WEEKEND-STORY: Moore´s Law und die Folgen

Freitag, 21. Oktober 2005 19:20

DRESDEN/MÜNSTER (IT-TIMES) - Alle 18 bis 24 Monate verdoppelt sich die Leistung von Halbleitern - das ist das eherne Gesetz des späteren Intel-Gründers Gordon Moore. Doch inzwischen erodieren Preiskämpfe die Branche so sehr, dass die immer weiter steigenden Ausgaben für Forschung und Entwicklung den Druck auf die Unternehmen sukzessive verstärken. Diese Geschwindigkeitsspirale aber lässt sich nicht ewig durchhalten.

Die Schlacht in der Schlacht

Es ist ja nicht so, dass es der Branche an Sorgen mangeln würde. Auf das gute Jahr 2004 folgte das schlechte 2005. Neben den rückläufigen Auftragseingängen kam ein knallharter Preiskampf hinzu, der die Margen schrumpfen ließ und selbst vor den Großen der Branche nicht halt machte. Inzwischen greifen Unternehmen wie AMD (NYSE: AMD<AMD.NYS>, WKN: 863186<AMD.FSE>) sogar den Platzhirsch Intel (Nasdaq: INTC<INTC.NAS>, WKN: 855681<INL.FSE>) direkt an, suchen ihr Heil in der Offensive. Noch stärker wurden die Auftragsproduzenten wie Taiwan Semiconductor Manufacturing Corp. (WKN: 909800<TSFR.FSE>) geprügelt. Denn Aufträge werden nur vergeben, wenn die eigenen Kapazitäten ausgelastet sind. Nachfrageschwankungen machen sich in diesem Segment überproportional bemerkbar. Den einzigen Lichtblick bot da die steigende Nachfrage für Flash-Memory-Chips. Diese finden vor allem in digitalen Fotokameras und tragbaren Musikwiedergabegeräten Verwendung. Die größten Player in diesem Markt sind Samsung, SanDisk und Toshiba. Allerdings haben auch andere Unternehmen wie Intel erkannt, dass dieses Segment durchaus Wachstumspotenzial hat. Unter dem immensen Wettbewerbsdruck kann es sich zudem kein Hersteller leisten, dem anderen einen technologischen Vorsprung zu lassen.

Kein Tempolimit auf der Chip-Autobahn

„Das Innovationstempo der vergangenen vier Jahrzehnte können viele Anbieter nur noch schwer durchhalten“, sagte Walter Roessger. Der Chef des Chipzulieferer-Verbands Semi Europe sieht bis 2010 ein weltweites Finanzierungsdefizit von zehn Mrd. US-Dollar, wenn die bisherige Geschwindigkeit beibehalten werden sollte. Anlässlich einer Tagung zur Halbleiterindustrie in Dresden, die vom Handelsblatt initiiert wurde, kamen ähnliche Bedenken zahlreich auf den Tisch. Diese Entwicklung trifft zunächst die kleinen Anbieter. Denn der entstehende finanzielle Druck ist schlichtweg nicht zu bewältigen. Das Problem: Die Produktlebenszyklen verkürzen sich bei sich gleichzeitig erhöhenden Produktentwicklungszeiten. Diese Faktoren wiederum machen Parallelentwicklungen erforderlich. Im Endeffekt bedeutet dies, dass sich mehrere Produktgenerationen gleichzeitig in der Entwicklung befinden müssen. Dies führt zu enormen Anstrengungen bei Investitionen in Forschung und Entwicklung - und das vor dem Hintergrund ständig weiter fallender Preise.

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