Strom und Geld sparen mit umweltfreundlichen ITK-Geräten

Montag, 10. August 2009 10:33
BITKOM

- Große Einsparpotenziale durch bewusste Nutzung und effiziente Geräte

- Das Label ENERGY STAR® steht für hohe Energieeffizienz

- Tipps fürs Büro und zuhause

Berlin, 10. August 2009

Der Stromverbrauch durch die Nutzung von Geräten der Informations- und Telekommunikationstechnologie (ITK) in Deutschland nimmt zu. Da die Energiepreise kaum sinken und Umweltauswirkungen durch CO2-Belastungen wachsen, lohnt sich der Kauf energieeffizienter ITK-Produkte. „Unternehmen und Haushalte können Energie und Kosten sparen, wenn sie moderne ITK-Geräte effizient und bewusst einsetzen“, sagt Martin Jetter, Präsidiumsmitglied des BITKOM. Bei vielen ITK-Geräten hängt der Energieverbrauch sowohl von der eingesetzten Technologie als auch dem jeweiligen Nutzerverhalten ab. Nach einer Studie des britischen „Energy Saving Trust“ können Verbraucher durch umweltgerechtes Nutzerverhalten den Energieverbrauch auch bei modernsten Geräten bis auf ein Sechstel reduzieren. Andererseits variiert bei identischem Nutzerverhalten der Energieverbrauch von moderner zu veralteter Technologie um den Faktor drei. „Der Vergleich der beiden Extremfälle in der Studie des Energy Saving Trust zeigt: Ein in Umweltdingen passiver Nutzer älterer ITK-Geräte verbraucht bis zu 18 Mal mehr Energie als ein aufmerksamer Nutzer moderner Geräte“, so Jetter. Der BITKOM gibt Tipps, wie man ITK-Geräte privat und beruflich möglichst energieeffizient nutzt:

1. Leistungsmerkmale neuer Geräte vor dem Kauf bestimmen

ITK-Geräte in Büro und Haushalten sollten grundsätzlich nach ihren individuellen Nutzungsanforderungen ausgesucht werden. Wer seinen Computer nur zum Surfen und für Textverarbeitung nutzt, benötigt im Vergleich zum passionierten Computerspieler andere Hardware mit geringerer Graphikleistung. So kann bei Office-Anwendungen auf eine Premium-Grafikkarte mit großem Bildspeicher (Framebuffer) und eigenem Lüfter verzichtet werden. Bei Neugeräten hat sich das Verhältnis von Leistungsfähigkeit und Energieverbrauch stark verbessert, insbesondere durch die so genannten Mehrkern-Prozessoren. Die neue Prozessorgeneration arbeitet schneller, verbraucht deutlich weniger Energie und erzeugt spürbar weniger Wärme als ihre Vorgänger. Dadurch arbeiten die neuen Geräte in aller Regel leiser als ihre Vorgänger, insbesondere beim Einsatz von temperaturgesteuerten Lüftern.

2. Geräte mit nachweislich niedrigem Energieverbrauch kaufen

Bei der Suche nach energieeffizienten Geräten gilt zunächst als Regel: Mobile Geräte wie Notebooks oder Netbooks verbrauchen bei gleichen Nutzungsbedingungen weniger Energie als Desktops und Multifunktionsgeräte weniger als die Einzelgeräte in der Summe. Wer sich auf eine bestimmte Produktgruppe wie etwa Notebooks festgelegt hat, sollte in einem zweiten Schritt nach besonders energieeffizienten Geräten suchen. Hierbei können die Webseiten der Hersteller hilfreich sein.

Besonders energieeffiziente Geräte sind oft mit dem Umweltzeichen ENERGY STAR  gekennzeichnet. Nur die besten 25 Prozent der jeweiligen Produktgruppen erfüllen die Leistungsanforderungen dieses Labels. Die Anforderungen werden alle zwei Jahre überarbeitet. Zurzeit gibt es das Label für Computer (einschließlich Workstations und Desktop Server), Notebooks, Monitore, Drucker/Kopierer und Multifunktionsgeräte, sowie externe Netzteile. Einen Überblick über die zertifizierten Produkte gibt es im Internet unter http://www.eu-energystar.org.

