Telegate im Aufwind

Freitag, 4. Mai 2007 00:00
telegate

(IT-Times) Der Auskunfts- und Call Center-Dienstleister Telegate AG (WKN: 511880) befindet sich im Aufwind. Das Unternehmen, hierzulande für die 11880 bekannt, schreibt nicht nur schwarze Zahlen, sondern sucht sein Heil im europäischen Ausland - offenbar mit Erfolg.

In die Ferne schweif ich gerne

Telegate generiert in den Heimatmärkten Deutschland und Österreich kaum noch Wachstum. Darum unternahmen die Bayern den Sprung ins Ausland - dorthin, wo die Menschen ohnehin eine natürliche Affinität zum Telefon haben. Die wichtigsten Länder sind Italien und Spanien. Zwar wird hier erst ein vergleichsweise geringer Anteil des Umsatzes erwirtschaftet, doch auf der anderen Seite sind hier derzeit die größten Steigerungsraten zu verzeichnen. In Frankreich wird der Markt liberalisiert, doch Telegate hat hier bereits einige wichtige Player über Kooperationen ins Boot geholt. Dazu gehören die Mobilfunknetzbetreiber SFR und Bouygues Telecom, für die das Unternehmen im Rahmen von Outsourcing-Verträgen Dienstleistungen erbringt. Eine Erweiterung des Serviceportfolios um die klassische Telefonauskunft herum soll weitere Umsatzquellen eröffnen.

Klage gegen Deutsche Telekom abgeschmettert

Auf dem deutschen Heimat- und Hauptmarkt steht alles im Zeichen des Kampfes gegen die schier übermächtige Deutsche Telekom. Die nämlich ist Marktführer und setzt alles daran, diese Situation zu erhalten. Ein entscheidender Vorteil für die Bonner ist dabei, dass deren Tochtergesellschaft die Telefonbücher verlegt. Hier wird Werbung für den hauseigenen Auskunftsdienst exklusiv platziert, Wettbewerber haben keine Chance - ein deutlicher strategischer Nachteil. Hiergegen zog Telegate vor Gericht, musste aber eine Niederlage einstecken. Stattdessen muss wohl weiter auf teure Fernsehwerbung gesetzt werden - Verona Pooth, ehemals Feldbusch, hatte mit „Da werden sie geholfen“ immerhin fast Kultstatus. Im ersten Quartal 2007 machte sich eine Reduktion der Fernsehwerbung in einem deutlichen Anstieg des Cash-Flows bemerkbar.

Kurzportrait

Telegate ist ein Anbieter von Informationsdienstleistungen. Neben dem Kerngeschäft, der klassischen Telefonauskunft, setzt das Unternehmen auf eine Multichannel-Strategie. Hier werden parallel zum Telefon die Informationskanäle Internet, SMS und mobile Endgeräte genutzt. Sämtliche Auskunftsdienstleistungen werden in Deutschland unter der Marke 11880 angeboten. Für Geschäftskunden werden branchenübergreifende Auskunfts- und Call Center-Dienstleistungen sowie Datenvermarktungsservices offeriert. Auch können auf der Auskunftsplattform 11880.com Marktplatzfunktionen genutzt und Brancheneinträge vorgenommen werden. Ebenso erbringt Telegate White Label-Dienstleistungen für andere Telekommunikationsunternehmen im Rahmen des Outsourcings.

Das Unternehmen ist darüber hinaus in Österreich, Frankreich, Spanien und Italien tätig. Auf der Apenninhalbinsel kooperiert Telegate mit Seat Pagine Gialle, Mehrheitsaktionär bei den Münchenern.

Telegate wurde 1996 gegründet und ist seit 1999 an der Frankfurter Börse gelistet, beschäftigt rund 3.000 Mitarbeiter. Im Zuge der New Economy folgte eine schnelle Expansion, u. a. in die USA. Mit dem Platzen der Blase wurde eine umfassende Restrukturierung eingeleitet.

Zahlen

Im ersten Quartal 2007 lag der Umsatz bei 44,0 Mio. Euro, im Vorjahreszeitraum waren es noch 47,2 Mio. Euro. Bereinigt um die ergebnisneutralen Outsourcing-Umsätze mit SFR und Bouygues Telecom im ersten Quartal 2006, die Telegate noch vor der Liberalisierung des französischen Auskunftsmarktes erwirtschaftete, seien die vergleichbaren Umsätze im ersten Quartal 2007 jedoch um 17 Prozent gestiegen. Zudem konnte der Gewinn weiter gesteigert werden. Im ersten Quartal 2007 erhöhte sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 0,3 auf 11,0 Mio. Euro. Ausschlaggebend sei die von 48 auf 59 Prozent gesteigerte Bruttoergebnismarge, teilte das Unternehmen mit. Telegate konnte zudem die Ausgaben für Werbung und Marketing reduzieren und so Kosten einsparen. Das bedingte auch den Jahresüberschuss nach Steuern, der nach 2,5 Mio. Euro im ersten Quartal 2006 auf 7,3 Mio. Euro im ersten Quartal 2007 anwuchs. Nach minus 3,9 Mio. Euro in 2006 betrug der freie Cash-Flow in den ersten drei Monaten 2007 9,9 Mio. Euro, die freie Liquidität lag bei 28,8 Mio. Euro.

Meldung gespeichert unter: Telefonauskunft

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