Activision Blizzard stemmt sich mit neuen Titeln gegen den Abwärtstrend

Montag, 24. August 2009 12:22
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(IT-Times) - Die Wirtschaftskrise hat inzwischen auch den Spielesektor voll erfasst. Während in der Vorwoche 245.000 Besucher Europas führende Spielemesse gamescom in Köln besuchten, kämpfen die Branchen-Player selbst mit rückläufigen Verkaufszahlen. Im Monat Juli Monat setzte die US-Videospieleindustrie mit 848,9 Mio. US-Dollar um 29 Prozent weniger um als im Vorjahr, so die Marktforscher des Hauses NPD Group.

Um das Geschäft wieder anzukurbeln haben Konsolenhersteller wie Sony bereits Preissenkungen angekündigt. Rivalen wie Microsoft und Nintendo dürften diesem Schritt folgen, wollen sie keine Marktanteile verlieren. Während die Gewinnmargen der Hardwarehersteller noch kleiner werden, freuen sich Spielentwickler wie der Branchenprimus Activision Blizzard (Nasdaq: ATVI, WKN: A0Q4K4). Denn zieht der Konsolenabsatz wieder an, steigt auch die Zahl der potentiellen Kunden, die sich für Spiele interessieren. Allein für dieses Jahr rechnet Activision mit mehr als 52 Mio. neuen Konsolen-Besitzern weltweit.

Zwar musste Activision jüngst Rückschläge hinnehmen, wie die Verschiebung des Flagschiffspiels Starcraft II auf 2010, dennoch sehen Analysten das Unternehmen als bestens positioniert für den nächsten Aufschwung in der Spieleindustrie. Der Grund: Activision verfügt mit den Titeln „World of Warcraft“, „Guitar Hero“ und „Call of Duty“ über die populärsten Spielereihen, die sich beliebig fortsetzen lassen.

Nachschub für World of Warcraft
Allein das Online-Rollenspiel „World of Warcraft“ gilt mit mehr als über elf Mio. Abonnenten als die Nummer eins im Online-Spielemarkt. Zwar ist das Game derzeit im wichtigen chinesischen Markt offline, allerdings bemüht sich der neue Lizenzpartner Netease.com um einen schnellen Relaunch. Im Rahmen des Beta-Tests meldeten Activision und Netease bereits wieder 4,2 Mio. WoW-Player. Die Chancen stehen damit gut, dass der Großteil der WoW-Spieler nachdem offiziellen Relaunch wieder zurückkehrt.

Um die Online-Spieler weiter bei Laune zu halten, sind neue Inhalte und Updates notwendig. Genau ein solches will Activision ebenfalls in 2010 auf den Markt bringen. Mit „World of Warcraft: Cataclysm“ kündigte der Spielentwickler die dritte Erweiterung für sein erfolgreiches Online-Rollenspiel an, dass dem Unternehmen monatliche Einnahmen in Form von Abogebühren beschert. Inzwischen ist WoW fünf Jahre alt, doch Blizzard CEO Mike Morhaime gibt sich optimistisch, das die Online-Welt rund um Azeroth noch weitere fünf Jahre bestehen wird. Solange soll es regelmäßig Nachschub in Form von Erweiterungen geben.

Dies klingt wie eine Drohung für die Konkurrenz, die in Sachen Online-Spiele bislang nicht annähernd an den Erfolg von „World of Warcraft“ anknüpfen konnte. Zog „World of Warcraft“ in den Anfangszeiten vor allem Hardcore-Gamer an, die mehrere Stunden pro Tag in dem Online-Game verbrachten, soll WoW künftig noch mehr Gelegenheitsspieler anlocken, so Morhaime…

Kurzportrait

Die im Jahre 1979 gegründete und im kalifornischen Santa Monica ansässige Activision Blizzard gilt als weltweit größter PC- und Videospielehersteller. Insbesondere das Jahr 2008 gilt als Meilenstein in der Firmengeschichte. So fusionierte Activision mit der Vivendi-Spieleeinheit Blizzard Entertainment, woraus das Unternehmen Activision Blizzard hervorging.

Activision Blizzard entwickelt Adventure-, Sport- und Action-Spiele für verschiedene Plattformen. Darunter bedient Activision Blizzard nicht nur den PC-Markt, sondern auch den Konsolen-Markt. So werden nicht nur Spiele für Sonys PlayStation-Reihe (PS2, PS3), sondern auch für Microsofts Xbox 360-Konsole und Nintendos Wii-Konsole publiziert.

Activision Blizzard ist prinzipiell in zwei verschiedene Geschäftseinheiten aufgebaut. Der Bereich Publishing konzentriert sich auf die Entwicklung von Spiele, wobei das Unternehmen zuletzt mit Spieleserien wie „Guitar Hero“ und „Call of Duty“ große Erfolge feiern konnte.

Der zweite Geschäftsbereich Distribution konzentriert sich auf die Vermarktung der Spiele, wobei die Einheit aber auch Hardware und Software von Drittanbietern vermarktet. In diesem Zusammenhang übernahmen die Kalifornier im Jahr 1997 den englischen Vertriebspartner CentreSoft. Im gleichen Jahr kaufte Activision dann die deutsche NBG. Ein Jahr später folgte schließlich die Übernahme des für Benelux-Länder zuständigen Vertriebspartners CD Contact. Ende 2002 übernahm Activision mit Z-Axis und Luxoflux zwei weitere Entwicklerstudios, wobei Activision im Jahre 2003 rund 70 Prozent an den Spieleentwickler Infinity Ward übernahm. Anfang 2005 kaufte Activision dann das Entwicklerstudio Vicarious Visions. Später übernahm man den Middleware-Spezialisten DemonWare. Mitte 2006 folgte die Übernahme von RedOctane (Guitar Hero). Im Jahr 2007 schluckte Activision den britischen Sieleentwickler Bizarre Creations (Project Gotham Racing). Zudem fusionierte Activision mit der Vivendi-Spielesparte Blizzard Entertainment. An dem fusionierten Unternehmen hält Vivendi mit 52 Prozent die Mehrheit der Anteile. In 2008 kaufte Activision die englische FreeStyleGames sowie Budcat Creations. Im Gegenzug wurden die Entwicklerstudios Swordfish und Massive Entertainment abgegeben.

In Sachen Vertrieb setzt Activision Blizzard aber nicht nur auf eigene Vertriebspartner, sondern insbesondere auch auf Einzelhändler wie Best Buy, Blockbuster, Circuit City, GameStop, Target, Toys R Us oder Wal-Mart. Der US-Einzelhändler Wal-Mart gehört dabei zu einem der größten Kunden und Vertriebspartner des Spielentwicklers.

Darüber hinaus ist der US-Spielentwickler mit weiteren Niederlassungen auch international vertreten, darunter in England, Deutschland, Frankreich, Kanada, Schweden, Australien und in Japan.

Zahlen

Für das vergangene Juniquartal meldet der Spielehersteller einen Umsatz von 1,04 Mrd. Dollar, wobei sich der angepasste Umsatz auf 801 Mio. Dollar summierte. Im Vorjahr standen dem nur Einnahmen von 352 Mio. Dollar gegenüber.

Der Gewinn summierte sich dabei auf 195 Mio. Dollar oder 15 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 28 Mio. Dollar oder fünf US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Der angepasste Nettogewinn belief sich dabei auf acht US-Cent je Aktie, womit Activision Blizzard die Gewinnerwartungen um einen Cent je Aktie übertreffen konnte.

Meldung gespeichert unter: Activision Blizzard

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