3. Grundsätzlich die voreingestellte Energiesparfunktion nutzen

PCs und Notebooks werden mit einem aktiven Powermanagement ausgeliefert. Werden die Geräte eine gewisse Zeit nicht genutzt, so verringern sie automatisch stufenweise den Energie- bzw. Stromverbrauch. Der Standby-Zustand ist als eine Art „Übergangszustand“ vor allem für solche Produkte wichtig, die nur für eine kurze Zeit ihre Funktion ausführen, aber dennoch lange eingeschaltet bleiben. Dazu gehören zum Beispiel Drucker, auf die mehrere Mitarbeiter zugreifen, oder Faxgeräte und Anrufbeantworter, die ohne Standby-Modus keine Nachrichten empfangen können. Manche Geräte sollten nicht ausgeschaltet werden, um nicht auf den Komfort der Remote-Steuerung verzichten zu müssen. So spart die Fernwartung für Kopiergeräte via Internet häufig den Besuch des Kundendiensts.

Einige Rechner verfügen über ein Wake-on-LAN-Funktion (WOL): Wenn der PC ein bestimmtes Datenpaket von einem anderen Gerät bekommt, schaltet er sich selbstständig ein. Auf dem Markt sind bereits Monitore und PCs verfügbar, die automatisch in einen „0 Watt Standby-Betrieb“ umschalten können. Beispielsweise  schalten Monitore nach einer vom Nutzer definierten Zeit automatisch vollständig ab (Energieverbrauch: 0 Watt), wenn sie kein Eingangssignal empfangen. Sie sind jedoch unmittelbar nach Erkennen eines Signals wieder einsatzbereit.

Wer von den Voreinstellungen abweichen will, kann das Powermanagement im Betriebssystem (etwa in Windows über „Start\Systemsteuerung\Energieoptionen“) an seine Bedürfnisse anpassen. Hier kann man einstellen, ob und wann der Rechner den Monitor und die Festplatte ausschaltet sowie ob und wann er in den Standby- und Ruhezustand fährt. Je früher dies geschieht, umso weniger Energie wird verbraucht. In der Regel zahlt es sich bereits aus, bei Pausen über 15 Minuten den Bildschirm auszuschalten und den Computer in den Standby- oder Ruhezustand zu versetzen.

4. Bildschirmschoner deaktivieren

Bildschirmschoner benötigen unnötig Energie und sollten deshalb prinzipiell deaktiviert sein. So kann ein PC mit einem aufwändigen 3D-Bildschirmschoner bis zu 50 Prozent mehr Energie verbrauchen als im Betrieb ohne Bildschirmschoner – das liegt an der höheren Rechenleistung für solche Animationen. Die Einstellung "Bildschirmschoner ausschalten" kann über die Systemsteuerung in Windows vorgenommen werden (über „Start\(Einstellungen)\Systemsteuerung\Anzeige“). Dazu sollte im Reiter „Bildschirmschoner“ im Pulldown-Menu „Kein“ (none) oder „Schwarzer Bildschirm“ (Blank) eingestellt werden.

5. Energieeinsparung durch optimalen Betrieb von Monitoren

Wer seinen Arbeitsplatz verlässt, sollte den Monitor per Hand ausschalten. Das schadet den Geräten nicht. Manche Bildschirme werden mit maximal eingestellter Helligkeit ausgeliefert. Für Heimanwendung und die Arbeit im Büro reicht zumeist ein Wert von rund 60 Prozent Helligkeit. Das bedeutet in der Regel eine Energieeinsparung von 20 bis 30 Prozent gegenüber dem Maximalwert. Die Helligkeitseinstellung kann jeder Nutzer über die Menüeinstellung des Monitors optimieren. Neue hochwertige Bildschirme unterstützen die Helligkeitsanpassung in Abhängigkeit von der Umgebung automatisch. Mittlerweile gibt es auch Netbooks, Notebooks und Computer Monitore mit energiesparender LED-Hintergrundbeleuchtung.

6. Peripherie-Geräte erst für die Nutzung einschalten

Oft verbrauchen Drucker, Scanner oder externe Modems Energie, obwohl sie nicht  verwendet werden. Denn sie werden automatisch beim Starten des Rechners mit eingeschaltet. Diese Geräte sollten nur bei Bedarf eingeschaltet werden. Externe Festplatten beziehen ihren Strom ausschließlich vom Rechner über die USB- oder Firewire-Schnittstelle. Sie verbrauchen Strom, sobald sie an den PC oder das Notebook angeschlossen werden. Solche Peripherie-Geräte sollten vom Rechner getrennt werden, wenn sie nicht gebraucht werden.

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