Salesforce.com gilt als Krisengewinner

Mittwoch, 27. Mai 2009 13:17
Salesforce.com

(IT-Times) - Der US-Softwarespezialist Salesforce.com (NYSE: CRM, WKN: A0B87V) konnte im vergangenen Quartal seine Gewinne gegenüber dem Vorjahr zwar nahezu verdoppeln, dennoch zeigten sich Marktteilnehmer enttäuscht und schickten den Salesforce-Aktienkurs kurzfristig auf Talfahrt, bevor sich die Papiere am Vortag wieder deutlich erholten.

Hintergrund war der verhaltene Umsatzausblick für das laufende Quartal. Insbesondere das Neugeschäft präsentierte sich nicht so stark wie erhofft, räumte Salesforce-Finanzchef Graham Smith im Rahmen der Pressekonferenz ein. Salesforce-Chef Marc Benioff erklärte, dass sich Geschäftsabschlüsse verzögerten und Neukunden kleinere Verträge abschließen würden. Bestehende Kunden würden zwar an ihren Verträgen festhalten, jedoch keine zusätzlichen Features in Anspruch nehmen, so der Manager.

Damit bekommt auch der bislang vom Wachstum verwöhnte Softwareneuling die Wirtschaftskrise zu spüren. Firmenkunden jeglicher Branche setzten inzwischen auch bei IT-Budgets und insbesondere bei Softwareausgaben den Rotstift an.

Konjunkturkrise beschleunigt Wechsel auf Cloud Computing
Insgesamt dürfte die aktuelle Entwicklung in der Wirtschaft Salesforce.com eher entgegenkommen. Laut einer McKinsey & Company Studie bieten Cloud Computing-Lösungen wie sie Salesforce.com offeriert, vor allem kleinen und mittelständischen Firmenkunden gute Möglichkeiten, Kosteneinsparungen zu realisieren. Allerdings warnen die Marktforscher auch vor dem Hype, der im Zusammenhang mit Cloud Computing generiert wird. Die Kosteneinsparungen sollten nicht überbewertet werden und könnten geringer ausfallen als allgemein angenommen, meinen die McKinsey-Experten.

Tatsächlich bietet Cloud Computing heute Lösungen, die in der Vergangenheit nicht zur Verfügung standen. Nachdem mehr und mehr Firmen über einen schnellen Breitbandzugang verfügen, können Anwendungen heute remote aufgerufen und gewartet werden. Dies geht mit einer Zeit- und Kostenersparnis bei Firmen einher, die sich um die Wartung von Software nicht mehr kümmern müssen.

Trotz Wirtschaftskrise könnte Cloud Computing im laufenden Jahr der Durchbruch gelingen. Die Marktforscher aus dem Hause Gartner Research rechnen damit, dass der Markt für Cloud-basierte Software trotz weltweiter Rezession in 2009 um 22 Prozent auf 8,0 Mrd. US-Dollar zulegen wird…

Kurzportrait

Salesforce.com, gegründet im Februar 1999 und ansässig in San Francisco, sieht sich selbst als führender Anbieter von Kunden-Management-Lösungen (Customer Relationship Management). Das Unternehmen bietet so gehostete CRM-Lösungen an, welche als vergleichsweise kostengünstiger gelten, als traditionelle Kunden-Management-Lösungen. Der Service der Gesellschaft kann sowohl von einem herkömmlichen PC, als auch von Handys oder Handheld-Computern aufgerufen werden

Die von Salesforce.com angebotene Software soll es Firmenkunden ermöglichen, Kundendaten effektiv zu sammeln und für Marketingzwecke bzw. zur Vertriebsoptimierung zu nutzen. Salesforce.com erzielt seine Umsätze im Wesentlichen aus zwei Einnahmequellen: Abo-Dienste und weiterreichenden Support. Nutzer der Web-basierten Software zahlen an die Gesellschaft Abo-Gebühren, um Zugang zu den On-Demand-Services von Salesforce.com in Anspruch zu nehmen.

Insgesamt bietet Salesforce.com drei verschiedene Produktpakete an, welche auf verschiedene Anforderungen der Unternehmen zugeschnitten sind. So ist die Enterprise-Edition vornehmlich auf große Gesellschaften zugeschnitten und verfügt damit über weit reichende Features, während die Professional-Edition vor allem auf mittlere und kleine Firmenkunden zugeschnitten ist. Die Team-Edition zielt hingegen vornehmlich auf kleine Unternehmen ab. Zu den Kunden von Salesforce.com zählen neben Cisco und Dell auch der Medienkonzern Time Warner, DuPont sowie Nokia, Merrill Lynch und Wachovia. Insgesamt betreut das Unternehmen derzeit mehr als 800.000 Abonnenten und knapp 60.000 Firmenkunden.

Im Dezember 2000 gründete das Unternehmen gemeinsam mit dem japanischen Unternehmen SunBridge das Joint Venture Kabushiki Kaisha Salesforce.com, wobei Salesforce.com zuletzt 67 Prozent der Anteile an dem Joint Venture hielt. Mitte 2007 ging das Unternehmen eine umfangreiche Kooperation mit dem US-Suchmaschinenspezialisten Google ein. Firmengründer und CEO Marc Benioff hielt in der Vergangenheit etwa 30 Prozent der Anteile an Salesforce.com.

Zahlen

Für das vergangene Aprilquartal meldet Salesforce.com einen Umsatzanstieg um 23 Prozent auf 305 Mio. US-Dollar. Entsprechend erhöhte sich auch der Nettogewinn von 9,56 Mio. Dollar auf 18,44 Mio. Dollar. Der Gewinn je Aktie legte um 88 Prozent auf 15 Cent zu (Vorjahr: 14 Cent). Damit übertraf Salesforce.com die Analystenerwartungen um einen Cent.

Es wurde ein operativer Cash-Flow von 98 Mio. Dollar gemeldet, dies entspricht einem Zuwachs um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Im Bereich Subscription and Support stieg der Umsatz um 25 Prozent auf 281,8 Mio. Dollar. Die Einheit Professional Services trug 23,1 Mio. Dollar zum Umsatz bei, ein Plus von vier Prozent gegenüber 2008. Salesforce.com erhöhte die Nettokundenzahl im ersten Quartal 2009 um 3.900 auf nunmehr 59.300 Firmenkunden.

Markt und Wettbewerb

Meldung gespeichert unter: Salesforce.com

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