Apple dann das schnellere iPhone 3GS vor, Mitte 2010 folgte mit dem iPhone 4 der noch schnellere Nachfolger, der vor allem mit einem hochauflösenden Display (Retina) glänzt. Anfang 2010 stellte Apple mit dem iPad einen neuartigen Tablet PC vor, im Frühjahr 2011 brachte Apple mit dem iPad 2 den Nachfolger seines ersten Erfolgsmodells auf den Markt.

Gleichzeitig präsentierte man mit Apple TV eine neue set-top Box für das Wohnzimmer. Mit dem iPod Touch präsentierte Apple zudem einen neuen portablen Media-Player mit einem Touchscreen-Display. Anfang 2008 stellte Apple mit dem MacBook Air den damals weltweit dünnsten Notebook-PC vor. Im Dezember 2009 kaufte Apple den digitalen Musikservice Lala auf.

Zahlen

Apple hat in den ersten drei Monaten 2011 24,67 Mrd. US-Dollar bei einem Nettogewinn von 5,99 Mrd. Dollar. Apple verfehlte damit nur knapp das Rekordergebnis des Vorquartals von sechs Mrd. Dollar. 6,4 Dollar betrug der Gewinn je Aktie. Die Wachstumsrekorde des vergangenen Jahres trägt Apple somit auch weiter in das Jahr 2011 hinein. "Mit einem Umsatzwachstum von 83 Prozent und einem Gewinnzuwachs von 95 Prozent feuern wir aus allen Kanonen" zitiert Apples PR-Abteilung CEO Steve Jobs zu den Zahlen. Der operative Cash-Flow summierte sich dabei auf 6,2 Mrd. Dollar.

In Stückzahlen gestaltet sich das zweite Fiskalquartal wie folgt: Mac-Computer verkaufte Apple 3,76 Millionen oder 28 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2010. Bei den iPhone-Verkäufen verzeichnete Apple einen Anstieg um 113 Prozent auf 18,65 Millionen Geräte im ersten Quartal 2011. iPads gingen 4,69 Millionen Stück über den Ladentisch. Erwartungsgemäß gingen auf der anderen Seite die iPod-Verkäufe zurück. Sie bezifferten sich auf 9,02 Millionen, was einem Rückgang von 17 Prozent entspricht.

Meldung gespeichert unter: Apple

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