ReneSola: Preisverfall bei Solar-Wafern bringt chinesischen Anbieter in Bedrängnis

Mittwoch, 14. September 2011 13:39
ReneSola

(IT-Times) - Nachdem die Preise für Solar-Wafer und Solarmodule kräftig einbrachen, kamen auch die Aktien des chinesischen Solar-Wafer- und Modulherstellers ReneSola (NYSE: SOL, WKN: A0NBAR) kräftig unter die Räder. Die Papiere wurden zuletzt nur noch bei knapp 3,0 US-Dollar und damit nahe dem Jahrestief gehandelt.

Weiterer Preisverfall bei Solar-Wafern erwartet
In der Industrie geht nach der Insolvenz von Evergreen Solar und Solyndra die Angst um, dass weitere Pleiten unter den Solarherstellern folgen könnten, zumal sich die Preisspirale zuletzt weiter nach unten zu drehen scheint. Die Marktpreise für 6-Zoll Solar-Wafer bewegten sich zuletzt bei 1,95 Dollar pro Einheit, jedoch erwarten Industrieexperten einen weiteren Preissturz im Oktober auf dann 1,80 bis 1,85 Euro pro Einheit.

Trotz der schwierigen Situation glauben ReneSola und dessen CEO Xianshou Li weiter an das Unternehmen. Ende August hatte ReneSola ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 100 Mio. US-Dollar aufgelegt. In dessen Rahmen wurden bislang 645.424 ReneSola ADS-Anteile zurückgekauft. Separat kaufte CEO Xianshou Li 1,07 Millionen Anteile zurück, so dass insgesamt rund 1,71 Millionen Anteile vom Markt genommen wurden.

Zuvor hatten schwache Quartalszahlen den Aktienkurs weiter unter Druck gesetzt. Der massive Preisverfall bei Solarprodukten hatte den Nettogewinn bei ReneSola um 95 einbrechen lassen. Mit einem Gewinn von zwei Cent je Aktie blieb das Unternehmen deutlich hinter den Schätzungen der Wall Street (16 US-Cent je Aktie) zurück.

Produktion von neuen Virtus Solar-Wafern soll noch in diesem Jahr anlaufen
Wenngleich ReneSola zuletzt in das Geschäft mit Solarmodulen expandierte, steuerte das Geschäft mit Solar-Wafern weiterhin den Großteil zum Gesamtumsatz bei. Allerdings sanken zuletzt die Wafer-Auslieferzahlen, was zum Teil auf die Umstellung auf die neue Virtus Wafer-Generation zurückzuführen ist - die Produktion dieser neuen Wafer-Generation soll noch in diesem Jahr anlaufen.

Von dieser Umstellung erhofft sich ReneSola dann wieder Rückenwind, genauso wie von der Polysilizium-Produktion im eigenen Haus. Zwar sitzt ReneSola auf Barreserven von 480 Mio. Dollar, allerdings summierten sich die Schulden zuletzt auf 560 Mio. Dollar. Sollte ReneSola deutlich in die roten Zahlen rutschen, könnte die Bedienung der Zinszahlungen in Gefahr geraten, was das Unternehmen existentiell gefährden könnte.

Kurzportrait
Die im Jahre 2006 gegründete und im chinesischen Jiashan ansässige ReneSola ist einer der größten Hersteller von Solar-Wafer in China. ReneSola bietet sowohl mono- als auch multikristalline Solar-Wafer in verschiedenen Größen an. Daneben fungiert ReneSola aber auch als Projektentwickler.

Daneben bietet das Unternehmen auch Ingots und Wafer-Verarbeitungsservices für Firmenkunden an. Die Fertigung von Solar-Wafern erfolgt für gewöhnlich in zwei Schritten. Zunächst werden monokristalline Ingots im Rahmen chemischer Prozesse produziert. Anschließend werden die produzierten Ingots durch spezielle Maschinen zu mono- und multikristalline Solar-Wafern verarbeitet. Nach einem speziellen Reinigungsverfahren werden die fertigen Solar-Wafer noch Qualitätstests unterzogen, bevor sie verpackt und zu den Kunden ausgeliefert werden.

Zu den Top-Kunden von ReneSola zählen unter anderem MEMC Singapore Ptd, JA Solar, die deutsche Q-Cells AG, sowie Jetion, Suntech Power, Canadian Solar und die deutsche Schott Solar AG.

Im Dezember 2008 trennte sich ReneSola von seiner 49%igen Beteiligung an dem Spezialisten Linzhou Zhongsheng Semiconductor Silicon Material. Im Mai 2009 übernahm ReneSola 100 Prozent der Anteile an dem Solarspezialisten Wuxi Jiacheng Solar Energy Technology Co (JC Solar). Durch die Übernahme von JC Solar erweiterte ReneSola sein Produktspektrum signifikant. JC Solar, ansässig in Yixing in der chinesischen Provinz Jiangsu, fertigt sowohl Solarzellen als Solarmodule. JC Solar ist noch vergleichsweise jung und hat erst im Oktober 2008 seine Zellproduktion aufgenommen. Die Produktionskapazitäten im Modulbereich sollen in 2011 auf 600 Megawatt ausgebaut werden. Zudem will ReneSola in 2011 die Polysilizium-Produktion im eigenen Haus auf 3.500 Metric-Tonnen erhöhen. Die Produktionskapazitäten im Bereich Solar-Wafer sollen auf 1,9 Gigawatt erhöht werden.

Mitte 2009 erhielt ReneSola die exklusiven Rechte zur Entwicklung eines 150-Megawatt Solarprojekts in in Wuzhong. Die 100%ige ReneSola-Tochter Zhejiang Yuhui Solar Energy Source Co Ltd wird in diesem Zusammenhang rund 4,8 Mrd. Renminbi (RMB) bzw. rund 706 Mio. US-Dollar investieren.

Zahlen
ReneSola erzielte im zweiten Quartal 2011 einen Umsatz von 249,3 Mio. US-Dollar, der damit im Quartalsvergleich um 1,8 Prozent sank (2010: 253,9 Mio. Euro). Auch die Bruttomarge fiel im Quartalsvergleich auf 18,4 Prozent, gegenüber 30,2 Prozent in 2010.

Meldung gespeichert unter: ReneSola

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