Salesforce.com erschließt sich neue Märkte

Mittwoch, 28. Mai 2008 13:18
Salesforce.com

(IT-Times) Der US-Softwarespezialist Salesforce.com (NYSE: CRM, WKN: A0B87V) ist derzeit auf der Überholspur. Zum zweiten Mal in Folge hebt das Unternehmen trotz US-Kreditkrise seine Prognosen für das laufende Jahr an. Das Unternehmen ist auf einem gutem Weg, im laufenden Geschäftsjahr die Umsatzmarke von einer Mrd. Dollar zu überschreiten.

Das Geschäft läuft derzeit rund beim Anbieter von Kunden-Management-Software, der bereits frühzeitig auf das Software-as-a-Service (SaaS) Konzept gesetzt hatte. Das Unternehmen sieht sich heute als Speerspitze einer Bewegung, welche die Softwarebranche als solches umkrempeln könnte. Vorbei scheint die Zeit, als Firmen Softwarelizenzen im großen Stil ordern mussten. Durch SaaS sollen Firmen Zeit und Kosten sparen, da die kostenintensive Betreuung der Systeme durch Administratoren entfällt. Bei diesem Geschäftsmodell wird die Software als Web-basierte Dienstleistung auf Nachfrage (On-Demand) angeboten und ist somit jederzeit verfügbar.

Das Konzept scheint aufzugehen. Die Kunden wechseln scheinbar in Scharen zu Salesforce.com, wie die jüngsten Beispiele zeigen. Besonders der bisherige Branchenprimus Siebel Systems bekommt dies zu spüren. Das von Oracle übernommene US-Softwarehaus musste zuletzt zusehen, wie wichtige Großkunden wie Nippon Telephone and Telegraph (NTT), Merrill Lynch, Cisco Systems und Symantec zu Salesforce.com wechselten.

Zukunftsmarkt Platform-as-a-Service
Doch Salesforce.com will sich mit dem bisher Erreichten keinesfalls zufrieden geben. Unternehmensgründer Marc Benioff hat bereits eine neue Vision, wie sich das Unternehmen neue Märkte erschließen kann. Salesforce.com will in den nächsten zehn Jahren nicht nur neue Anwendungen entwickeln, sondern auch gleich die ganze Infrastruktur samt Entwicklungsumgebung zur Verfügung stellen.

Dadurch sollen Firmen und Softwareentwickler nicht mehr länger auf Visual Basic, Lotus Notes oder SQL Server oder Web Logic angewiesen sein, sondern auf die die Platform-as-a-Service Lösung Force.com setzen. Derzeit gibt Salesforce.com mehr als 100 Mio. US-Dollar jährlich aus, um die Infrastruktur zu verbessern, um Firmen diese Ausgaben zu ersparen.

Salesforce.com begibt sich damit auf den gleichen Weg wie Google mit seinem Produkt Google App Engine und erschließt sich gleichzeitig ein weiteres Marktsegment, dass nach Analystenmeinung deutlich größer ist, als das bisherige Kerngeschäft CRM-Software...

Kurzportrait

Salesforce.com, gegründet im Februar 1999 und ansässig in San Francisco, sieht sich selbst als führender Anbieter von Kunden-Management-Lösungen (Customer Relationship Management). Das Unternehmen bietet so Gehostete CRM-Lösungen an, welche als vergleichsweise kostengünstiger gelten, als traditionelle Kunden-Management-Lösungen. Der Service der Gesellschaft kann sowohl von einem herkömmlichen PC, als auch von Handys oder Handheld-Computern aufgerufen werden

Die von Salesforce.com angebotene Software soll es Firmenkunden ermöglichen, Kundendaten effektiv zu sammeln und für Marketingzwecke bzw. zur Vertriebsoptimierung zu nutzen. Salesforce.com erzielt seine Umsätze im Wesentlichen aus zwei Einnahmequellen: Abo-Dienste und weiterreichenden Support. Nutzer der Web-basierten Software zahlen an die Gesellschaft Abo-Gebühren, um Zugang zu den On-Demand-Services von Salesforce.com in Anspruch zu nehmen.

Insgesamt bietet Salesforce.com drei verschiedene Produktpakete an, welche auf verschiedene Anforderungen der Unternehmen zugeschnitten sind. So ist die Enterprise-Edition vornehmlich auf große Gesellschaften zugeschnitten und verfügt damit über weit reichende Features, während die Professional-Edition vor allem auf mittlere und kleine Firmenkunden zugeschnitten ist. Die Team-Edition zielt hingegen vornehmlich auf kleine Unternehmen ab. Zu den Kunden von Salesforce.com zählen neben Cisco und Dell auch der Medienkonzern Time Warner, DuPont sowie Nokia, Merrill Lynch und Wachovia. Insgesamt betreut das Unternehmen derzeit mehr als 800.000 Abonnenten und über 40.000 Firmenkunden.

Im Dezember 2000 gründete das Unternehmen gemeinsam mit dem japanischen Unternehmen SunBridge das Joint Venture Kabushiki Kaisha Salesforce.com, wobei Salesforce.com zuletzt 67 Prozent der Anteile an dem Joint Venture hielt. Mitte 2007 ging das Unternehmen eine umfangreiche Kooperation mit dem US-Suchmaschinenspezialisten Google ein. Firmengründer und CEO Marc Benioff hielt in der Vergangenheit etwa 30 Prozent der Anteile an Salesforce.com.

Zahlen

Für das vergangene Aprilquartal meldete Salesforce.com einen Umsatzsprung auf 247,6 Mio. US-Dollar, was einem Zuwachs von 52 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dabei erwirtschaftete das Unternehmen einen Nettogewinn von 9,6 Mio. US-Dollar oder acht US-Cent je Aktie, nachdem im Jahr vorher lediglich ein Plus von 730.000 Dollar oder ein US-Cent je Aktie zu Buche stand.

Analysten hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 235 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von sieben US-Cent je Aktie gerechnet.

Die Zahl der Nettokunden stieg im jüngsten Quartal um weitere 2.600 Kunden auf nunmehr 43.600. Gleichzeitig kletterte der Cashflow aus dem operativen Geschäft um 128 Prozent auf 84 Mio. Dollar. Die Barreserven kletterten um 303 Mio. Dollar gegenüber dem Vorjahr auf nunmehr 751 Mio. Dollar.

Markt und Wettbewerb

Meldung gespeichert unter: Salesforce.com

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