Sina meldet sich zurück

Freitag, 9. Februar 2007 00:00

(IT-Times) Chinas populärstes Internet-Portal Sina (Nasdaq: SINA<SINA.NAS>, WKN: 929917<YIN.FSE>) meldet sich wieder zurück. Nachdem sich Chinas führender Online-Spielentwickler Shanda von weiteren Sina-Anteilen getrennt hat, gibt das Unternehmen offenbar seine Bemühungen auf, Sina übernehmen zu wollen. Sina hingegen glänzt nach der Fokussierung auf das Geschäft mit Online-Werbung mit einem starken Wachstum.

In den vergangenen Jahren hatte Sina empfindliche Gewinneinbußen hinnehmen müssen, nachdem man sich zu stark auf das Geschäft mit mobilen Mehrwertdiensten konzentriert hat. Nach einer Regulierung durch die chinesischen Behörden waren Umsatz und Gewinne in diesem Geschäftsbereich kräftig eingebrochen. Auch im jüngsten Quartal setzte sich dieser Trend weiter fort. So ging das Nicht-Werbegeschäft, dass unter anderem das Geschäft mit mobilen Wertdiensten umfasst, um 23 Prozent zurück.

Blog-König Sina

Dafür wuchs das Online-Werbegeschäft umso stärker. Hier legten die Erlöse um stolze 44 Prozent zu. Das Online-Werbegeschäft zeichnete damit für 63 Prozent des Gesamtumsatzes verantwortlich. Sina-Chef Charles Chao führt den Erfolg nicht zuletzt auf die Abdeckung der Beijing Auto Show im Spätherbst 2006 zurück. Sina hatte hierfür extra einen Themenbereich auf seiner Seite eingerichtet, um über die Veranstaltung zu berichten. Nach einer Studie der Internet Society China hat sich Sinas Auto-Channel inzwischen an die Spitze aller Autowebseiten in China gesetzt, wobei der Sina-Channel etwa 17 Prozent aller chinesischen Internet-Nutzer erreiche, heißt es in der Studie.

Besonders erfolgreich war man auch im Blog-Geschäft. Sinas Blog-Channel hat inzwischen die Newskategorie - bislang der meistbesuchte Themenbereich auf der Sina-Webseite -überholt. Nach Angaben von Sina-Chef Charles Chao hat sich der Traffic auf den Blog-Seiten gegenüber dem Vorjahr verzehnfacht, wobei inzwischen mehr als 120 Mio. Seiten aufgerufen werden, so der Manager.

Auch im Bereich Web 2.0 macht das Unternehmen Fortschritte. Nachdem man erst im Dezember 2006 mit einer eigenen Videokategorie a la YouTube gestartet war, erfreut sich die neue Sina-Rubrik regen Zulauf. Inzwischen werden täglich 15.000 Videoclips von Nutzern hochgeladen und rund fünf Mio. Videos täglich abgerufen. Damit scheint einem guten Start in das Jahr 2007 nichts mehr im Wege zu stehen, zumal im Jahr 2008 mit den Olympischen Spielen in Beijing ein weiteres lukratives Mega-Event winkt, dass sich trefflich vermarkten lässt.

Kurzportrait

Die im Jahre 1997 gegründete und in Schanghai ansässige Sina betreibt vier große Web-Portale in China, Hongkong, Taiwan, sowie in den USA. Mit mehr als 115 Mio. registrierten Nutzern gilt Sina als eines der größten Internet-Portale in China. Zuletzt erzielten die Nachrichten-Seiten des Unternehmens durchschnittlich mehr als 150 Mio. Seitenaufrufe täglich.

Mit Sina.com betreibt das Unternehmen eine Online-Plattform bestehend aus 15 lokalen Web-Seiten, welche neben Nachrichten auch Spiele anbieten. Gleichzeitig haben Nutzer kostenlosen Zugriff auf 30 verschiedene Themen-Rubriken. Die Inhalte auf den Online-Seiten werden durch Partnerschaften mit 600 nationalen und internationalen Content-Providern gefüllt. Der kostenlose Email-Service Sinas verzeichnet mehr als 20 Mio. registrierte Nutzer und gilt hinter Hotmail, Yahoo Mail und AOL als weltweit viertgrößter Freemailer. Aufgrund der starken Nutzerbasis dominiert Sina auch den Online-Werbemarkt. So kann das Unternehmen mehr als 700 Firmenkunden vorweisen, welche auf den Online-Seiten der Gesellschaft Werbung schalten.

Mit Sina Online betreibt das Unternehmen einen gebührenpflichtigen Service, welcher derzeit mehr als zehn Mio. Kunden verzeichnet. Sina Online bietet dabei nicht nur Internetzugangsdienste, sondern auch gebührenpflichtige Email-Services und Online-Spiele an. Daneben umfasst Sinas Online-Angebot auch SMS-Services, wobei die Firma darüber hinaus auch ein WAP-Portal für Mobilfunknutzer betreibt. Durch die Übernahme von Memestar im Januar 2003 baute das Unternehmen sein SMS-Angebot erheblich aus. Im Jahr 2003 stieg das Unternehmen durch die Übernahme von Fortune Trip auch in das Online-Reisegeschäft ein. 18 Monate später verkaufte Sina die Einheit wieder an eLong.

Mit der im Februar 2002 gegründeten Sina.net will das chinesische Portal verstärkt kleine und mittelständische Firmenkunden ansprechen. Sina.net bietet den inzwischen mehr als 300.000 registrierten Geschäftskunden Verzeichnisdienste, Email-Services, Marketing- und E-Commerce-Dienste an.

Im Januar 2003 gründete Sina gemeinsam mit der koreanischen NCsoft ein Joint Venture im Online-Spielbereich. Mit Lineage II und dem Online-Portal iGame will das Unternehmen im Bereich Online-Spiele stärker Fuß fassen. Anfang 2004 gründete Sina gemeinsam mit Yahoo das Joint Venture 1Pai.com (Online-Auktionen), wobei der Joint Venture-Anteil jedoch im vierten Quartal 2005 an Yahoo veräußert wurde. Im Februar 2004 kaufte Sina dann den Online-Reisespezialisten Bravado Investments. Einen Monat später akquirierte Sina den SMS-Diensteanbieter Crillion für 125 Mio. Dollar. Anschließend kaufte Sina den Instant Messaging-Anbieter Davidhill Capital. Im Frühjahr 2005 beteiligte sich der Online-Spielentwickler Shanda mit einer Minderheitsbeteiligung an Sina.

Zahlen

Für das vergangene vierte Quartal 2006 meldet Sina einen Umsatzanstieg auf 56,4 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von neun Prozent. Das Online-Werbegeschäft legte dabei besonders deutlich zu. Hier verzeichnete Sina ein Umsatzplus von 43 Prozent auf 35 Mio. Dollar, während das Nicht-Werbegeschäft um 23 Prozent einbrach.

Insgesamt sank der Gewinn zunächst auf 11,7 Mio. Dollar oder 20 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 13,8 Mio. Dollar oder 24 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich für das jüngste Quartal ein operativer Gewinn von 26 US-Cent je Aktie, womit Sina die Analystenerwartungen übertreffen konnte.

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