AMD will mit Mobile-Offensive Marktanteile gewinnen

Dienstag, 20. April 2010 12:44
Advanced Micro Devices (AMD)

(IT-Times) - Die Aktien des US-Prozessorherstellers Advanced Micro Devices (NYSE: AMD, WKN: 863186) gerieten trotz solider Quartalszahlen zuletzt unter die Räder. AMD konnte zwar im jüngsten Quartal einen Gewinn ausweisen, profitierte dabei jedoch von einem Einmalertrage in Folge der Dekonsolidierung des Joint Ventures GlobalFoundries.

Im Analystenlager zeigt man sich dann auch wenig beeindruckt von den jüngsten AMD-Geschäftszahlen. Gegenüber den vorgelegten Intel-Zahlen seien die AMD-Zahlen enttäuschend, so Deutsche Bank Analyst Ross Seymore. Zudem verweisen die Analysten auf den Umstand, dass AMD zuletzt nicht nennenswert Marktanteile gegenüber Intel gewinnen konnte.

Tatsächlich dominierte Intel gegen Ende 2009 weiterhin den weltweiten Prozessormarkt mit einem Marktanteil von über 80 Prozent. AMD konnte zwar seinen Marktanteil laut iSuppli ebenfalls leicht um 1,6 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr steigern, muss sich aber insgesamt weiter mit einem relativ niedrigen Marktanteil von 12,1 Prozent begnügen.

Öffnet Llano AMD die Tür zu Apple?
Während AMD im Desktop-Markt einen Marktanteil von über 20 Prozent genießt, hinkt das Unternehmen im Markt für Mobile-Chips hinterher. Dies soll sich mit den ersten Llano- und Ontario-Prozessoren ändern, die Teil der Fusion Produktfamilie sind. Erste Muster von Llano, einem Chipsatz, auf dem Prozessor- und Grafikchipfunktionen verschmolzen sind, wurden bereits an Kunden ausgeliefert. Die Volumenproduktion soll Ende 2010 starten, wie der Branchendienst Xbitlabs meldet. Damit könnten erste Llano-Chips dann Anfang 2011 im Markt eingeführt werden.

Auf diese Chip-Generation hat offenbar auch Apple ein Auge geworfen. Demnach sollen sich AMD-Vertreter bereits mit Apple-Managern getroffen haben, um über den Einsatz von AMD-Chips in Apple-Rechnern zu verhandeln, wie Apple Insider meldet. Denkbar wäre dabei ein Einsatz von AMD-Chips in low-end und Einsteigerprodukten von Apple, die durch die neuen AMD-Chips wohl günstiger im Markt angeboten werden könnten.

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Schon im vergangenen Jahr gelang es AMD weitere Partner für seine Prozessoren zu gewinnen. So entschloss sich Lenovo im Vorjahr mit AMD zu kooperieren, wodurch AMD-Chips in ThinkPad Laptops zum Einsatz kommen. Auch in PCs von Hewlett-Packard (HP), Acer, Dell und Toshiba halten AMD-Chipsätze zunehmend Einzug.

Daneben will AMD noch in diesem Quartal mit der neuen Danube-Plattform neue Laptop-Chips für den breiten Massenmarkt auf den Markt bringen, weiß FBR Capital Markets Analyst Craig Berger. Zudem soll mit „Nile“ ein weiterer Chip für Netbooks folgen…

Kurzportrait

Der in Sunnyvale/Kalifornien ansässige Prozessorhersteller Advanced Micro Devices (AMD) ist die weltweite Nummer zwei im Prozessormarkt hinter dem Halbleitergiganten Intel. In den vergangenen Jahren konnte AMD jedoch bedingt durch seine schnellen und kostengünstigen Prozessoren immer wieder Marktanteile gegenüber seinen großen Konkurrenten Intel gut machen, rutschte im Zuge der Wirtschaftskrise aber deutlich in die roten Zahlen.

