Research In Motion bleibt in der Defensive - Hoffnungsträger BlackBerry OS 6

Montag, 28. Juni 2010 12:31
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(IT-Times) - Der kanadische Smartphone-Hersteller Research In Motion (Nasdaq: RIMM, WKN: 909607) konnte zwar im jüngsten Quartal mit 11,2 Millionen BlackBerrys um 43 Prozent mehr Geräte verkaufen, als im Vorjahreszeitraum, dennoch verfehlte das Unternehmen die Umsatzerwartungen der Analysten deutlich. Infolge dessen tauchten RIM-Aktien um knapp elf Prozent ab und markierten ein neues Jahrestief bei knapp über 52 US-Dollar.

Ursächlich für die schwachen Umsatzzahlen war der anhaltende Preisdruck in der Branche. Der intensive Wettbewerb im Markt zwingt die einzelnen Kontrahenten zu Preiszugeständnissen und zu erschwinglichen Geräten - so auch die Kanadier. Der durchschnittliche Verkaufspreis für BlackBerry-Geräte fiel im jüngsten Quartal dann auch auf 299 US-Dollar, nach 311 Dollar im Quartal vorher.

Und noch scheint kein Ende der Preisspirale nach unten in Sicht. Vielmehr leisten die Geräte bei gleichem Preis immer mehr. Bestes Beispiel ist das neue iPhone 4 aus dem Hause Apple. Der RIM-Konkurrent hat mit seinem neuen Gerät wieder einmal vor und damit die Latte für die Konkurrenten sehr hoch gelegt.

BlackBerry OS 6 soll den Befreiungsschlag bringen
RIM Co-Chef Jim Balsillie gibt sich dennoch optimistisch, der Konkurrenz gewachsen zu sein. Noch in diesem Quartal bzw. Anfang des dritten Quartals wollen die Kanadier zwei neue BlackBerry-Modelle ins Rennen schicken. Zusammen mit dem überarbeiteten BlackBerry-Betriebssystem BlackBerry OS 6 und einem neuen schnellen Web-Browser hoffen die Kanadier auf einen Upgrade-Zyklus in den Unternehmen, der rund um den gesamten Globus geht.

Balsilies Optimismus beruht auf das jüngste Verhalten von Firmenkunden, die zwar alternative Smartphone-Plattformen erwogen und getestet haben, sich aber dann doch wieder für RIM entschieden haben. Insgesamt will das Unternehmen das Wachstum im zweiten Halbjahr des Jahres wieder beschleunigen, was nicht zuletzt vom Erfolg neuer Produkte abhängen dürfte.

Doch ob der Erfolg bei Geschäftskunden RIMs Wachstum weiter beflügeln wird, bleibt abzuwarten. In den vergangenen Jahren versuchten die Kanadier auch bei Privatverbrauchern zu punkten, was zunächst auch ansatzweise gelang. Sollte dieses Wachstum ausbleiben, etwa weil sich Privatkunden für das schicke iPhone 4 von Apple entscheiden, dürften verfehlte Umsatzziele weiterhin an der Tagesordnung sein…

Kurzportrait

Die im Jahre 1984 in Waterloo/Kanada gegründete Research In Motion (RIM) gilt heute als einer der führenden Anbieter von Smartphones. Das im kanadischen Ontario ansässige Unternehmen konnte sich durch seinen Email-Pushservice BlackBerry einen Namen nicht nur in Nordamerika machen. Mit dem BlackBerry können Nutzer an einen beliebigen Ort Emails empfangen, bearbeiten und versenden. RIMs kleines Kommunikationswunder wird derzeit bereits von rund 46 Millionen Kunden in über 150 Ländern weltweit eingesetzt. Durch neue Produkte (BlackBerry Storm, BlackBerry Bold, BlackBerry Pearl Flip) will das Unternehmen auch von neuen und schnellen Mobilfunknetzstandards profitieren und seine Marktposition entsprechend sichern. So brachte das Unternehmen mit dem BlackBerryStorm im Jahr 2008 sein erstes Touchscreen-Smartphone auf den Markt.

Nach der Expansion in europäische und asiatisch-pazifische Märkte, will das Unternehmen vor allem in China und Indien weiter wachsen. Durch ein Abkommen mit der ägyptischen Orascom Holdings ist RIM auch in den Märkten des Mittleren Ostens präsent. Durch Kooperationen mit zahlreichen ausländischen Carrier-Partnern geht die Internationalisierung weiter. Im Mittelpunkt der Expansionsbemühungen standen zuletzt nicht nur Europa, sondern auch Asien und der Mittlere Osten. Im Frühjahr 2006 verstärkten sich die Kanadier durch die Übernahme des kalifornischen Softwarespezialisten Ascendent Systems. Anfang 2009 schloss RIM die Übernahme des kanadischen Spezialisten Chalk Media ab. Im März 2009 übernahm RIM den kanadischen Sicherheitsspezialisten Certicom. Mitte 2010 schluckte RIM von Harman International die Betriebssystem-Einheit QNX Software Systems.

Neben dem Handheld-Computer BlackBerry bietet das Unternehmen aber auch PC-Steckkarten für Laptops und PDAs an. Entsprechende Softwarelösungen rund um die angebotene Hardware ergänzen das Produktportfolio der Kanadier. RIM vertreibt seine Produkte sowohl direkt an Herstellerfirmen, als auch über ein Händlernetz und Carrier wie Hutchison Telecommunications, Cingular und Motient. Zu den namhaften Vertriebspartnern zählen neben AT&T Wireless, auch T-Mobile, Vodafone und Sprint Nextel. Zu den Kunden der Kanadier zählen darüber hinaus Technologiefirmen wie AT&T, Dell, Intel, Panasonic und IBM. Das RIM-Führungsduo bestehend aus Jim Balsillie und Mike Lazaridis hielt zuletzt noch eine Minderheitsbeteiligung an der Gesellschaft.

Zahlen

Für das vergangene Maiquartal meldet RIM einen Umsatzanstieg um 24 Prozent auf 4,24 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn kletterte um 20 Prozent auf 768,9 Mio. Dollar oder 1,38 Dollar je Aktie, nach einem Profit von 643 Mio. Dollar oder 1,12 Dollar je Aktie in der Vorjahresperiode.

Mit den vorgelegten Zahlen blieb RIM hinter den Umsatzerwartungen des Marktes zurück. Analysten hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 4,35 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 1,34 Dollar je Aktie gerechnet.

79 Prozent der Erlöse erzielte RIM durch den Verkauf von Hardware-Geräten, 16 Prozent steuerte das Servicegeschäft bei. Weitere zwei Prozent der Erlöse generierte RIM durch Software. Insgesamt konnte RIM im jüngsten Quartal netto 4,9 Millionen neue BlackBerry-Abonnenten begrüßen. Die Gesamtzahl der BlackBerry-Abonnenten summierte sich zum Quartalsende auf 46 Millionen Abonnenten. RIM brachte im jüngsten Quartal 11,2 Millionen Geräte zur Auslieferung, darunter den 100 millionsten BlackBerry.

Nachdem RIM im jüngsten Quartal einen positiven operativen Cashflow von 1,12 Mrd. Dollar generieren konnte, summierten sich die Barreserven zum Quartalsende auf 3,27 Mrd. Dollar.

Meldung gespeichert unter: BlackBerry

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