Research In Motion muss sich in 2011 neu erfinden

Dienstag, 28. Dezember 2010 13:39
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(IT-Times) - Der kanadische BlackBerry-Hersteller Research In Motion (Nasdaq: RIMM, WKN: 909607) kämpft weiter um seine Chance im Smartphone-Markt. Bedingt durch eine hohe Nachfrage in Schwellenländern und nachdem neuen BlackBerry Torch konnten die Kanadier ihren Geräte-Absatz um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern.

Marktanteil der Kanadier weiter rückläufig
Dennoch entwickelte sich der RIM-Marktanteil im weltweiten Smartphone-Markt im dritten Quartal weiter rückläufig. Nachdem die Kanadier im Vorjahr noch auf einen Marktanteil von 20,7 Prozent kamen, brach der RIM-Marktanteil zuletzt auf 14,8 Prozent ein (Quelle: Gartner). Hintergrund ist der Vormarsch von Apple und vor allem Android-Geräten, die RIM zunehmend den Rang ablaufen. Apple konnte beispielsweise seinen Geräte-Absatz um 90 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern. Android dürfte im Jahr 2011 zum weltweit führenden Betriebssystem bei Smartphones aufsteigen, glauben Marktforscher.

Die Analysten der Deutschen Bank sehen trotz der positiven Ansätze bei RIM noch viele Fragen offen. Zwar sehe das neue Betriebssystem QNX vielversprechend aus, jedoch bleibt abzuwarten, welche Funktionen das neue System ermögliche und vor allem wie der Stromverbrauch aussehe, so die Deutsch Banker. Die Kanadier müssen belegen, dass QNX auch die Konsumenten begeistern kann, heißt es.

Kommt QNX und der Tablet PC Playbook zu spät?
Doch genau hier scheint RIM einen zeitlich und technologisch bedingten Nachteil zu haben. Marktbeobachter erwarten, dass Google im ersten Quartal nochmals nachlegen und mit Honeycomb die nächste Android-Betriebssystemversion ins Rennen schicken wird. Android gilt neben Apple inzwischen als eines der Hauptprobleme der Kanadier.

Der Erfolg des Android-basierten Galaxy S aus dem Hause Samsung zeigt, dass Android erwachsen geworden ist und langsam aber sicher auch den Business-Bereich erobert, einen Bereich, den RIM lange Zeit dominierte. Aber auch bei den Anwendungen hinken die Kanadier hinterher. Während im Apple App Store mehrere hunderttausend Apps auf den Kunden warten, waren im RIM App Store zuletzt gerade einmal etwas mehr als 16.000 Apps zu finden.

Die Kanadier werden sich also in 2011 kräftig anstrengen müssen, wollen sie gegen die Armada von Android-Geräten bestehen. Ob der geplante Tablet PC Playbook daran was ändern wird, muss sich erst noch zeigen. RIM braucht jedenfalls einen neuen Kassenschlager wie seinerzeit den BlackBerry, ansonsten droht das Unternehmen in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden...

Kurzportrait

Die im Jahre 1984 in Waterloo/Kanada gegründete Research In Motion (RIM) gilt heute als einer der führenden Anbieter von Smartphones. Das im kanadischen Ontario ansässige Unternehmen konnte sich durch seinen Email-Pushservice BlackBerry einen Namen nicht nur in Nordamerika machen. Mit dem BlackBerry können Nutzer an einen beliebigen Ort Emails empfangen, bearbeiten und versenden. RIMs kleines Kommunikationswunder wird derzeit bereits von mehr als 50 Millionen Kunden in über 150 Ländern weltweit eingesetzt. Durch neue Produkte (BlackBerry Storm, BlackBerry Bold, BlackBerry Pearl Flip) will das Unternehmen auch von neuen und schnellen Mobilfunknetzstandards profitieren und seine Marktposition entsprechend sichern. So brachte das Unternehmen mit dem BlackBerryStorm im Jahr 2008 sein erstes Touchscreen-Smartphone auf den Markt.

Nach der Expansion in europäische und asiatisch-pazifische Märkte, will das Unternehmen vor allem in China und Indien weiter wachsen. Durch ein Abkommen mit der ägyptischen Orascom Holdings ist RIM auch in den Märkten des Mittleren Ostens präsent. Durch Kooperationen mit zahlreichen ausländischen Carrier-Partnern geht die Internationalisierung weiter. Im Mittelpunkt der Expansionsbemühungen standen zuletzt nicht nur Europa, sondern auch Asien und der Mittlere Osten. Im Frühjahr 2006 verstärkten sich die Kanadier durch die Übernahme des kalifornischen Softwarespezialisten Ascendent Systems. Anfang 2009 schloss RIM die Übernahme des kanadischen Spezialisten Chalk Media ab. Im März 2009 übernahm RIM den kanadischen Sicherheitsspezialisten Certicom. Mitte 2010 schluckte RIM von Harman International die Betriebssystem-Einheit QNX Software Systems, später folgte die Übernahe des Documents To Go Entwicklers DataViz. Zudem wurde Ende 2010 die schwedische The Astonishing Tribe (TAT) übernommen.

Neben dem Handheld-Computer BlackBerry bietet das Unternehmen aber auch PC-Steckkarten für Laptops und PDAs an. Entsprechende Softwarelösungen rund um die angebotene Hardware ergänzen das Produktportfolio der Kanadier. RIM vertreibt seine Produkte sowohl direkt an Herstellerfirmen, als auch über ein Händlernetz und Carrier wie Hutchison Telecommunications, Cingular und Motient. Zu den namhaften Vertriebspartnern zählen neben AT&T Wireless, auch T-Mobile, Vodafone und Sprint Nextel. Zu den Kunden der Kanadier zählen darüber hinaus Technologiefirmen wie AT&T, Dell, Intel, Panasonic und IBM. Das RIM-Führungsduo bestehend aus Jim Balsillie und Mike Lazaridis hielt zuletzt noch eine Minderheitsbeteiligung an der Gesellschaft.

Zahlen

Für das vergangene dritte Fiskalquartal meldet RIM einen Umsatzanstieg um 40 Prozent auf 5,49 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 4,62 Mrd. Dollar in der Vorjahresperiode. Der Verkauf von Endgeräten steuerte im jüngsten Quartal 82 Prozent des Umsatzes bei.

Dabei konnte der BlackBerry-Hersteller seinen Nettogewinn auf 911,1 Mio. Dollar oder 1,74 Dollar je Aktie steigern, ein Plus von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als das Unternehmen einen Profit von 796,7 Mio. Dollar oder 1,46 Dollar je Aktie einfahren konnte.

Mit den vorgelegten Zahlen konnte RIM die Markterwartungen der Analysten übertreffen, diese hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 5,40 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 1,65 Dollar je Aktie gerechnet.

Die Kanadier brachten im jüngsten Quartal 14,2 Millionen BlackBerry Smartphones zur Auslieferung, was ein Zuwachs von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Insgesamt kamen im jüngsten Quartal unter dem Strich 5,1 Millionen BlackBerry-Abonnenten hinzu, wodurch sich die Zahl der BlackBerry-Kunden auf mehr als 55 Millionen Abonnenten summierte.

Der Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit summierte sich im jüngsten Quartal auf 975 Mio. Dollar. Die Barreserven legten um weitere 446 Mio. Dollar auf nunmehr 2,5 Mrd. US-Dollar zu.

Meldung gespeichert unter: BlackBerry

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