Trina Solar will Kostenführer werden

Mittwoch, 19. August 2009 12:48
Trina Solar

(IT-Times) - Chinas Solarmodule- und Zellenhersteller Trina Solar (NYSE: TSL, WKN: A0LF3P) konnte im jüngsten Quartal mit überraschend positiven Zahlen aufwarten, obwohl sich der Preisverfall in der Solarindustrie auch im zweiten Quartal 2009 weiter fortgesetzt hat.

Dennoch war es Trina Solar gelungen, seinen Gewinn gegenüber dem Vorjahr um elf Prozent zu steigern, nachdem das Geschäft im jüngsten Quartal wieder angesprungen ist. Die Erholung nahm Trina Solar zum Anlass, seine Produktionskapazitäten weiter auszubauen. Diese sollen von derzeit 400 Megawatt auf zunächst 450 Megawatt bis Ende September steigen. Zusätzliche Kapazitäten im Volumen von 150 Megawatt sollen dann bis Ende 2009 hinzukommen, womit Trina Solar Solarzellen und Module mit einer Kapazität von 600 Megawatt produzieren könnte.

Kampfansage an First Solar
Darüber hinaus will Trina Solar seine Produktionskosten weiter senken. Trina Solar Finanzchef Terry Wang richtet dabei eine klare Kampfansage an den derzeitigen Kostenführer First Solar, der im vergangenen zweiten Quartal seine Kosten pro Watt auf 0,87 US-Dollar senken konnte.

Bereits im nächsten Jahr wolle man mit First Solar bei den Kosten konkurrieren können, so die Aussage des Managers. Trina Solar war es im jüngsten Quartal gelungen, seine Herstellungskosten auf 0,73 US-Dollar pro Watt zu drücken. Hinzu kommen hier allerdings noch Siliziumkosten, die aber ebenfalls weiter sanken. Die Siliziumpreise waren im jüngsten Quartal weiter rückläufig, nachdem weltweite Überkapazitäten die Preise für Silizium weiter drückten. Insgesamt peilt Trina Solar bis Jahresende eine weitere Senkung der Herstellungskosten von 15 bis 20 Prozent an.

Neben Kostensenkungen ist es dem chinesischen Solarspezialisten gelungen, den Wirkungsgrad seiner Solarzellen weiter zu steigern. Jüngste Tests haben einen Wirkungsgrad von 18,2 Prozent bei monokristallinen Zellen bzw. 16,8 Prozent bei multi-kristallinen Solarzellen ergeben, so Trina Solar.

Analysten sehen weiteren Preisdruck
Trotz der Fortschritte sind Analysten wie Barclays Capital Experte Vishal Shah weiter skeptisch, ob die Solarindustrie ihre Probleme bereits überwunden hat. Shah glaubt, dass sich der Wettbewerb weiter intensivieren und der Druck auf die Preise zunächst weiter zunehmen wird. Ein Grund sind nicht zuletzt der weitere Kapazitätsausbau chinesischer Hersteller.

Darüber hinaus könnte sich auch der Solarboom in Deutschland schnell zu Ende neigen, wenn die Einspeisetarife gesenkt werden. Diese Möglichkeit hält Barclays-Experte Shah für real, nachdem die Modulpreise stark gesunken sind. Deutschland dürfte in diesem Jahr zum weltweit größten Solarmarkt aufsteigen und damit Spanien ablösen, so der Industrieverband EPIA. Ob Trina Solar davon profitieren kann, dürfte freilich nicht nur von den Kosten abhängen…

Kurzportrait

Gegründet im Jahre 1997 und ansässig im chinesischen Changzhou, gilt Trina Solar als einer der Pioniere im Bereich Photovoltaik-Technologie im Reich der Mitte. Als einer der wenigen PV-Anbieter ist Trina Solar mit einem integrierten und vertikalen Geschäftsmodell aufgestellt. Trina Solar fertigt sowohl mono- und multikristalline Zellen, Wafer und hochqualitative Solarmodule.

Insbesondere werden standardisierte Solarmodule in Fertigungsanlagen in China produziert. Das Unternehmen fertigt dabei sowohl Standard-Produkte, als auch Produkte nach Kundenwünschen. Trina Solar tritt dabei mit seiner eigenen Marke auf, verkauft seine Produkte aber auch über Händler und Systemintegratoren weltweit. Reseller-Verträge bestehen unter anderem mit der der spanischen Corporación Zigor S.A., der Scatec AS, sowie mit den deutschen Firmen SKR Energie GmbH, Schüco International KG, Conergy AG und Phönix SonnenStrom AG. Kooperationen bestehen unter anderem mit Wacker Chemie, HCT Shaping Systems und mit DC Chemical. Gleichzeitig bezieht Trina Solar Polysilizium von Firmen wie GCL Silicon Technology, Silfab und Qingdao DTK.

Insgesamt operiert Trina Solar heute von zwei Geschäftsfeldern heraus: Solarmodule und System Integration. Im Bereich Solarmodule ist das Geschäft mit der Entwicklung, Produktion und der Vermarktung von Solarzellen und Module zusammengefasst. Zuletzt summierte sich die Produktionskapazität des Unternehmens auf knapp 60 Megawatt (MW). Trina Solar legt großen Wert auf die Robustheit seiner Solarmodule, die versiegelt und wasserdicht sind, sowie höchster Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit widerstehen.

Im Bereich System Integration deckt das Geschäft rund um die Errichtung ganzer Solar-Kraftwerke ab. Trina Solar übernimmt dabei die Planung und die Umsetzung der Projekte. Unter anderem wurden bereits für die chinesische Regierung verschiedene Solar-Projekte umgesetzt. Inzwischen liefert Trina Solar seine Produkte aber nicht nur in China, sondern auch in anderen Ländern Europas wie den Niederlanden, Griechenland Belgien, Frankreich, und Korea aus.

Zahlen

Für das vergangene zweite Quartal 2009 meldet Trina Solar einen Umsatzrückgang um 26,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 150,0 Mio. US-Dollar. Damit stiegen die Erlöse aber gleichzeitig um 13,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Den Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr führt das Unternehmen insbesondere auf den Preisverfall bei Solarmodulen zurück.

Der Gewinn legte dabei um elf Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 18,9 Mio. US-Dollar oder 71 US-Cent ADS-Aktie zu, nach einem Profit von 17,1 Mio. Dollar oder 68 US-Cent je Anteil im Jahr vorher. Insbesondere die Veränderungen bei ausländischen Währungen beeinflussten das Ergebnis positiv in Höhe von 13,7 Mio. Dollar, so Trina Solar. Analysten hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 149,5 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 32 US-Cent je Aktie gerechnet.

Insgesamt brachte Trina Solar im jüngsten Quartal Solarmodule mit einer Leistung von 64 Megawatt zur Auslieferung, was einem Zuwachs von 34,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Bruttomargen summierten sich im jüngsten Quartal auf 27,4 Prozent, nach 17,2 Prozent im ersten Quartal 2009 und 23,2 Prozent im Vorjahresquartal. Die Nettogewinnmarge betrug im jüngsten Quartal 12,6 Prozent, nach 8,4 Prozent im Jahr vorher. Dabei erwirtschaftete Trina Solar einen Netto-Cashflow im operativen Geschäft in Höhe von 38 Mio. Dollar.

Meldung gespeichert unter: Trina Solar

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