Software AG in Aufbruchstimmung

Mittwoch, 18. April 2007 00:00

(IT-Times) Die in Darmstadt ansässige Software AG (WKN: 330400<SOW.FSE>) sorgte jüngst mit einer größeren Übernahme für Aufsehen. Nachdem man zuvor bereits den israelischen Vertriebspartner SPL Software mehrheitlich übernahm, schlug das deutsche Softwarehaus Anfang April erneut zu und schluckte für 546 Mio. Dollar den amerikanischen Web Service- und SOA-Spezialisten webMethods.

Software AG fordert SOA-Giganten heraus

Mit der Übernahme von webMethods steigt die Software AG auch international in die erste Liga der SOA-Anbieter auf. Durch die Übernahme der Amerikaner dürfte sich die Kundenbasis der Software AG in Nordamerika verdoppeln, wobei man nach Abschluss des Zukaufs weltweit über 4.000 Organisationen betreut.

Die Übernahme passt zum langfristigen Ziel des Unternehmens, seine Umsatzerlöse bis zum Jahr 2011 auf über eine Mrd. Euro zu verdoppeln, womit das Unternehmen jährlich um 17 Prozent wachsen dürfte. Dieses Ziel soll aber nicht nur durch die jüngsten Zukäufe, sondern auch durch organisches Wachstum, einer weiteren internationalen Expansion und durch den Gewinn von Marktanteilen im SOA-Bereich realisiert werden.

Zunächst gilt es jedoch die Synergieeffekte aus der Übernahme von webMethods zu nutzen. webMethods dürfte das Fiskaljahr 2007, welches im März endete, noch mit leicht roten Zahlen abgeschlossen haben. Dies könnte sich im laufenden Jahr allerdings ändern. Analysten kalkulierten bislang mit einem Umsatzanstieg auf 212 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 13 US-Cent je Aktie. Sollte es dem Software AG-Management gelingen, dass amerikanische Softwarehaus schnell und reibungslos zu integrieren, dürften die Synergieeffekte aus der Übernahme höher ausfallen.

Auch das unabhängige Marktforschungshaus Gartner glaubt, dass sich die Software AG inzwischen zu einem ernsthaften Wettbewerber im SOA-Infrastrukturmarkt für die großen Player entwickelt hat. Die Gartner-Marktforscher sind der Meinung, dass die Software AG durch seine weit verbreitete Adabas- und Crossvision-Plattform und durch sein pro-aktives Management, als auch durch seine wettbewerbsfähige SOA-Plattform bestens positioniert ist - IBM, Tibco & Co dürfen sich also warm anziehen, denn die Darmstädter kommen.

Kurzportrait

Die in Darmstadt ansässige Software AG ist ein weltweit agierender Provider von Produkten und Dienstleistungen für IT-Infrastrukturen mit serviceorientierten Architekturen (SOA). Das Unternehmen ist auf zwei Geschäftsfeldern tätig und hat Produktentwicklung sowie Vertrieb in zwei Geschäftsbereiche ausgerichtet: Enterprise Transaction Systems (ETS) und Crossvision.

ETS besetzt das Feld Datenbanken und basiert vor allem auf dem Datenbankmanagementsystem Adabas sowie der Entwicklungsumgebung Natural. Crossvision ist eine SOA-Suite, die XML (Extended Markup Language ist eine universale Datenbeschreibungssprache; Tamino XML Server ist eines der Hauptprodukte in diesem Bereich) und Prozessintegrationstechnologien (EntireX, ApplinX) miteinander kombiniert. Hierdurch können Nutzer neue Geschäftsprozesse in ihre bestehende IT-Infrastruktur integrieren. Operativ agiert das Unternehmen in den drei Regionen Zentral- und Osteuropa/Asien, Nordamerika/Nordeuropa und Süd- und Westeuropa/ Lateinamerika. Die Software AG bietet Wartung, Lizenzierung und weitere Dienstleistungen an. Inzwischen wird ein Drittel des Umsatzes über Lizenzen erwirtschaftet. Im Frühjahr 2007 verstärkte sich das Unternehmen im Bereich Web Services und SOA-Lösungen durch die Übernahme der amerikanischen webMethods. Bereits zuvor übernahm das Softwarehaus mehrheitlich die israelische SPL Software.

Sechs Mitarbeiter des Beratungshauses AIV (Institut für Angewandte Informationsverarbeitung) gründeten das Unternehmen 1969 in Darmstadt. Adabas ist eines der ersten Produkte, schnell folgte die Internationalisierung mit dem Markteintritt in den USA. Am 26. April 1999 ging die Software AG an die Börse und notiert heute im TecDAX. Das Unternehmen hat rund 2.700 Mitarbeiter und betreut weltweit mehr als 3.000 Kunden in über 60 Länder.

Zahlen

Für das vergangene Geschäftsjahr 2006 meldete die Software AG einen Umsatzanstieg auf 483,0 Mio. Euro, was einem Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das für Softwarefirmen so wichtige Lizenzgeschäft kletterte um 26 Prozent auf 165,7 Mio. Euro. Der Geschäftsbereich ETS verzeichnete einen Lizenzumsatz von 121,7 Mio. Euro - ein Zuwachs von 27 Prozent gegenüber 2005. Das Servicegeschäft (Maintenance) zog um drei Prozent auf 187,3 Mio. Euro an.

Das Vorsteuerergebnis (EBIT) schnellte um 15 Prozent auf 111,2 Mio. Euro nach oben. Die EBIT-Marge erreichte mit 23 Prozent vom Umsatz einen neuen Rekordwert. Der Nettogewinn kletterte um 18,4 Prozent auf 73,2 Mio. Euro, wobei der Gewinn je Aktie sich auf 2,60 Euro summierte - ein Zuwachs von 16 Prozent gegenüber 2005 (2,24 Euro je Anteil). Insgesamt generierte die Software AG einen positiven Cashflow von 56,2 Mio. Euro aus der operativen Geschäftstätigkeit, nach 45,6 Mio. Euro im Jahr vorher.

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