United Internet sucht sein Heil im Ausland - Top.de etabliert sich

Montag, 4. Juli 2011 13:45
United Internet

(IT-Times) - Die Informationszentrale Internet wird immer wichtiger. Dies geht aus der jüngsten Studie der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) "Internet facts" hervor. Dabei wird das Internet auch bei älteren Semester immer beliebter, so die Studie. Demnach gelten bereits 81 Prozent der rund 51,8 Millionen Internet-Nutzer in Deutschland als Internet erfahren, da diese seit mehr als drei Jahren im Netz unterwegs sind.

Die beliebtesten Angebote im Netz sind nach wie vor Emails. Als einer der führenden Anbieter in diesem Bereich gilt die in Montabaur ansässige United Internet AG (WKN: 508903). Das Unternehmen ist hier gleich mit zwei Freemail-Angeboten (Web.de und GMX, 30 Millionen Email-Postfächer) am Start.

Auslandsexpansion im Vordergrund
Im Herbst 2010 verstärkte sich United Internet im Ausland und kaufte über seine Tochter GMX den Mailing-Spezialisten Mail.com mit rund 14 Millionen Kunden. Laut Handelsblatt soll sich der Kaufbetrag auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag summiert haben. Mit dem Zukauf forciert United Internet seine Auslandsstrategie, nachdem der deutsche Internetmarkt bereits zunehmend als gesättigt gilt.

Viel bedeutender dürfte die Kooperation mit der kalifornischen Mediengruppe MMC sein, über die sich United Internet über Umwege den Zugang zum indischen Markt sichert. GMX soll ab 2011 die gesamte Kommunikationsplattform für die Domain India.com inklusive Emaillösungen liefern, schreibt das Handelsblatt weiter. Neben den USA will United Internet laut Firmenstrategie auch noch in Polen, Kanada und Südamerika expandieren. Mittelfristig sollen sogar noch weiter Länder hinzukommen.

Erfolgsgeschichte Top.de
Obwohl der deutsche Markt mit Internet- und Content-Angeboten schon als weitgehend gesättigt gilt, gibt es noch Erfolgsgeschichten. Bestes Beispiel ist die Online-Plattform von Top.de. Hier haben sich United Internet und Bild.de zusammengetan, um die Online-Seite zum Erfolg zu verhelfen. Während Bild.de Promi-News bereit stellt, leitet United Internet über GMX und Web.de Besucherströme auf Top.de.

Die Strategie ist aufgegangen. Top.de gehört inzwischen mit 690.000 Besuchern im Monat zu den Top-4 unter den führenden deutschen Web-People-Portalen (Quelle: Meedia).

Kurzportrait
United Internet ist ein Internet Service Provider mit Sitz in Montabaur. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt Internet-Anwendungen und technische Mehrwert-Produkten an Privatkunden und kleine oder mittelständische Unternehmen. Dabei ist United Internet in drei Geschäftsfelder gegliedert: Produkte und Online-Marketing. Die Sparte Outsourcing wurde mit dem Verkauf von twenty4help aufgelöst. Anfang 2008 gründete United Internet mit der Creative Campaigns & Crossmedia eine neue Beratungseinheit.

Die Anwendungen und technischen Mehrwerte des Unternehmens basieren auf eigenen Produkten und im eigenen Haus entwickelter Software. Das Endverbraucher-orientierte Segment Produkte ist das Kerngeschäft und erwirtschaftet die Mehrheit des Umsatzes. Hier vermarktet die Gesellschaft Internet-Mehrwertdienste und -zugänge über die Marken GMX, WEB.DE, 1&1 sowie Schlund + Partner an private und gewerbliche Kunden. Die Internetzugänge werden als Reseller-Verträge der Deutsche Telekom AG an den Mann gebracht. Im Geschäftsfeld Online-Marketing offeriert United Internet beispielsweise Domain-Marketing über Sedo und Affiliate-Marketing über affilinet. Zur Marketing-Sparte gehört auch der Werbevermarkter AdLINK.

1988 wurde United Internet unter dem Namen 1&1 gegründet. Zunächst tritt die Gesellschaft hauptsächlich als -Vermarkter von kleinen Softwareanbietern auf. 1996 hat die 1&1-Gruppe schon fünf Tochtergesellschaften, die sich auf Segmente in den Bereichen Online- und Multimedia konzentrieren. Mit der Deregulierung des Telekommunikationsmarktes und dem Aufkommen des Internets eröffnen sich neue Geschäftsmöglichkeiten. 1997 werden die ersten Internetzugänge vermarktet, ein Jahr später folgt der Börsengang. Kurze Zeit später steigt 1&1 bei dem Internetprovider Schlund & Partner ein, das Unternehmen wird später vollständig übernommen. Noch vor der Jahrtausendwende gründet 1&1 mit anderen Partnern den e-Mail-Dienst GMX.

Zudem werden kleinere Unternehmen aufgekauft. 2000 erfolgt die Umbenennung in United Internet. Nach dem Ende des Dot.com-Booms muss das Unternehmen neu ausgerichtet werden und bereinigt das Portfolio. Ab 2001 verstärkte sich United Internet erneut, die Beteiligungen an 1&1, GMX, Schlund+Partner sowie twenty4help werden auf 100 Prozent aufgestockt. Die twenthy4help AG wurde inzwischen wieder verkauft. In 2006 schluckte United Internet den britischen Web-Hoster Fasthosts Internet. Auf der Portal-Seite übernahm United Internet das Geschäft von Web.de. Darüber hinaus erwarb United Internet weitere Anteile an dem Festnetzanbieter Versatel (25,05 Prozent).

Anfang 2008 beteiligte sich United Internet mit 48,65 Prozent an der Medienholding virtual minds AG (Adition). Im Mai 2009 erwarb die United Internet Tochter 1&1 das DSL-Geschäft von freenet. Im Herbst 2009 trennte sich United Internet von seiner direkten freenet-Beteiligung und verkaufte 10,79 Mio. Anteile. Trotz des Verkaufs ist United Internet weiterhin über die MSP Holding GmbH mit an freenet beteiligt. In 2009 übernahm United Internet-Tochter Sedo den US-Rivalen ReveueDirect. Ende 2010 übernahm die Tochter GMX den US-Dienst Mail.com. Anfang 2011 verkaufte United Internet rund 11,49 Millionen und damit sämtliche Versatel-Aktien.

Meldung gespeichert unter: United Internet

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