Yingli rüstet sich mit vertikaler Aufstellung für die Zukunft

Montag, 16. November 2009 13:47
Yingli Green Energy Holding Co.

(IT-Times) - Chinas führender Hersteller von Solarmodulen Yingli Green Energy Holdings Co (NYSE: YGE, WKN: A0MR90) blickt wieder optimistischer in Zukunft. Das Unternehmen konnte im jüngsten Quartal 80 Prozent mehr Solarprodukte zur Auslieferung bringen als im Vorquartal.

Yingli Green beginnt mit eigener Polysilizium-Produktion
Yingli Green wird im nächsten Monat mit der Pilot-Produktion von Polysilizium beginnen. Das Material bildet die Basis für hocheffiziente Solarzellen und Module. Durch die eigene Produktion steigt Yingli Green zu einem der weltweit wenigen Hersteller auf, die sämtliche Rohmaterialien und Komponenten im eigenen Haus fertigen. Der Preis für Polysilizium ist infolge des Überangebots am Markt deutlich in den Keller gerutscht, was vor allem Hersteller getroffen hat, die an langfristige Verträge gebunden sind und Polysilizium zu teilweise überteuerten Preisen beziehen mussten.

Als vollständig vertikal integrierter Solarkonzern hat Yingli Green dieses Problem künftig nicht mehr. Durch die Unabhängigkeit vom Zulieferermarkt wird das Unternehmen in Zukunft auch sehr flexibel mit Preisen auf den Markt agieren können. Neben Suntech Power und Trina Solar gilt Yingli Green bereits heute schon als einer der Kostenführer am Markt.

Durch seine niedrige Kostenbasis konnte Yingli zuletzt auch vom boomenden Solarmarkt in Deutschland profitieren und inländischen Konkurrenten durch seine niedrigen Preise Marktanteile abnehmen.

Chinas Hersteller profitieren vom Golden Sun Programm
Aber nicht nur im Ausland, sondern auch inländischen Solarmarkt sieht sich Yingli Green im Aufwind. Das Unternehmen ist inzwischen hinter Suntech der zweitgrößter Hersteller von Solarmodulen in China und dürfte maßgeblich vom neuen Golden Sun Förderprogramm der Regierung in Peking profitieren.

China hat bereits Solarprojekte im Gesamtvolumen von 642 Megawatt ausgewählt, die durch das Gold Sun Programm profitieren sollen, welches im Juli aufgelegt wurde. Der chinesische Staat will sich insgesamt mit geschätzten Kosten von 20 Mrd. Yuan bzw. 2,9 Mrd. US-Dollar an den Projekten beteiligen. Systembetreiber und Eigner sollen rund 13 bis 17 Renminbi (RMB) pro Watt aus dem Fördertopf erhalten, heißt es.

Während Chinas Marktführer Suntech davon ausgeht, etwa 20 Prozent der Projektaufträge zu erhalten, rechnen Marktbeobachter damit, dass auch Yingli Green nennenswerte Auftragsvolumina erhalten wird. Entsprechendes deuten die jüngsten Verträge in der chinesischen Provinz Hebei hin, die Gesamtinvestitionen von 560 Mio. Renminbi (RMB) vorsehen, wie der Branchendienst Solarbe.com berichtet.

Angebot- und Nachfragesituation entspannt sich
Auch sonst haben sich die Wolken über dem Solarhimmel wieder etwas gelichtet. Die Marktforscher aus dem Hause iSuppli blicken nicht mehr ganz so düster in die Zukunft, was das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage angeht. Durch die hohe Nachfrage aus Deutschland, den USA und China hat sich die Nachfragesituation bereits seit Mitte des Jahres wieder verbessert, so die iSuppli-Analysten, die nunmehr mit einer weltweiten Installation von Solarkapazitäten im Volumen von 5,2 Gigawatt in 2009 rechnen…

Kurzportrait

Die in Baoding/China ansässige Yingli Green Energy Holdings Company Limited wurde erst im August 2006 gegründet und ist bereits heute einer der größten vertikal integrierten Solarkonzerne in China. Das Unternehmen bietet die gesamte Produktpalette in der Solarindustrie, von der Entwicklung von Solarmodule, über die Fertigung bis hin zum Vertrieb an.

Die Produktpalette umfasst auch die Hersteller von Polysilizium-Ingots die dann für die Weiterverarbeitung zu Polysilizium-Wafer verwendet werden. Anschließend stellt das Unternehmen hieraus Solarzellen her, die Sonnenlicht in elektrischer Energie umwandeln. Yingli verwendet diese Zellen bei der Herstellung seiner eigenen Solarmodule, bei denen ausschließlich eigene Solarzellen zum Einsatz kommen. Die Mehrheit der von Yingli produzierten Solarmodule hat eine Ausgangsleistung von 110 bis 220 Watt. Ende 2008 verstärkte sich Yingli Green durch die Übernahme der Cyber Power Group Limited, dem Mutterkonzern des in Baoding ansässigen Polysilizium-Herstellers Fine Silicon Co Ltd. Mitte 2009 gründete Yingli Green ein Joint Venture mit der Hainan Development und Hainan Provincial Waters Conservancy Power Group zur Entwicklung von Solarprojekten in der Provinz Hainan.

Das chinesische Unternehmen vermarktet seine Solarmodule und Systeme unter seinem eigenen Namen Yingli. Das Unternehmen bietet dabei Solarmodule und Systeme in verschiedenen Größen an. Beim Vertrieb arbeitet das Unternehmen mit Systemintegratoren und Distributoren auf der ganzen Welt, insbesondere in Deutschland, Spanien, Italien und China zusammen.

Zum Einsatz kommen Yingli Solarsysteme aber nicht nur auf privaten Hausdächern, sondern auch in der Industrie zum Betrieb von Leuchtanlagen und Mobilfunkbasisstationen. Kontroller- und Invertersysteme stellt Yingli zwar nicht mehr länger selbst her, bezieht diese aber von Drittanbietern und übernimmt die Installation dieser bei den Kunden. Mit Produktionskapazitäten von über 400 Megawatt zählt Yingli Green zu den größten Solarmoduleherstellern in China.

Zahlen

Für das vergangene dritte Quartal 2009 meldet Yingli Green einen Nettoumsatz von umgerechnet 326,0 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 48,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal und ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr. Dabei fuhr Yingli Green einen Gewinn von 17,7 Mio. Dollar oder 12 US-Cent je ADS-Aktie ein, während sich der Nettogewinn ausgenommen etwaiger Sonderbelastungen auf 184,2 Mio. RMB bzw. auf 27,0 Mio. Dollar oder 18 US-Cent je Aktie summierte.

Meldung gespeichert unter: Yingli Green Energy Holding Co.

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