Technikaffine Lehrer

Sonntag, 28. August 2011 15:39
BITKOM

- Lehrer sind im Internet der Gesamtbevölkerung voraus

- Ausbildung der  Lehrerschaft und Schulausstattung als zentrale Herausforderungen

- BITKOM stellt Studie „Schule 2.0“ vor

Berlin, 28. August 2011

Lehrer sind technikaffiner als landläufig angenommen. Die aktuelle BITKOM-Publikation „Schule 2.0“ räumt auf mit dem Klischee vom Technikmuffel am Lehrerpult. „Längst ist der PC das Arbeitsmittel Nummer Eins für die Unterrichtsvorbereitung geworden. Die Internet-Recherche gehört für viele Pädagogen zur täglichen Praxis“, kommentiert BITKOM-Präsidiumsmitglied Rolf Buch die Untersuchungsergebnisse.

Tatsächlich sind Lehrer der Gesamtbevölkerung in vielerlei Hinsicht voraus. 90 Prozent von ihnen haben Zugang zu Breitbandinternet, gegenüber 67 Prozent im Durchschnitt aller deutschen Haushalte. 86 Prozent der Lehrer besitzen ein Notebook oder Netbook, drei Viertel einen PC. In der Gesamtbevölkerung ist dagegen nur in etwa jedem zweiten Haushalt eines der beiden Geräte vorhanden.

Drei Viertel aller Lehrer stehen den elektronischen Medien nach eigenem Bekunden positiv oder eher positiv gegenüber, weitere zehn Prozent bezeichnen sich sogar als echte Technik-Fans. Mit zunehmendem Alter nimmt die Technikaffinität der Lehrer allerdings deutlich ab. Fast jeder dritte Lehrer über 50 sieht die digitalen Medien kritisch. Bei den unter 40-Jährigen sind es nur sieben Prozent. Jüngere Lehrer unterscheiden sich in puncto Technikaffinität nicht mehr von ihren Schülern. Aus einer weiteren Untersuchung unter Schülern geht hervor, dass 92 Prozent der befragten Schüler der Meinung sind, dass elektronische Medien den Unterricht interessanter machen. 79 Prozent sind der Ansicht, dass sie zu einem besseren Verständnis der Lehrinhalte beitragen. Deshalb wünschen sich 84 Prozent der Schüler, dass digitale Medien verstärkt im Unterricht eingesetzt werden.

Bisher werden digitale Medien in der Schule noch zu selten genutzt. Nur 15 Prozent der Schüler in Deutschland arbeiten im Unterricht täglich mit dem PC, weitere 41 Prozent ein oder mehrmals in der Woche. 43 Prozent der Schüler nutzen den PC seltener als wöchentlich oder gar nicht im Unterricht.

„Für eine intensivere Nutzung digitaler Medien in den Schulen brauchen wir  eine verstärkte Ausbildung gerade auch der älteren Lehrer sowie mehr PCs und Internetzugänge in Klassenzimmern “, sagt Buch. So sollten nach Ansicht des BITKOM innerhalb der nächsten drei Jahre alle Klassenräume in Deutschland mit breitbandigen, möglichst drahtlosen Internetzugängen ausgestattet sein. Whiteboards, interaktive Tafeln mit Internetzugang, müssten ebenfalls flächendeckend eingeführt werden.

Die detaillierte Studie ist abrufbar unter http://www.bitkom.org/de/publikationen/38338_68812.aspx

Methodik: Im Auftrag des BITKOM befragte das Meinungsforschungsinstitut Aris deutschlandweit rund 500 Lehrerinnen und Lehrer der Sekundarstufe 1 sowie 500 Schüler im Alter zwischen 14 und 19 Jahren. Beide Umfragen sind repräsentativ.

Meldung gespeichert unter: BITKOM

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