United Internet: "Made in Germany" als Verkaufsargument

Internet Provider

Freitag, 12. Juli 2013 11:16
United Internet

MONTABAUR (IT-Times) - Der Internet-Provider United Internet sieht sich einem starken internationalen Wettbewerb ausgesetzt. Das Unternehmen reagiert darauf mit Investitionen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. So will man in neuen Märkten wie Mobile Web und Cloud Computing stärker Fuß fassen.

Internetdienste made in Germany

Google setzt mit seinem E-Mail-Dienst Gmail die Maßstäbe in der Branche und läuft vielen Anbietern den Rang ab. Damit ist Google auch für die Dienste von United Internet wie GMX, WEB.DE und 1&1 ein relevanter Wettbewerber. Bei United Internet setzt man nun seit Kurzem auf den Standortvorteil Deutschland. Man argumentiert, dass die Dienste dem deutschen Recht entsprächen. Das bringt bspw. in Sachen Datenschutz einen Vertrauensvorsprung gegenüber US-Unternehmen wie Google, bei denen sich viele User nicht sicher fühlen, was den Schutz ihrer Daten anbelangt. "Internet made in Germany" ist damit der Slogan, mit dem United Internet ins Rennen geht. In Zeiten, in denen die NSA-Affäre täglich in den Nachrichten auftaucht, mag dies ein bedeutsames Argument sein. Wie nachhaltig sich mit diesem Argument jedoch gegenüber dem globalen Wettbewerb punkten lässt, bleibt abzuwarten.

Denn Gmail hat einen unschlagbaren Vorteil auf seiner Seite: Die Integration in Android. Das Mobile-Betriebssystem ist im Smartphone-Markt die Nummer eins, zudem hat Google seine Freemail-Anwendung ständig verbessert. Mit der Dominanz von Android im Rücken dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis Gmail zum führenden Email-Dienst nicht nur weltweit, sondern auch in Deutschland aufrückt.

Lokale Anbieter wie die United Internet AG (WKN: 508903) haben dabei das Nachsehen. Sie müssen versuchen, durch die Expansion in andere Geschäftsbereiche neues Wachstum zu generieren. Das hat auch United Internet richtig erkannt. Chancen sieht United Internet im mobilen Web und im Bereich Cloud Computing. Doch auch hier sind die Deutschen nicht allein. Will sich das Unternehmen gegen die große internationale Konkurrenz langfristig behaupten, werden wohl weitere hohe Investitionen erforderlich sein.

Strategische Neuaufstellung

Die strategische Neuausrichtung von United Internet spiegelt sich auch in den personellen Veränderungen auf Top-Management-Ebene in der jüngeren Vergangenheit wieder. So wurde Robert Hoffman in den Vorstand berufen. Künftig zeigt sich Hoffmann dafür verantwortlich, gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden Ralph Dommermuth, United Internet strategisch weiterzuentwickeln. Seine bisherigen Funktionen als Vorstandssprecher und Vorstand für den Bereich Hosting und E-Business-Applikationen der 1&1 Internet AG, einer hundertprozentigen Tochter der United Internet AG, wird Hoffman auch nach seiner Berufung in den United Internet-Vorstand weiter innehaben.

Matthias Ehrlich wiederum legte seine Mandate im Vorstand nieder und wechselte in den Aufsichtsrat von United Internet. Im Mai wurde zudem Maika-Alexander Stangenberg zum Head of Corporate Communications & Public Affairs bei United Internet berufen.

Kurzportrait

United Internet mit Sitz in Montabaur ist mit knapp zwölf Millionen kostenpflichtigen Kundenverträgen sowie nahezu 32 Millionen werbefinanzierten Free-Accounts ein führender europäischer Internet-Dienstleister. Das Unternehmen operiert dabei aus zwei Kerngeschäftsbereichen heraus: Access und Applications.

Im Geschäftsbereich Access erwirtschaftet das Unternehmen die Mehrheit seines Umsatzes. Hier vermarktet die Gesellschaft Internet-Mehrwertdienste und -zugänge über die Marken GMX, WEB.DE und 1&1 an private und gewerbliche Kunden. Im Bereich Online-Marketing offeriert United Internet Domain-Marketing über Sedo und Affiliate-Marketing über affilinet. Zur Marketing-Sparte gehört auch der Werbevermarkter AdLINK. Im Bereich Applications werden Anwendungen für die Bereiche Personal Information Management, Webhosting, Online-Werbung und Cloud-Applikationen angeboten.

Im Bereich Hosting verstärkte sich United Internet im Jahr 2006 durch die Übernahme des britischen Web-Hosters Fashosts. Im Hosting-Geschäft ist United Internet zudem mit der Marke InterNetX vertreten. InterNetX betreibt ein Reseller-Netzwerk mit über 20.000 Partnern. Mit mehr als drei Millionen verwalteten Domains und über 1.500 gehosteten Servern gehört InterNetX heute zu den führenden Anbietern von White-Label-Produkten im Hosting-Markt.

Meldung gespeichert unter: United Internet

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