Wipro - Bengalischer Tiger setzt zum Sprung an

Donnerstag, 18. Januar 2007 00:00

Wipro will Beratungsgeschäft verdoppeln

Doch zufrieden gibt sich der Tiger aus Bangalore noch lange nicht. Zum Jahresende kündigte Wipro-Chairman Azim Premji an, seine Erlöse im IT-Beratungsgeschäft in den nächsten vier Jahren verdoppeln zu wollen.

Zuletzt erwirtschaftete Wipro lediglich fünf Prozent seiner Erlöse aus dem IT-Beratungsgeschäft. Dieser Anteil soll in den nächsten vier Jahren auf bis zu zehn Prozent steigen, gibt sich Premji ehrgeizig. Vor allem in Australien und aus Fernost verspricht sich der Wipro-Manager einen großen Schub für sein IT-Beratungsgeschäft.

Wipro kündigt weitere Zukäufe an

Wie das Wachstum in diesem Bereich sichergestellt werden soll, scheint ebenfalls schon festzustehen. Nachdem man im Jahr 2006 sieben IT-Firmen und zwei weitere Spezialisten übernommen hatte, strebt das Unternehmen offenbar größere Akquisitionen an.

Die nächsten Zukäufe sollen sich nach Angaben von Wipro-Chairman Premji zwischen 50 und 100 Mio. Dollar bewegen. Mindestens eine Übernahme könnte sehr bald erfolgen, so der Wipro-Manager. Vor allem in Europa und in den USA halte man langfristig nach geeigneten Zukäufen Ausschau, so Premji.

Darüber hinaus will Wipro den Anteil ausländischer Mitarbeiter an seiner gesamten Belegschaft erhöhen. Rund 25 Prozent der Mitarbeiter sollen künftig außerhalb Indiens kommen. 95 Prozent der aktuellen Belegschaft sind derzeit Inder. Einen Zeitplan, wann dieses Ziel erreicht werden soll, steht allerdings noch nicht fest. Durch diese Umstellung will Wipro die Probleme seiner europäischen und amerikanischen Kunden besser verstehen, um vor allem vor Ort die richtigen Ansprechpartner bereitstellen zu können.

Kurzportrait

Die im Jahre 1945 gegründete und im indischen Bangalore ansässige Wipro Ltd. stellte ursprünglich Konsumartikel her und avancierte erst in den vergangenen Jahren zu einem der größten IT-Servicedienstleister Indiens.

Heute bietet Wipro über seine Einheit Wipro Infotech Outsourcing-Services für Firmenkunden in Indien, Nordamerika, dem Mittleren Osten und in der gesamten Asien-/Pazifikregion an. Zum Aufgabenbereich gehört nicht nur die Entwicklung von Software-, sondern auch ganzer Hardwaresysteme. Zum Servicebereich gehören die Wartung, Integration, Infrastruktur-Management und Support komplexer IT-Systeme. Insgesamt ist Wipro im Wesentlichen in drei Kerngeschäftsbereiche gegliedert: Global IT Services und Produkte, Softwareentwicklung und Services, sowie Business Process Outsourcing (BPO-Services). In 2005 fusionierte Wipro seine BPO-Einheit mit der Einheit Wipro Spectramind, woraus die Division Wipro BPO hervorging. Über seine Einheit Wipro Technology Infrastructure Services (TIS) betreut das Unternehmen mit mehr als 1.400 Mitarbeitern 140 Firmenkunden in Sachen Infrastruktur- und Data-Management-Services.

Daneben stellt Wipro aber auch Hardware wie PCs, Notebooks und Server unter seiner eigenen Marke her. Darüber hinaus vermarktet Wipro aber auch internationale Marken namhafter Hersteller im Bereich Desktop-Systeme, Server, Notebooks sowie Speicher- und Netzwerkprodukte. Zu der Vielzahl von Kooperationspartnern gehört unter anderem der Redmonder Softwarekonzern Microsoft und Motorola. Nachdem sich Wipro durch die Übernahme des österreichischen Chip-Designers NewLogic verstärkte, kaufte das Unternehmen den Abrechnungsspezialisten mPower. Im Frühjahr 2006 folgten die Akquisitionen von Switchgear Ltd, sowie des Design-Spezialisten Quantech Global Services. Mitte 2006 kaufte Wipro den finnischen Mobilfunk-Designer Saraware Oy, nachdem man zuvor den in Portugal ansässigen IT-Spezialisten Enabler Informatica SA übernahm. Ende Juli gründete Wipro gemeinsam mit Motorola das Joint Venture WMNetServ.

Das ursprüngliche Geschäft mit Konsumentenprodukte stellt auch weiterhin ein Standbein innerhalb des Konzerns dar. Der Verkauf von Suppen, Regenschirmen, Bad- und Hygieneartikel finanzierte ursprünglich den Ausbau des IT-Geschäfts.

Das IT-Servicegeschäft trägt heute allerdings rund 75 Prozent des gesamten Umsatzes, sowie 85 Prozent des erwirtschafteten Gewinns. Wipro-Chairman Azim Premji hält etwa 84 Prozent der Anteile an dem IT-Konzern.

Zahlen

Wipro konnte für das vergangene Dezemberquartal einen Umsatzanstieg von 41 Prozent auf 899 Mio. US-Dollar vermelden. 72 Prozent des Umsatzes erwirtschaftete das Unternehmen dabei aus Aufträgen aus dem Ausland.

Der Nettogewinn kletterte im Dezemberquartal um 40 Prozent auf 167 Mio. Dollar bzw. auf 12 US-Cent je Aktie. Grund für die erfreuliche Entwicklung ist nach Angaben von Wipro die zunehmende Auslagerung von Geschäftsprozessen vieler Unternehmen nach Indien.

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