Telemedizin: Ein Trend für 2010

Freitag, 4. Dezember 2009 15:16

MÜNSTER (IT-Times) - Der Branchenverband BITKOM hat in dieser Woche geäußert, dass er und seine Mitgliedsunternehmen zuversichtlich in das kommende neue Jahr schauen. Eines der Themen, das dabei weiter in den Fokus gerückt werden soll, ist die Telemedizin. Es könnte die Qualität der Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen verbessern und gleichzeitig Kosten reduzieren. Aus Sicht des BITKOM sollte am bisherigen Zeitplan zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte unbedingt festgehalten werden. Die Bundesregierung müsse hierzu den Rahmen setzen, in dem sich neue Geschäftsmodelle entwickeln können. Dann bestehe die Chance, dass Deutschland eine Vorreiterrolle auf diesem Gebiet einnimmt.

Darauf hofft auch der Verband der Elektrotechnik VDE. Er argumentiert, dass innovative Telemedizin zur Gesundheitsvorsorge und zu Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen beitragen könnte. Allein bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen könnten demnach die jährlichen Kosten um mindestens ein Drittel gesenkt werden. Darüber hinaus eröffnen sich für Deutschland (als einem der Innovationsführer in der Medizintechnik) große wirtschaftliche Potentiale. Für telemedizinische Systeme wird ein Wachstum des globalen Marktes von 4,8 Milliarden US-Dollar (2006) auf 13,9 Milliarden US-Dollar bis ins Jahr 2012 prognostiziert. Auch die Europäische Kommission beschreibt Telemonitoring als große Chance für die Behandlung chronischer Krankheiten. Doch telemedizinische Innovationen kommen in Deutschland nur mit Schwierigkeiten in die Erstattungssysteme der Krankenversicherungen.

Patienten sehen Telemedizin positiv


Der BITKOM hat bereits ermittelt, dass 59,8 Prozent aller Deutschen über 65 Jahre Telemedizin nutzen wollen, um dadurch länger in ihrer gewohnten Umgebung leben zu können. Anwendungen wie Tele-Homecare und Tele-Monitoring sollten daher in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen werden. Auch aus folgendem Grund: In den kommenden Jahren wird die Zahl der Pflegebedürftigen und chronisch Kranken deutlich steigen – schon allein aus demografischen Gründen. „Demnach muss das Gesundheitssystem auf die Herausforderungen der demografischen Entwicklung eingestellt werden. Der Einsatz der Telemedizin als Alternative zur stationären Behandlung sollte daher noch aktiver gefördert werden.“ Dazu zählen zum Beispiel unterschiedliche Alarmsysteme, die ebenfalls auf hohes Interesse stoßen. 58 Prozent der Deutschen über 65 Jahre würden Alarmsysteme wie Sturzsensoren, Herzfrequenz- oder Atemstillstandsmesser nutzen, wenn sie pflegebedürftig wären. Auf eine Erinnerungsfunktion für die Tabletteneinnahme würden 54 Prozent der über 65-Jährigen zugreifen.

Geräte der Ferndiagnose, sogenannte Tele-Monitoring-Systeme, möchten 53 Prozent der Menschen über 65 Jahren nutzen. Diese Technologien bieten sich zum Beispiel für die Versorgung von Herz-Kreislauf-Patienten an. Dabei senden Sensoren per Mobilfunk oder Internet regelmäßig medizinische Daten wie Blutdruck, Puls, Gewicht oder ein EKG an ein telemedizinisches Zentrum, ein Krankenhaus oder einen Arzt. Treten kritische Werte auf, werden die Mediziner frühzeitig informiert und können entsprechend handeln. Dadurch steigt die Sicherheit der Patienten. Sie werden rundum betreut, obwohl sie nicht stationär behandelt werden. Die Lebensqualität der Pflegebedürftigen steigt. Auch das Gesundheitssystem kann davon profitieren, denn durch diese neuen Formen der technologisch unterstützten Betreuung lassen sich teure Krankenhauseinweisungen verringern oder vermeiden. Telemedizin hebt damit die Bedeutung geografischer Entfernungen für Patientenbehandlung und ärztliche Kooperation auf. Gleichzeitig ermöglicht sie im Verbund mit mobilen Medizinsystemen (z.B. implantierte Sonden) und automatischen Monitoringsystemen eine Revolution der stationären und ambulanten Betreuung sowie des zugehörigen Qualitätsmanagements.


Auch staatliche Stellen machen sich für Telemedizin stark

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