VMware will mit neuer Firmenstruktur aus der Krise

Donnerstag, 23. Oktober 2008 12:33
VMware

(IT-Times) Die Aktien des US-Virtualisierungsspezialisten VMware (NYSE: VMW, WKN: A0MYC8) legten zuletzt gegen den Markttrend wieder zu, nachdem das US-Softwarehaus die Gewinnerwartungen spürbar übertreffen konnte.

Doch die Erwartungen im Hinblick auf die Quartalszahlen waren auch nicht sehr hoch, wie Jefferies & Co Analystin Katherine Egbert anmerkt. Zudem haben VMware-Aktien bedingt durch den Exodus im Top-Management und revidierter Prognosen in diesem Jahr bereits 79 Prozent an Wert verloren.

Neue Firmenstruktur geplant
Noch ist auch noch nicht absehbar, wie sich die US-Finanzkrise auf die Softwarebranche auswirkt. Der neue VMware-Chef Paul Maritz baut schon mal vor und warnt vor harten Zeiten. Im Märzquartal 2009 werde der Umsatz erstmals in der 10-jährigen Firmengeschichte gegenüber dem Vorquartal schrumpfen, heißt es. Um sich gegen den drohenden Abschwung zu rüsten, hat Maritz einen Einstellungsstopp verhängt und will VMware neu aufstellen.

So will der Manager neue Divisionen ins Leben rufen, die jeweils über eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilungen verfügen, sich jedoch ein gemeinsames Vertriebs- und Marketingteam teilen. Zudem sollen die Verkaufsabteilungen künftig in geografische Regionen unterteilt werden, wobei jede Division ihre eigene Gewinn- und Verlustrechnung ausweisen wird. Details bezüglich der neuen Struktur würden noch ausgearbeitet und sollen in 2009 umgesetzt werden, so Maritz.

Der Schritt wurde offenbar notwenig, nachdem VMware in weitere Geschäftsbereiche expandiert. So will das Unternehmen nicht nur Virtualisierungssoftware für Server, sondern auch ganze Betriebssysteme für virtuelle Datenzentren anbieten. Auch für den Netzwerk- und Speicherbereich wolle man neue Produkte hervorbringen, heißt es.

VMware verlässt sich auf technologischen Vorsprung
Im Bezug auf die neue Konkurrenz durch den Softwarekonzern Microsoft, der seine Virtualisierungslösung Hyper-V mit aggressiven Preisen vermarktet, gibt sich VMware noch gelassen, auch wenn Microsoft zuletzt nach Angaben der Marktforscher IDC im Virtualisierungsmarkt stark aufholen konnte. VMware-Chef Maritz sieht nach wie vor einen technischen Vorsprung seines Unternehmens von etwa 12 bis 24 Monaten. Man habe bislang keine größeren Kunden an Microsoft verloren, beschwichtigt Maritz.

Ob die Rechnung des VMware-Chefs aufgeht, bleibt abzuwarten. Infolge eines wirtschaftlichen Abschwungs neigen Firmen erfahrungsgemäß vermehrt zum Sparen und damit zu kostengünstigen Lösungen wie sie Microsoft anbietet…

Kurzportrait

Die im Jahre 1998 gegründete und im kalifornischen Palo Alto ansässige VMware sieht als marktführender Spezialist in Sachen Virtualisierungstechnologien. Das Unternehmen bietet ein vollständiges Produktfolio an, mit dem Unternehmen mehrere Betriebssysteme auf einem Rechner bzw. Server betreiben können. Ferner bietet VMware Backup- und Sicherungssysteme (VMware Consolidated Backup, VMware HA) an, um Unternehmen bei Defekten bei Rechnern und Servern vor Datenverlusten zu schützen. Zudem werden Automatisierungsprodukte angeboten, die Firmen dabei helfen sollen, ihre IT-Umgebung weiter zu optmieren.

Mit dem VMware Player bietet das Unternehmen eine kostenlose Virtualisierungsplattform an, auf dem ein Anwender mehrere virtuelle Maschinen auf einem Desktopsystem betreiben kann. Die Kreation einer virtuellen Maschine ist jedoch mit dem kostenlosen Tool nicht möglich. Trotzdem wurde der VMware Player bereits mehr als zwei Mio. Mal aus dem Netz geladen.

Mit VMware Workstation bietet das Unternehmen ein Desktop-Virtualisierungsprodukt für Software- und IT-Professionals an, die mehrere Betriebssysteme auf einem Desktop-Rechner betreiben wollen. Nutzer können somit simultan Betriebssysteme wie Windows, Linux, NetWare oder Solaris auf einem Rechner betreiben. Eine Partitionierung der Festplatten ist nach VMware-Angaben nicht notwendig.

Mit VMware Server bietet das Unternehmen eine kostenlose Virtualisierungsplattform für Firmenkunden an, die mehrere virtuelle Maschinen auf einem Server betreiben wollen. Das Produkt ist vornehmlich für Administratoren in Unternehmen gedacht, wobei VMware hier Einnahmen über Produkt-Support und Subscription-Gebühren erzielt. Das kostenlose Tool VMware Server wurde bislang mehr als zwei Mio. Mal über die VMware-Seiten heruntergeladen. Mit VMware ESX Server bietet die Gesellschaft eine Virtualisierungsplattform an, die direkt auf der Hardware lauffähig ist und ohne Betriebssystem auskommt.

Mit VMware Motion bietet die Gesellschaft ein Tool an, dass den Wechsel von virtuellen Maschinen auf einen anderen Rechner ermöglicht, ohne dass es zu einem Datenverlust oder einer Serviceunterbrechung kommt. Insgesamt setzen weltweit mehr als 20.000 Firmenkunden, darunter Merrill Lynch, Qualcomm, Fuji Film, Denso, Johnson Controls, Siemens, Subaru, Tellabs und T-Systems Global auf VMware-Lösungen. In 2007 verstärkte sich VMware durch die Übernahme von Dunes Technologies und Psion. Anfang 2008 folgten mit der Übernahme von Thinstall und dem Desktop-Virtualisierungsgeschäft von Foedus und B-hive drei weitere Zukäufe. Der Mutterkonzern und Speicherspezialist EMC kontrollierte zuletzt noch 86 Prozent der VMware-Anteile.

Zahlen

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