Seagate profitiert von Branchenkonsolidierung

Donnerstag, 23. März 2006 00:00

(IT-Times) Meldungen über die Verschiebung der Privatkundenversion von Microsofts neuen Betriebssystem Windows Vista setzte zuletzt Hardwarehersteller, wie Dell, HP aber auch den Festplattenhersteller Seagate Technologies (NYSE: STX<STX.NYS>, WKN: 164367<SKH.FSE>) unter Druck. Am Markt wird damit gerechnet, dass Privatkunden die Anschaffung eines neuen PCs auf das nächste Jahr verschieben könnten.

Maxtor-Kauf sorgt für positive Stimmung

Dabei hatte das Jahr für den weltgrößten Festplattenhersteller Seagate so gut angefangen. Mitte Januar konnte Seagate eine Verdoppelung der Gewinne gegenüber dem Vorjahr melden und die Analystenerwartungen deutlich übertreffen. Mit Spannung werden auch die Auswirkungen der Übernahme von Maxtor erwartet. Seagate gab im Dezember 2005 die Übernahme der Nummer drei der Branche für rund 1,9 Mrd. Dollar bekannt - der Zukauf soll im zweiten Quartal abgeschlossen werden. Maxtor-Festplatten werden künftig den Namen Seagate tragen, wobei Seagate hofft, durch den Zukauf seine Beschaffungs- und Forschungskosten deutlich reduzieren zu können.

In der Industrie wird die Konsolidierung ebenfalls positiv gesehen, wobei Industriebeobachter mit einer Entspannung an der Preisfront rechnen. Ähnlich positiv wird die Entwicklung auch im US-Brokerhaus Needham aufgenommen. Analyst Richard Kugele sieht durch den Zukauf signifikante Synergieeffekte für Seagate, wobei sich der Zukauf auch positiv in der Gewinnentwicklung des Unternehmens niederschlagen soll. Auch im Hause Deutsche Bank ist man optimistisch. DB-Analystin Sherri Scribner sieht durch die Konsolidierung in der Festplattenbranche eine „gesündere Industrie“. Seagte selbst sieht Scribner als das am besten positionierteste Unternehmen im Festplattenbereich.

Zeichen stehen weiter auf Wachstum

Weltweit wurden im vergangenen Jahr 108 Mio. Festplatten ausgeliefert, ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr, so eine Studie des Hauses TrendFOCUS. Auch außerhalb des traditionellen PCs halten Festplatten immer mehr Einzug. Obwohl sich Apple zu einem Strategiewechsel bei seiner neuen iPod-Generation entschied, dürften andere Unterhaltungselektronikprodukte, wie zum Beispiel Digitale Videorekorder, bis zum Jahr 2010 noch mehrere hundert Millionen Laufwerke verschlingen, ist man sich im Hause TrendFOCUS sicher. Ideale Wachstumsvoraussetzungen für das Duo Seagate/Maxtor.

Kurzportrait

Die im kalifornischen Scotts Valley ansässige und auf den Cayman Islands registrierte Seagate Technologies gilt als weltweit führender Festplattenhersteller. Die Laufwerke der Gesellschaft finden sich aber nicht nur in Desktop-PCs, sondern auch in Notebook-, Server-, Workstation- und Mainframe-Systeme sowie in Mobile-Computer und PDAs wieder.

Das Unternehmen vertreibt seine Produkte überwiegend direkt an OEM-Hersteller, wie Dell, EMC, Hewlett-Packard, IBM und Sun Microsystems. Daneben unterhält Seagate aber auch Schlüsselpartnerschaften mit Vertriebshändlern und Systemintegratoren auf der ganzen Welt. Das Geschäft mit OEM-Hersteller steuerte im Jahr 2005 rund 72 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Die Wirtschaftsregion rund um Nordamerika zeichnete für rund 31 Prozent der Gesamterlöse verantwortlich. Europäische Kunden trugen zuletzt 28 Prozent der Gesamtumsätze, während Asien mit 41 Prozent Geschäftsanteil für Seagate die wichtigste Wirtschaftsregion ist.

Zu den Kernprodukten des Unternehmens gehören unter anderem die Produktfamilien Cheetah, Savvio und Barracuda. Während Cheetah-Laufwerke überwiegend in E-Commerce Servern, Mainframe-Computern bzw. Super-Computern zum Einsatz kommen, ist die Savvio-Produktfamilie für den Einsatz bei großen Unternehmen konzipiert. Die U-Serie X- und Barracuda-Laufwerke sind insbesondere für den Einsatz in Desktop-Rechnern, Workstations und low-end Server bestimmt.

Ende 2005 gab Seagate die Übernahme des Rivalen Maxtor für rund 1,9 Mrd. US-Dollar bekannt. Seagate schluckt damit die Nummer drei der Branche, womit das Unternehmen seine marktführende Position weiter ausbaut. Die Übernahme soll im zweiten Quartal 2006 abgeschlossen sein. Anfang 2006 übernahm Seagate zudem das Software-Startup Mirra.

Nach der Privatisierung im Jahr 2000, sind die US-Beteiligungsgesellschaften Silver Lake Partners und Texas Pacific Group heute mit zehn bzw. sieben Prozent an dem weltgrößten Festplattenhersteller beteiligt.

Zahlen

Für das zurückliegende zweite Fiskalquartal 2006 meldet Seagate einen Umsatzanstieg auf 2,3 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei lieferte Seagate 28,8 Mio. Laufwerke aus - ein neuer Rekord.

Der Nettogewinn verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahr auf 287 Mio. US-Dollar oder 57 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 144 Mio. Dollar oder 29 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Gleichzeitig konnte Seagate damit auch die Analystenerwartungen übertreffen. An der Wall Street hatte man im Vorfeld nur mit Einnahmen von 2,25 Mrd. Dollar und mit einem Nettogewinn von 52 US-Cent je Aktie kalkuliert.

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