Xing: Zehn Jahre und kein bisschen müde

Business-Networking

Donnerstag, 31. Oktober 2013 17:16
Xing

(IT-Times) - Das deutsche Online-Business-Netzwerk Xing feiert in diesen Tagen sein zehnjähriges Firmenjubiläum. Ein Grund zur Freude dürfte auch sein, dass es nach wie vor gelingt, den großen US-Wettbewerber LinkedIN in Deutschland auf Distanz zu halten, gleichwohl der Vorsprung schrumpft.

Nun, zum Jubiläum, greift man bei Xing in die Marketing-Trickkiste, um allen Mitgliedern das neue Xing voller neuer Möglichkeiten vorzustellen. Da gibt es Kleinigkeiten wie eine aufgeräumte Struktur der Oberfläche, aber auch neue Features, die das Angebot tatsächlich erweitern: Premium-Mitglieder erhalten bald unter anderem kostenlosen Zugang zu "XING workspaces" an den Standorten des Partners Design Offices. Auf Geschäftsreisen verfügen sie an den verschiedenen Standorten in Deutschland somit jederzeit über einen im XING-Look gestalteten Arbeitsplatz, inklusive WLAN-Zugang. Somit wird ihnen eine Art DB-Lounge für Xing-Mitglieder geboten. Der Erfolg von dem Modell wird sicherlich von der Attraktivität der Standorte abhängen.

Darüber hinaus können sie ohne weitere Zuzahlung ein Jahr lang auf alle Sachbücher der BildungsApp Blinkist zugreifen. Selbige fasst in kurzen Texten die Kerngedanken von Sachbüchern zusammen und macht sie mobil verfügbar. Der Bereich der Offline-Mehrwerte und Partnerangebote soll in naher Zukunft sukzessive Schritt für Schritt weiter ausgebaut werden. Ziel ist es dabei stets, Premium-Mitglieder in ihrem beruflichen Alltag zu begleiten.

Die Preise für das neue Angebot bleiben für Bestandskunden gleich. Neukunden zahlen monatlich mindestens 7,95 Euro - je nach Vertragsart.

Xing spürt den Atem von LinkedIN

Xing hat in der D-A-CH-Region (Deutschland-Österreich-Schweiz) nach wie vor den größten Marktanteil unter den Online-Business-Netzwerken. Das größere Wachstum in dieser Region kann jedoch LinkedIN verzeichnen. Insgesamt kommen die US-Amerikaner derzeit auf vier Millionen Nutzer im deutschsprachigen Raum. Seit Ende November 2012 konnte das Karriere-Netzwerk indes eine Millionen neue Nutzer gewinnen und wuchs so innerhalb von zehn Monaten um 35 Prozent. Die Xing AG hingegen (WKN: XNG888) dominiert mit 6,5 Millionen Nutzern in der D-A-CH-Region weiterhin den Markt, konnte aber im vergangenen Quartal lediglich 211.000 neue Nutzer für das eigene Angebot begeistern. Der Wettbewerb durch LinkedIn wird künftig also tendenziell weiter zunehmen: So plant das US-amerikanische Unternehmen beispielsweise eine breit angelegte Offensive im Bereich Smartphones und Tablets. Derzeit griffen 30 Prozent aller Nutzer von einem mobilen Gerät auf die Website des Unternehmens zu. Dieser Anteil soll allem voran mithilfe neuer Funktionen weiter ausgebaut werden. Man sehe im deutschsprachigen Raum eine potenzielle Zielgruppe von 20 Millionen Nutzern für LinkedIn, während das Unternehmen in Europa bereits die führende Position erobert hat.

Anfang 2013 hat LinkedIn eine deutschsprachige Version seiner Recruiting-Lösung auf den Markt gebracht. Dabei knüpft es insbesondere große Erwartungen an seine Job-Suchfunktionen sowie Apps für Mobilfunkgeräte, die gegenwärtig bereits bei 42 Prozent der LinkedIn-Mitglieder in der D-A-CH-Region im Einsatz sind.

Will Xing mit dem großen Rivalen aus Übersee Schritt halten und das anvisierte Wachstumsziel einer Umsatzverdoppelung innerhalb von vier Jahren erreichen, dürften wohl noch weitere Investitionen erforderlich sein. Vor allem in den Bereichen mobile Angebote und Analyse-Tools hat LinkedIn gegenüber Xing nach wie vor die Nase vorn.

Kurzportrait

Xing wurde 2003 in Hamburg als openBC gegründet. Mit dem Börsengang im Jahr 2006 folgte die Umbenennung in Xing, um auf diese Weise auch einen international wirksameren Namen zu tragen - so lautet die Begründung des Unternehmens zu diesem Schritt. Unter den zahlreichen Social-Networks im Internet ist Xing als Business-Portal mit der Zielgruppe "Geschäftsleute weltweit" positioniert. Zuletzt verzeichnete Xing rund 13,5 Millionen Mitglieder, davon stammen rund die Hälfte aus Deutschland. In Deutschland verzeichnet Xing derzeit gut 800.000 Premium-Mitglieder, weltweit sind es 825.000.

Bei Xing wird den Mitgliedern die Möglichkeit geboten, Kontakte zu knüpfen und zu verwalten, sowie sich in Themenforen auszutauschen, wichtige Informationen zu finden, aber auch Aufträge, neue Mitarbeiter oder einen neuen Job zu erhalten. Auf das Xing-Netzwerk kann weltweit über das Internet, jedes internetfähige Mobiltelefon inklusive dem iPhone, Anroid-Telefon und Blackberry zugegriffen werden. Beim eigenen Wachstum setzt Xing bis heute auf "virales Marketing", also die Empfehlung des Netzwerks durch seine Mitglieder. Heute ist das Unternehmen in den Sprachen Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Niederländisch, Schwedisch, Finnisch, Chinesisch, Japanisch, Koreanisch, Russisch, Polnisch, Ungarisch und Türkisch verfügbar.

Von den mehr als 12 Millionen Mitgliedern stammt ein Großteil vom deutschen Heimatmarkt, weitere bedeutende Mitgliederanteile kommen aus Spanien, aus Südamerika und der Türkei. Dort verstärkte sich Xing zuletzt durch die Übernahme der cember.net-Mitglieder. In Spanien hatte man sich durch die Akquisition von eConozco und Neurona verstärkt.

Neben den erwähnten 800.000 Premium-Kunden, werden seit rund einem Jahr auch über die Säule eCommerce Einnahmen generiert. Sie erzielt Umsätze insbesondere durch die Vermarktung von Stellenangeboten über den "Xing-Marketplace". Der zusätzliche Bereich "Advertising" trägt durch die Vermarktung von Werbeflächen auf der Xing-Plattform zum Umsatz bei. Ende 2010 verstärkte man sich durch die Übernahme des Online-Event-Managers amiando AG. Anfang 2013 kaufte Xing zudem Kununu, eine österreichische Bewertungsplattform für Arbeitgeber.

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