Sky Deutschland meldet sich zurück - Abonnentenzuwächse sorgen für Euphorie an der Börse

Montag, 16. Mai 2011 13:36
Sky Deutschland

(IT-Times) - Sky Deutschland-Aktien präsentierten sich zuletzt deutlich fester bei knapp 3,5 Euro, womit die Papiere seit Jahresbeginn über 60 Prozent zulegten. Hintergrund ist die Hoffnung der Investoren, dass sich der jüngste Aufwärtstrend bei den Abonnentenzahlen bald in zählbare Gewinne niederschlagen wird.

Im vergangenen ersten Quartal gelang es Sky netto 73.000 neue Abonnenten zu gewinnen, womit die Zahl der Vertragskunden auf rund 2,73 Millionen gekletterte. Sky (WKN: SKYD00) benötigt früheren Angaben zufolge drei Millionen Abonnenten, um schwarze Zahlen zu schreiben. Ermutigend auch die Entwicklung der Kündigungs- bzw. Absprungsraten. Waren es bei Premiere seinerzeit noch 20 Prozent und mehr, die nach kurzer Zeit ihr Abo kündigten, sank die Absprungsrate zuletzt auf 13,8 Prozent.

Zugleich geben immer mehr Kunden mehr Geld für Sky-Angebote aus. Dank der breiteren Nutzung von HD-Angeboten kletterte der monatliche Durchschnittsumsatz pro Kunde auf 31 Euro. Sky will dann auch nachsetzen und sein HD-Angebot bis Jahresende auf 30 Sender ausbauen. Sky-Vorstand Brian Sullivan sieht Fortschritte durch die jüngsten Entwicklungen, gleichzeitig sei man sich im Klaren darüber, dass es noch mehr zu tun gibt, so der Manager.

TV-Leser halten Sky-Angebot für zu teuer
Während manche Analysten in den jüngsten Sky-Zahlen bereits den Durchbruch für das Pay-TV-Geschäft in Deutschland sehen, stößt das Sky-Angebot nicht überall auf ungeteilte Zustimmung. In einer aktuellen Umfrage von <img alt="undefined" src="fileadmin/img/icons/external_link_new_window.gif"></img>Sat+Kabel (über 1.100 abgegebene Stimmen) glauben knapp 45 Prozent der Befragten nicht an einen Durchbruch.

Der Grund: Das Sky-Angebot ist nach Ansicht der Sat+Kabel Leser nach wie vor zu teuer. Wer Spielfilme und Bundesliga in HD genießen will, muss mehr als 30 Euro im Monat berappen. Kosten, welche die Mehrheit der Zuschauer offenbar nicht tragen will.

Trotz Umsatzanstieg bleiben die Verluste weiter hoch
Neben dem Preisgefüge gibt es noch eine weitere Herausforderung. Auch wenn es Sky schafft, die Zielmarke von drei Millionen Abonnenten zu erreichen, bleibt die Frage nach nachhaltigen Gewinnen offen. NordLB-Experte Jan Göhmann verweist darauf, dass neben den Abonnenten, auch die Kosten gewachsen sind. Der Ausbau des HD-Angebots verschlingt viel Geld, so dass Medienmogul Rupert Murdoch in den vergangenen zwölf Monaten weitere 448 Mio. Euro in den Pay-TV-Sender pumpte. Aufgrund des gestiegenen Kostenniveaus sank dann auch der Verlust nur leicht von 97 Mio. Euro auf zuletzt 87 Mio. Euro.

Fazit: Will Sky tatsächlich mit Pay-TV den Durchbruch in Deutschland schaffen, muss das Unternehmen sein Angebot zu massentauglichen Preisen anbieten.

Kurzportrait

Die in Unterföhring bei München ansässige Sky Deutschland ist Deutschlands führender Pay-TV-Sender. Anfang Juli 2009 folgte die Umbenennung in Sky, nachdem das Unternehmen zuvor unter dem Namen Premiere firmierte. Das Unternehmen ging ursprünglich im Jahr 1990 aus dem ersten deutschen Bezahlsender Teleclub hervor und baute seither sein TV-Angebot sukzessive aus.

