Akamai - warum ein Verlust von Apple kaum belasten würde

Content Delivery Network

Montag, 17. Februar 2014 14:04
Akamai Technologies

(IT-Times) - Akamai-Aktien präsentierten sich zuletzt deutlich fester und markierten ein neues 10-Jahreshoch bei über 60 US-Dollar. Obwohl zuletzt Gerüchte kursierten, wonach neben Netflix auch Apple sein eigenes Content Delivery Network (CDN) errichten will, zogen Akamai-Aktien weiter an.

Der Grund: Akamai konnte nicht nur im vierten Quartal 2013 kräftig wachsen, auch für das laufende erste Quartal 2014 stellt das Unternehmen besser als erwartete Ergebnisse in Aussicht. Hintergrund sind Preisverhandlungen mit einem der größten Media-Kunden, die Akamai offenbar erfolgreich abschließen konnte. Zwar nannte Akamai Technologies (Nasdaq: AKAM, WKN: 928906) keine Namen, Analysten wollen jedoch Apple als den betreffenden Kunden identifiziert haben, so Reuters.

Akamai profitiert vom steigenden Internetverkehr - Bedeutung von Apple sinkt
Akamai zeichnet unter anderem dafür verantwortlich, dass Apples iTunes Service selbst unter hoher Auslastung problemlos funktioniert. Inzwischen betreibt Akamai weltweit rund 150.000 Server für Kunden wie Apple und Facebook und profitiert dabei von einer gestiegenen Nachfrage nach zusätzlichen Bandbreiten, nachdem Internet-Nutzer immer mehr Apps, Software und Videos aus dem Netz laden.

Auch wenn sich Apple für den Aufbau einer eigenen Internetinfrastruktur entscheidet, dürften die Auswirkungen für Akamai nur minimal sein, glaubt Wells Fargo Analyst Gary Powell. Nach Angaben von Powell dürfte Apple zuletzt 24 Mio. US-Dollar pro Jahr zum Akamai-Umsatz beisteuern. Im Rahmen des neu geschlossenen 3-Jahreskontrakts dürfte Apple einen Preisnachlass von 50 Prozent von Akamai erhalten haben, glaubt der Analyst. Daher dürften die Auswirkungen für Akamai nicht allzu groß sein, selbst wenn Apple seinen gesamten Traffic abzieht, meint der Wells Fargo Experte gegenüber ZDNet.

Akamai kauft weiter zu
Stattdessen baut Akamai sein Serviceangebot weiter durch Zukäufe aus. Im Dezember gab Akamai die Übernahme des DDOS-Sicherheitsspezialisten Prolexic bekannt. 370 Mio. US-Dollar ließ sich Akamai die Verstärkung in puncto Sicherheit für Datenzentren und IP-Anwendungen kosten. Mit dem Zukauf stärkt Akamai insbesondere seine Kompetenzen im Firmenkundenbereich.

Mithilfe von Prolexic soll das Internet noch schneller, verlässlicher und sicherer werden, verspricht Akamai. Zwar gibt es derartige Angebote bereits von VeriSigin und NeuStar, dank der Kombination mit bestehenden Akamai-Lösungen ist man beim Load-Balancing-Spezialisten zuversichtlich, Kunden überzeugen zu können, zumal Prolexic bereits zehn der weltweit größten Banken und führenden E-Commerce-Unternehmen als Kunden zählt.

Schon zuvor hatte Akamai den Quality of Service (QoS) Spezialisten Velocius Networks übernommen, um den App-Traffic über Firmennetzwerke zu optimieren. Auch diese Lösungen sollen Akamais bestehende Hybrid Cloud Optimierungslösung weiter ergänzen und so für vermehrten Kundenzulauf sorgen.

Kurzportrait

Die im Jahre 1998 gegründete und in Cambridge ansässige Akamai Technologies ist der weltweit führende Content-Delivery-Networking (CDN) Spezialist. Die Akamai Intelligent Platform erstreckt sich heute auf 90 Länder, über 1.200 Netzwerke mit rund 150.000 Servern, die in mehr als 2.100 Standorten angesiedelt sind. Über seine Aura Network Solutions bietet das Unternehmen eine Vielzahl von Services für Netzwerkbetreiber an.

Die Anfänge von Akamai gehen bis ins Jahr 1995 zurück, als Internet-Spezialisten und Wissenschaftler des MIT (Massachusetts Institute of Technology) einen mathematischen Algorithmus entwickelten, um dynamisches Routing von Inhalten über das World Wide Web zu beschleunigen, so dass sich die Web-Seiten im Browser des Internetnutzers schneller aufbauen.

Das Unternehmen gewann im Jahr 1999 sehr schnell neue Kunden für seinen Load-Balancing-Service. Darunter auch das Internet-Portal Yahoo! und den Softwarekonzern Microsoft. Inzwischen nutzen auch Apple, AOL, Audi, CNN, Apple, Ticketmaster, E*Trade, Nintendo, McAfee.com, Sony und IBM die Serviceleistungen von Akamai.

Neben dem traditionellen Content Delivery Network (CDN) rund um das Flagschiffprodukt EdgeSuite, bietet die Gesellschaft auch exklusive Video-Streaming-Dienste und Zusatzkapazitäten gegen Aufpreis an. Mit Akamai Stream OS hat das Unternehmen auch einen IP-basierten Anwendungsbeschleuniger im Angebot.

Um entsprechende Denial-of-Service-Attacken erfolgreich abzuwehren, schloss Akamai eine Allianz mit IBM, um entsprechende Services zu entwickeln. Im Frühjahr 2005 verstärkte sich das Unternehmen durch die Übernahme des Rivalen Speedera Networks. Ende 2006 schloss Akamai die Übernahme von Nine Systems ab. In 2007 kaufte Akamai den Anwendungsbeschleuniger Netli sowie den P2P-Spezialisten RedSwoosh. Im Herbst 2008 verstärkte sich Akamai durch die Übernahme des Online-Analysespezialisten aCerno. Mitte 2010 wurde die Übernahme von Velocitude LLC (Velocitude) abgeschlossen. Ende 2011 übernahm Akamai den israelischen Rivalen Cotendo, anschließend wurde der US-Softwarespezialist Blaze Software aufgekauft. Ende 2012 schluckte Akamai den Spezialisten VeriVue. Ende 2013 kaufte Akamai den Netzwerkspezialisten Velocius Networks sowie den DDOS-Sicherheitsspezialisten Prolexic.

Neben dem Stammhaus in Cambridge ist das Unternehmen mit Niederlassungen auch in Deutschland, Frankreich, Japan und Australien vertreten. Gleichzeitig unterhält Akamai zahlreiche Büros in den USA. Darunter in New York, Reston, San Mateo, Santa Monica, Dallas, Atlanta, Chicago und in Costa Mesa.

Zahlen

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