AMD ist daneben auch im Flash-Speichergeschäft engagiert und nimmt dort ebenso den zweiten Rang hinter Intel ein. Durch die Übernahme der kanadischen ATI ist AMD nunmehr auch im Segment Grafikchips positioniert. Heute operiert AMD vor allem aus zwei Kerngeschäftsbereichen heraus: Der Geschäftsbereich Computing Solutions umfasst dabei das Geschäft für Chipsätzen und Grafikprozessoren, welches vom Foundry-Segment ergänzt wird.

Mit der neuen 64-Bit-Prozessorgeneration will sich das Unternehmen wieder Vorteile hinsichtlich Performance und Kosten erkämpfen und Intel weitere Marktanteile abnehmen. Darüber hinaus will das Unternehmen mit seinem Serverprozessor Opteron, welcher ebenfalls auf der 64-Bit-Technologie basiert, auch im Marktsegment Serverprozessoren Intel Paroli bieten. Das Geschäft mit Prozessoren, Netzwerkchips und Chipbausteinen trägt nach wie vor zwei Drittel der gesamten AMD-Umsätze. Vier Fünftel der Umsätze erwirtschaftet AMD außerhalb der USA. Neben Hewlett-Packard (HP), zählen heute auch Dell und Acer zu den Kunden von AMD.

Mitte 2006 gab AMD die Übernahme des kanadischen Grafik-Chipherstellers ATI Technologies für rund 5,4 Mrd. Dollar bekannt. Im Spätsommer 2008 trennte sich AMD von seinem TV-Chipgeschäft und verkaufte die Einheit an Broadcom. Im Herbst 2008 kündigte AMD an, sämtliche Fertigungsfabriken an ein Joint Venture mit dem Namen GlobalFoundries ausgliedern zu wollen. AMD hielt zuletzt rund 30 Prozent der Anteile an dem Joint Venture, welches gemeinsam mit Advanced Technology Investment Company LLC (ATIC) und West Coast Hitech L.P., (WCH) gegründet wurde. Im März 2009 schloss AMD die Ausgliederung seiner Fertigungsoperationen ab, um sich gänzlich auf das Chip-Design-Geschäft konzentrieren zu können.

Zahlen

So meldet AMD für das vergangene Märzquartal einen Umsatzsprung um 34 Prozent auf 1,57 Mrd. US-Dollar. Dabei verdiente AMD 257 Mio. Dollar oder 35 US-Cent je Aktie, nachdem der Intel-Rivale in der Vorjahresperiode einen Verlust von 416 Mio. Dollar oder 66 US-Cent je Aktie verbuchen musste.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte AMD im jüngsten Quartal einen Nettogewinn von neun US-Cent je Aktie realisieren und damit die Markterwartungen der Analysten spürbar übertreffen. Diese hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 1,54 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettoverlust von drei US-Cent je Aktie gerechnet.

Allerdings sorgt die AMD-Bilanz für einige Konfusion bei den Investoren, nachdem AMD seine Fertigungsfabriken in dem Unternehmen GlobalFoundries gebündelt und ausgegliedert hat. AMD hält derzeit noch eine 30%ige Beteiligung an dem Venture. Das ausgegliederte Unternehmen fertigt inzwischen nicht nur AMD-Chips, sondern auch Chipsätze für die englische ARM Holdings. Die jüngsten Ergebnisse beinhalten einen nicht Cash-bezogenen Ertrag in Höhe von 325 Mio. Dollar durch der Dekonsolidierung von GlobalFoundries.

AMD konzentriert sich seither ausschließlich auf das Chip-Design-Geschäft. In diesem Bereich konnte AMD ein Umsatzwachstum von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr melden, nachdem Hersteller wie Hewlett-Packard (HP) und Dell mehr Computer mit AMD-Chips anbieten. Das Grafikchip-Geschäft legte ebenfalls deutlich zu und wuchs um 88 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Meldung gespeichert unter: Advanced Micro Devices (AMD)

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