Accenture trotzt der Konjunkturschwäche

Dienstag, 1. Juli 2008 13:08
Accenture

(IT-Times) Der weltweit zweitgrößte IT-Outsourcer und -Berater Accenture (NYSE: ACN, WKN: 795335) blickt optimistisch in die Zukunft. Trotz der schleppenden US-Konjunktur konnte Accenture im jüngsten Quartal neue Kontrakte mit der Constellation Energy Group und Universal Music Group unter Dach und Fach bringen und Rekordzahlen melden.

Das Unternehmen scheint dabei von der schwächelnden Konjunktur sogar zu profitieren, die Unternehmen zwingt, ihr IT-Budget zu straffen und noch mehr Jobs und IT-Operationen an Drittanbieter auszulagern, um Kosten einzusparen. Nachdem Accenture inzwischen eine Vielzahl seiner Mitarbeiter in Indien beschäftigt, kann der IT-Berater entsprechende IT-Dienstleistungen zum günstigen Preis anbieten.

Dementsprechend optimistisch geht das Accenture-Management in das anstehende Fiskaljahr 2009, welches im September beginnt. „Wenn wir auf das Jahr 2009 blicken, fühlen wir uns besser, als im vergangenen Jahr“, erklärt Accenture-Chef William Green die derzeitige Situation.

Accenture baut globales Delivery-Netz aus
Accenture setzt dabei nicht nur auf Indien, sondern versucht sich durch eine globale Aufstellung von Wettbewerbern zu differenzieren. So wurden im jüngsten Quartal neue IT-Center in Argentinien, Mexiko und Marokko in Betrieb genommen, wodurch die Zahl der weltweiten IT-Center auf nunmehr 52 gestiegen ist. Die Zahl der Gesamtbelegschaft kletterte gleichzeitig um 21 Prozent auf 77.000 Beschäftigte.

Darüber hinaus verstärkte sich Accenture auch durch gezielte Zukäufe. So wurde Mitte Mai der in Brasilien ansässige IT-Spezailist ATAN übernommen. Die im Jahre 1987 gegründete und im brasilianischen Belo Horizonte ansässige ATAN gilt heute als einer der führenden IT-Spezialisten in Brasilien. ATAN beschäftigte zuletzt rund 500 IT-Mitarbeiter und hat sich dabei unter anderem auf Automatisierungslösungen spezialisiert.

Wachstumsmotor Schwellenländer
Die Investitionen in den vergangenen Jahren in Schwellenländern scheinen sich nunmehr für Accenture auszuzahlen. Während man in China zuletzt um 40 Prozent wuchs, kletterte das Geschäft in Korea um 30 Prozent. Die Chancen stehen gut, dass neben Asien auch bald das Geschäft in Lateinamerika zu einem wichtigen Wachstumsmotor avancieren wird. Einen ersten Eindruck vermitteln die neuen Buchungen im jüngsten Quartal, die sich auf 6,8 Mrd. US-Dollar summierten, wobei man allein im Bereich Consulting Buchungen von 4,0 Mrd. Dollar melden konnte - ein neuer Rekordwert in der Firmengeschichte von Accenture.

Kurzportrait

Die im Jahre 1989 gegründete und auf den Bermudas und in New York ansässige Accenture Ltd. beschäftigte sich ursprünglich als Technologieberater und Systemintegrator. Heute bietet das Unternehmen eine vollständige Produktpalette von Management-Beratung über komplexe Outsourcing-Services an.

Insgesamt operiert Accenture aus fünf Geschäftsbereichen heraus: Communications und High-Tech, Financial Services, Produkte und Services, sowie Resources und Government. Während die Einheit Communications und Hightech vor allem Netzwerk-, E-Commerce-, CRM- und Beschaffungslösungen anbietet, befasst sich der Bereich Financial Services mit Outsourcing-Strategien und CRM-Initiativen. Das Segment Produkte und Services umfasst die Bereiche Automatisierungslösungen, sowie Industrie-, Pharma- und Medizintechniklösungen. Aber auch die Geschäfte mit der Logistik- und Touristikindustrie werden über diese Geschäftseinheit abgewickelt, die daneben auch Produkt-Design, Integrations- und Outsourcing-Aufgaben übernimmt und realisiert. Der Resources-Bereich deckt hingegen das Geschäft mit der Energie- und Metallindustrie sowie der Forstwirtschaft ab. Der Geschäftsbereich Government betreut im Wesentlichen Kunden aus dem öffentlichen Dienst (Städte, Justizbehörden etc.) in Sachen Outsourcing. Mitte 2005 verstärkte sich Accenture durch die Übernahme von Capgeminis North American Health-Geschäft. Mitte Dezember übernahm Accenture den Marketing-Spezialisten Media Audits. Im Frühjahr schloss Accenture die Übernahme des IT-Spezialisten Pecaso ab. Mitte 2006 folgte die Akquisition des Finanztechnikanbieters Random Walk Computing. Anschließend wurden mit Digiplug SAS, George Group, Corliant, MAXIM Systems, Gestalt und Maxamine weitere Firmen übernommen. In 2008 kaufte Accenture die Spezialisten SOPIA Corporation, Origin Digital, sowie ATAN als auch Vermögenswerte der AddVal Technology.

Die Kunden der Gesellschaft kommen aus mehr als 18 Industriegruppen. So arbeitet das Unternehmen mit 84 der Fortune Global 100 Unternehmen zusammen, wobei Accenture unter anderem die British Airways, Microsoft und T-Mobile zu seinem Kundenkreis zählt.

Insgesamt ist das Unternehmen mit mehr als 110.000 Mitarbeitern und mit 100 Büros in mehr als 50 Ländern weltweit präsent. Allein 30.000 Mitarbeiter beschäftigt Accenture in Indien. Accenture-Partnerfirmen halten inzwischen beträchtliche Anteile an dem Unternehmen und kontrollieren rund 35 Prozent der Accenture-Stimmrechte.

Zahlen

Für das vergangene dritte Fiskalquartal 2008 meldet Accenture einen Umsatzanstieg um 20 Prozent auf 6,1 Mrd. US-Dollar. In diesem Zusammenhang konnte der IT-Berater und Outsourcing Spezialist einen Nettogewinn von 469,1 Mio. Dollar oder 74 US-Cent je Aktie einfahren, nach einem Plus von 345,4 Mio. Dollar oder 54 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Mit den vorgelegten Zahlen konnte Accenture gleichzeitig auch die Markterwartungen der Analysten übertreffen. An der Wall Street hatte man im Vorfeld lediglich mit einem Nettogewinn von 69 US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Accenture

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