Heute präsentiert sich Sky als ein führender europäischer TV-Konzern, der seine Programme nicht nur Deutschland, sondern auch in Österreich und teilweise auch in der Schweiz ausstrahlt. Zum Unternehmen gehören die 100%igen Tochterfirmen Sky Fernsehen GmbH & Co KG, die wiederum 100% der Anteile an der Sky Media Solutions hält, sowie die Sky Star GmbH. Gleichzeitig ist das Unternehmen an der Servicegesellschaft Sky Service Center Schwerin GmbH, der Premus Logistik und Service GmbH als auch an der Sky Hotel Entertainment GmbH beteiligt.

Sky ist mit dem Programmen Sky Cinema, Sky Cinema+1, Sky Cinema+24, Sky Action, Sky Comedy, Sky Emotion, Sky Nostalgie, Sky Cinema Hits und Sky Sport am Markt vertreten. Einzelne Programmpakete sind im Abo ab 16,90 Euro (Sky Welt) im Monat erhältlich. Weitere Programmpakete können optional hinzugebucht werden. Zuletzt betreute Sky mehr als 2,7 Millionen Abonnenten im Rahmen seines kostenpflichtigen TV-Programms. Ende 2006 übernahm Sky die Kunden des Erotik-Senders "Blue Movie" von Kabel Deutschland (KDG). Anfang 2008 wurde der Jugendsender Giga Digital Television GmbH (Giga TV) aufgekauft, der allerdings wieder eingestellt wurde. Der US-Medienkonzern News Corp hat seine Beteiligung an Sky zuletzt auf knapp 40 Prozent an Premiere aufgestockt und hält zudem eine Option, seine Beteiligung weiter zu erhöhen.

Ergänzt wird das Pay-TV-Geschäft durch das Film- und Sportportal (sky.de, sky.at), welches mehr als 2,3 Mio. Besucher und über 21 Mio. Seitenaufrufe monatlich verzeichnet. Hier ist das Unternehmen auch mit seinem Internet TV-Programm aktiv. Künftig will Sky auch die Bundesliga live im Internet übertragen.

Zahlen

Im ersten Quartal 2011 lag der Umsatz der Sky Deutschland AG bei 269,6 Mio. Euro und damit um 14,9 Prozent über dem Vorjahreswert von 234,7 Mio. Euro. Die Zahl der Abonnenten zu Beginn des ersten Quartals 2011 notierte mit 2,65 Millionen Vertragskunden um 183.000 über dem Vorjahreswert. Im Laufe der ersten drei Monate konnte Sky Deutschland netto 73.000 Neukunden gewinnen, womit das Unternehmen nunmehr knapp 2,73 Millionen Vertragskunden betreute.

Mit minus 55 Mio. Euro blieb das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) allerdings negativ, verbesserte sich jedoch gegenüber dem Vorjahresquartal, für das Sky Deutschland ein EBITDA von minus 64,5 Mio. Euro genannt hatte. Auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zeigte eine ähnliche Entwicklung.

Es lag mit minus 75,1 Mio. Euro im Verlustbereich, der operative Verlust fiel jedoch gegenüber minus 87 Mio. Euro im Vergleichsquartal 2010 geringer aus. Unter dem Strich stand am Ende des ersten Quartals 2011 ein Nettoergebnis von minus 86,9 Mio. Euro. Ein Jahr zuvor hatte Sky Deutschland ein Minus von 97 Mio. Euro gemeldet. Entsprechend fiel das (verwässerte) Ergebnis je Aktie aus: minus 0,18 Euro für das erste Quartal 2010, minus 0,12 Euro in den ersten drei Monaten dieses Jahres. Der operative Cash-Flow blieb mit minus 28,6 Mio. Euro (Vorjahresquartal: minus 62,3 Mio. Euro) weiterhin negativ.

Meldung gespeichert unter: Sky Deutschland

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