Sehr gutes Geschäftsklima in der Hightech-Branche

Mittwoch, 21. September 2011 08:16
BITKOM

- Drei Viertel der ITK-Firmen mit Umsatzplus im dritten Quartal

-   Unternehmen schaffen 10.000 zusätzliche Jobs im Jahr 2011

- Kempf: „Aufbau intelligenter Netze beschleunigen.“

Stuttgart, 20. September 2011

Das Geschäftsklima in der Hightech-Wirtschaft hat sich im dritten Quartal verbessert. Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage des BITKOM in der ITK-Branche hervor. Danach erwarten drei Viertel der Anbieter von Informationstechnik, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik steigende Umsätze im Vergleich zum Vorjahresquartal. Der BITKOM-Branchenindex steigt um neun auf 63 Punkte. „Die Schuldenkrise in Europa und die Turbulenzen an den Finanzmärkten schlagen sich bislang nicht auf den ITK-Märkten nieder“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf am Eröffnungstag der Hightech-Messe IT&Business in Stuttgart. „Die Auftragsbücher der Unternehmen sind gut gefüllt.“ Technologien wie Cloud Computing und die steigende Verbreitung leistungsfähiger mobiler Endgeräte sorgten für eine dynamische Entwicklung im ITK-Sektor. Eine zentrale Herausforderung sieht Kempf in der Modernisierung traditioneller Infrastrukturen: „Deutschland braucht eine nationale Infrastrukturinitiative zum Aufbau intelligenter Netze.“ So müssten Elektrofahrzeuge in Zukunft Teil intelligent gesteuerter Verkehrs- und Energienetze werden. „Beim Thema Elektromobilität muss Deutschland mehr Tempo machen“, forderte Kempf.

Nach den Ergebnissen der vierteljährlichen BITKOM-Konjunkturumfrage beurteilen die meisten Unternehmen auch die weiteren Aussichten positiv. 75 Prozent der befragten Firmen rechnen für das Gesamtjahr 2011 mit steigenden Umsätzen. Am besten laufen die Geschäfte bei den Anbietern von Software und IT-Services: 82 Prozent der Software-Häuser und 86 Prozent der IT-Dienstleister erwarten steigende Umsätze im Vergleich zum Vorjahr. Damit bestätigen sie ihre positiven Erwartungen vom Jahresanfang. Unter den Anbietern von IT-Hardware rechnen 63 Prozent mit einem Umsatzplus.

Die insgesamt positive Marktentwicklung wirkt sich auch auf die Personalplanung der Unternehmen aus. 60 Prozent der Firmen werden im laufenden Jahr zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Ein Viertel wird die Beschäftigung stabil halten und lediglich 13 Prozent müssen Stellen abbauen. Besonders viele Jobs schaffen die Anbieter von IT-Services, gefolgt von den Software-Häusern. Nach einem Plus von 13.000 neuen Jobs im Vorjahr erwartet der BITKOM 2011 in der Gesamtbranche erneut die Schaffung von rund 10.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen auf insgesamt 858.000 Beschäftigte. „Die ITK-Industrie ist einer der wichtigsten Job-Motoren in der deutschen Wirtschaft“, sagte Kempf. 60 Prozent der befragten Firmen klagen zurzeit über einen Mangel an Fachkräften.

Anlässlich der Automobilmesse IAA wies der BITKOM darauf hin, dass Deutschland in puncto Elektromobilität und beim Aufbau intelligenter Verkehrsnetze ebenso ambitionierte Programme auflegen müsse, wie andere Länder. So fördern die USA, China und Frankreich die Elektromobilität massiv mit öffentlichen Mitteln. „Ein Subventionswettlauf bringt uns nicht weiter“, sagte Kempf. „Stattdessen brauchen wir einen besonders effizienten und ganzheitlichen Ansatz.“ Es reiche nicht aus, isolierte Systeme und Technologien zu entwickeln. Elektrofahrzeuge müssten im Zentrum eines intelligenten Verkehrsnetzes stehen und Teil des Energiesystems der Zukunft werden. In diesem Zusammenhang wies Kempf auf die Bedeutung einer strategischen Partnerschaft von ITK-Branche und Fahrzeugindustrie hin. „Unser gemeinsames Ziel ist es, in Deutschland Lösungen für den Weltmarkt zu entwickeln statt diese zu importieren“, sagte der BITKOM-Präsident. „Sowohl in der Automobilbranche als auch bei hoch komplexen Kommunikationsnetzen besitzt Deutschland generische Stärken. Sie müssen wir bündeln, um die internationalen Mobilitätsmärkte der Zukunft zu erobern.“

Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des BITKOM fordern fast drei Viertel (72 Prozent) der Bundesbürger, dass die öffentliche Hand stärker in intelligente Verkehrssysteme investiert, um das Autofahren stressfreier, umweltfreundlicher und sicherer zu machen. So wird das Auto in Zukunft mit seiner Umgebung und anderen Fahrzeugen vernetzt. Die Fahrer empfangen über Internet und GPS Daten über Staus, freie Parkplätze und Ladestellen auf der Strecke. „Ein Ziel solcher Systeme wird sein, die Zahl tödlicher Verkehrsunfälle weiter zu senken, indem Unfallursachen reduziert werden“, sagte Kempf. 38 Prozent der befragten Bundesbürger gaben an, dass die Finanzierung intelligenter Verkehrsnetze aus Steuermitteln erfolgen sollte, ein Drittel (32 Prozent) votierte für Investitionen aus Mautgebühren.

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