AMD gerät im Tablet PC Markt in die Defensive

Dienstag, 19. Oktober 2010 14:11
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(IT-Times) - Der Intel-Konkurrent Advanced Micro Devices (NYSE: AMD, WKN: 863186) konnte zwar im jüngsten Quartal erneut die Gewinnerwartungen der Analysten übertreffen, Marktbeobachter sehen das Gewinnpotential allerdings als begrenzt an, nachdem die Lagerbestände in der Halbleiterbranche wieder steigen.

Bei AMD geht man daher selbst davon aus, dass sich dieser Trend im vierten Quartal weiter fortsetzen wird, bis die Hersteller ihre Lagerbestände abgebaut haben. Entsprechend erwartet AMD für das laufende vierte Quartal nur stagnierende Umsatzerlöse, womit AMD hinter den Markterwartungen der Wall Street zurückbleibt. Analysten hatten im Vorfeld mit einem leichten Umsatzzuwachs im laufenden Quartal gerechnet.

AMDs lässt sich im Tablet PC Markt Zeit
Zudem musste auch AMD-Chef Dirk Meyer zugeben, dass durch den Boom bei Tablet PCs ein gewisser Kanibalisierungseffekt im PC-Markt entsteht. Durch die hohe Nachfrage nach iPads & Co sank zuletzt die Nachfrage nach Notebooks, wie jüngst auch schon die Marktforscher aus dem Hause Gartner feststellten. Die Tablet-PC-Verkäufe sollen schon in diesem Jahr 19,5 Millionen Einheiten erreichen. Im nächsten Jahr werde sich diese Zahl beinahe verdreifachen.

In 2011 werde sich die Zahl der verkauften Tablet-PCs auf 54,8 Millionen Einheiten belaufen. 2012 sollen die Verkaufszahlen weiter boomen, wobei die Gartner-Analysten einen Absatz auf 103,4 Millionen Geräte erwarten. 2013 sollen es sogar 154,2 Millionen Einheiten werden.

Bei AMD will man zunächst noch abwarten, wie sich der Markt entwickelt, bevor man weitere Millionenbeträge in Forschung und Entwicklung investiert, um einen entsprechenden Tablet PC-Chip auf den Markt zu bringen, so AMD-Chef Meyer.

Konkurrenten entwickeln bereits Tablet PC-Lösungen
Die abwartende Haltung von AMD könnte sich allerdings als ein Trugschluss erweisen. Konkurrenten wie Intel, ARM oder Texas Instruments (TI) sind in diesem Markt schon weiter. So kommt TIs OMAP-Produktfamilie an SoC-Lösungen bereits in verschiedenen Tablet PCs wie dem Nokia 770 Internet Tablet PC und TIs eigenem Blaze Tablet zum Einsatz.

Auch das Samsung Galaxy Tab, welches noch in diesem Herbst auf den Markt kommen soll, läuft auf der ARM A8 Cortex Plattform, die inzwischen als eine der leistungsstärksten Chip-Architekturen auf den Markt gilt. TI will seinen eigenen Cortex A9 System-on-Chip (SoC) noch später zum Jahresende auf den Markt bringen.

Intel bringt sich dagegen mit seiner Oak Trail Plattform in Stellung, die bereits für Anfang 2011 erwartet wird. So hat die taiwanische MSI seinen geplanten MSI WindPad 100 verschoben, um auf den neuen Intel-Chip zu warten. Darüber hinaus sind Intel-Prozessoren bereits in Tablets wie dem HP Slate 500, dem Avaya Flare, dem AsusEP121 und den Cisco Cius zu finden, wie Caris & Co Analyst Craig Ellis erfahren haben will. AMD wird sich also sputen müssen, um nicht den Anschluss zu verlieren…

Kurzportrait

Der in Sunnyvale/Kalifornien ansässige Prozessorhersteller Advanced Micro Devices (AMD) ist die weltweite Nummer zwei im Prozessormarkt hinter dem Halbleitergiganten Intel. In den vergangenen Jahren konnte AMD jedoch bedingt durch seine schnellen und kostengünstigen Prozessoren immer wieder Marktanteile gegenüber seinen großen Konkurrenten Intel gut machen, rutschte im Zuge der Wirtschaftskrise aber deutlich in die roten Zahlen.

AMD ist daneben auch im Flash-Speichergeschäft engagiert und nimmt dort ebenso den zweiten Rang hinter Intel ein. Durch die Übernahme der kanadischen ATI ist AMD nunmehr auch im Segment Grafikchips positioniert. Heute operiert AMD vor allem aus zwei Kerngeschäftsbereichen heraus: Der Geschäftsbereich Computing Solutions umfasst dabei das Geschäft für Chipsätzen und Grafikprozessoren, welches vom Foundry-Segment ergänzt wird.

Mit der neuen 64-Bit-Prozessorgeneration will sich das Unternehmen wieder Vorteile hinsichtlich Performance und Kosten erkämpfen und Intel weitere Marktanteile abnehmen. Darüber hinaus will das Unternehmen mit seinem Serverprozessor Opteron, welcher ebenfalls auf der 64-Bit-Technologie basiert, auch im Marktsegment Serverprozessoren Intel Paroli bieten. Das Geschäft mit Prozessoren, Netzwerkchips und Chipbausteinen trägt nach wie vor zwei Drittel der gesamten AMD-Umsätze. Vier Fünftel der Umsätze erwirtschaftet AMD außerhalb der USA. Neben Hewlett-Packard (HP), zählen heute auch Dell und Acer zu den Kunden von AMD.

Mitte 2006 gab AMD die Übernahme des kanadischen Grafik-Chipherstellers ATI Technologies für rund 5,4 Mrd. Dollar bekannt. Im Spätsommer 2008 trennte sich AMD von seinem TV-Chipgeschäft und verkaufte die Einheit an Broadcom. Im Herbst 2008 kündigte AMD an, sämtliche Fertigungsfabriken an ein Joint Venture mit dem Namen GlobalFoundries ausgliedern zu wollen. AMD hielt zuletzt rund 30 Prozent der Anteile an dem Joint Venture, welches gemeinsam mit Advanced Technology Investment Company LLC (ATIC) und West Coast Hitech L.P., (WCH) gegründet wurde. Im März 2009 schloss AMD die Ausgliederung seiner Fertigungsoperationen ab, um sich gänzlich auf das Chip-Design-Geschäft konzentrieren zu können.

Zahlen

AMD konnte im jüngsten Quartal seine Umsatzerlöse um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,62 Mrd. US-Dollar steigern. Dabei verlor der Intel-Konkurrent 118 Mio. Dollar oder 17 US-Cent je Aktie, nach einem Profit von 128 Mio. Dollar oder 18 US-Cent je Aktie in der Vorjahresperiode.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte AMD einen Nettogewinn von 15 US-Cent je Aktie realisieren und damit die Markterwartungen der Analysten erheblich übertreffen. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit Einnahmen von 1,61 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von sechs US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Advanced Micro Devices (AMD)

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