WEEKEND-STORY: Infineon und der Spin-Off des Spin-Offs

Freitag, 18. November 2005 19:53

MÜNCHEN (IT-TIMES) - Manche Beobachter dürften heute ein Deja-Vu-, genauer gesagt, ein Deja-Ecouté-Erlebnis gehabt haben. Wolfgang Ziebart, Vorstandsvorsitzender des Chipherstellers Infineon Technologies AG (WKN: 623100<IFX.FSE>), sprach heute anlässlich der geplanten Abspaltung der DRAM-Sparte zu Journalisten. Als einen der Vorteile dieses Vorgangs nannte er „den besseren Zugang zu den Kapitalmärkten“. Nun, die Geschichte wiederholt sich bekanntlich selbst und vor rund sechs Jahren sprach der damalige Siemens-Chef Heinrich von Pierer anlässlich des Infineon-Spin-Offs ebenfalls von eben jenem freien Zugang zu den Kapitalmärkten.

Alles nur Zufall?

Einfach nur eine Koinzidenz? Seinerzeit brachte von Pierer einen jahrelangen Verlustbringer an die Börse, heute ist es Ziebart. Letzterer sah sich angesichts des mauen Speicherchipgeschäfts zum Handeln gezwungen. Bereits seit Juni dieses Jahres kursierten Gerüchte über einen Börsengang bzw. einen Verkauf der Sparte. Die hatte zuletzt immer mehr Sorgen bereitet. Das Geschäft mit den Speicherchips ist zwar ein Wachstumsmarkt, aber ein hart umkämpfter. Zumal ist der Preiskampf gnadenlos und das Segment von einer starken Nachfragevolatilität geprägt. Trotzdem sieht Ziebart das neu entstehende Unternehmen, welches noch keinen Namen hat, gut aufgestellt. Als Pluspunkt führte er vor allem den Technologievorsprung an. Warum die Sparte zuletzt rote Zahlen schrieb, sagte er aber nicht. Auch erwähnte er nicht, dass der DRAM-Absatz nach einer Studie des Marktforschungsinstituts Gartner vom Mittwoch im Jahr 2006 weltweit um zehn Prozent zurückgehen soll.

Der Fall Epcos

Schon einmal brachte Siemens (WKN: 723610<SIE.FSE>) einen Spin-Off an die Börse: Die Epcos AG (WKN: 512800<EPC.FSE>), ein 1989 mit dem japanischen Elektronikkonzern Matsushita gegründetes Joint Venture. Das Unternehmen stellt passive elektronische Bauelemente her und ist seit geraumer Zeit ebenfalls ein Sanierungsfall. Im Geschäftsjahr 2005 meldete Epcos einen Umsatzrückgang um neun Prozent auf 1,24 Mrd. Euro. Das EBIT belief sich auf minus 88 Mio. Euro (2004: plus 65 Mio. Euro). Es wurde ein Jahresfehlbetrag von minus 119 Mio. Euro ausgewiesen, im Vorjahr lag dieser Wert bei plus 49 Mio. Euro. Allein der Kurs beschreibt die Unternehmensentwicklung: Anfang 2004 lag dieser noch bei rund 22 Euro, seit Anfang des laufenden Jahres dümpelt dieser Wert bei elf Euro vor sich hin. Eine solche Entwicklung gegen des allgemein steigenden Börsentrends muss man erst einmal hinbekommen.

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