Red Hat nimmt 3-Milliarden-Umsatzmarke ins Visier

Linux-Software

Freitag, 28. September 2012 14:02
Red Hat

(IT-Times) - Die Aktien des weltgrößten Linux-Distributors Red Hat präsentierten sich zuletzt deutlich fester, nachdem das Unternehmen abermals mit soliden Wachstumszahlen aufwarten konnte. Zwar wurden die Gewinnerwartungen leicht verfehlt, insgesamt konnte Red Hat seinen Wachstumskurs weiter fortsetzen.

Der Softwarespezialist konnte seinen Umsatz trotz wirtschaftlich schwieriger Bedingungen um rund 20 Prozent auf konstanter Währungsbasis steigern. Dies soll auch in Zukunft so bleiben, so Red Hat CEO Jim Whitehurst. Das aktuelle Wirtschaftsumfeld sei gut für Linux-Anbieter wie Red Hat. Nachdem die IT-Budgets zunehmend knapper werden, würden einfache Kosteneinsparungen wie sie Red Hat mit seinen Produkten anbietet in diesem Markt gut funktionieren, so der Manager im Interview mit TheStreet.com.

Umsatz soll jährlich weiter um 20 Prozent zulegen
Erst im vergangenen Jahr hatte Red Hat (NYSE: RHT, WKN: 923989) die Jahresumsatzmarke von einer Milliarde US-Dollar erstmals deutlich überschritten, nunmehr visiert das Unternehmen die 3-Milliarden-Umsatzmarke an. Dieses Ziel soll in den nächsten fünf Jahren erreicht werden. Um dieses Ziel zu erreichen, müsste Red Hat jährlich um mehr als 20 Prozent wachsen.

Mit rein organischem Wachstum dürfte dieses Ziel wohl nicht zu erreichen sein, so dass Red Hat wohl weiter zukaufen wird. Bilanztechnisch ist dies für Red Hat auch kein Problem, sitzt das Unternehmen auf Barreserven von 1,36 Mrd. US-Dollar.

Red Hat verstärkt sich durch gezielte Zukäufe
Erst jüngst hatte sich Red Hat mit zwei Übernahmen verstärkt. Ende August wurde die Übernahme von Polymita abgeschlossen. Bei Polymita Technologies handelt es sich um einen Anbieter von Business Process Management (BPM) Technik, wodurch Red Hat seine JBoss Enterprise Middleware weiter ausbauen will.

Anfang September wurde die Übernahme von FuseSource abgeschlossen. FuseSource ist ein Open-Source Spezialist und Messaging-Anbieter, dessen Produkte die Auslieferung von integrierten Anwendungen an Firmenkunden beschleunigen soll. Bereits im Vorjahr übernahm Red Hat den Spezialisten Gluster für 136 Mio. US-Dollar, einen Spezialisten im Bereich Open Source Speicherlösungen. Von Gluster erhofft sich Red Hat in den kommenden 12 Monaten materielle Umsatzbeiträge und natürlich weiteres Wachstum.

Kurzportrait

Die im Jahre 1994 von Bob Young und Marc Ewing gegründete Red Hat stieg innerhalb kurzer Zeit zum weltweit führenden Linux-Distributor auf. Verzeichnete die Linux-Gemeinde Anfang der 90er Jahre noch 1,5 Mio. Nutzer, kletterte die Zahl der Linux-Anhänger zur Jahrtausendwende auf weit mehr als 15 Mio. Linux-Anwender weltweit. Das Unternehmen vermarktet eine kommerzielle Version des frei verfügbaren Betriebssystems Linux, wobei das Unternehmen insbesondere über den zur Verfügung gestellten Support und Service Einnahmen erwirtschaftet. Das Geschäftsmodell basiert auf den Open-Source-Gedanken, wobei die freie Verfügbarkeit des Systems für Entwickler und Programmierer zur Verbesserung der Software beitragen soll. Schnelle und maßstabsetzende Innovationen sollen die Folge dieser Strategie sein.

Die Internet-Plattform rund um das Red Hat Network spielt im Zusammenhang mit dem Vertrieb eine tragende Rolle. Etwa ein Drittel der Bestellungen werden nach Red Hat-Angaben inzwischen über den Web-Store abgewickelt. So liefert das Unternehmen über das weltweite Datennetz nicht nur Updates und Patches zu seinen Produkten aus, sondern bietet auch technischen Support und andere Hilfsmittel über die Internet-Plattform an. Neben der neuesten Version von Red Hat Linux offeriert das Unternehmen auch zahlreiche Angebote für Firmenkunden. Neben Datenbank- und Management-Software stehen vor allem Serversoftware und Embedded Anwendungen für Mobilfunktelefone und Fax-Dienste im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie. Subscription-Einnahmen aus dem Vertrieb des kommerziellen Betriebssystems trugen zuletzt mehr als die Hälfte der gesamten Umsatzerlöse der Gesellschaft.

In den vergangenen Jahren ist das Unternehmen vor allem auch durch zahlreiche Übernahmen gewachsen. Nach der Übernahme des Open-Source Pionier Cygnus im Jahre 2000, folgten im selben Jahr die Übernahme von Hells Kitchen Systems, Bluecurve, WireSpeed Communications, sowie der Zukauf von C2Net. Um sein E-Commerce Softwareangebot zu ergänzen kaufte Red Hat Anfang 2001 den Anbieter Akopia auf. Später kaufte Red Hat den Speicherspezialisten Sistina Software. Im Juni 2006 übernahm Red Hat den Open-Source-Softwarehersteller JBoss. Mitte 2007 übernahm Red Hat Vermögenswerte des Integrationsspezialisten MetaMatrix. Im Frühjahr 2008 wurde der Middleware-Spezialist und IT-Berater Amentra übernommen. Später erstärkte sich Red Hat durch die Übernahme des Virtualisierungsspezialisten Qumranet. Nachdem Ende 2010 der Spezialist Makara übernommen wurde, kaufte Red Hat im Herbst 2011 den Speicherspezialisten Gluster.

Heute ist Red Hat mit Hauptsitz in Raleigh mit mehr als 55 Niederlassungen weltweit vertreten und arbeitet mit zahlreichen Technologiefirmen, darunter mit Dell Computer, Intel und vor allem mit IBM zusammen.

Zahlen

Für das vergangene zweite Fiskalquartal 2013 meldete Red Hat einen Umsatz von 322,6 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn ging dabei allerdings um 14 Prozent auf 35 Mio. US-Dollar oder 18 US-Cent je Aktie zurück, nach einem Profit von 40 Mio. Dollar oder 20 US-Cent je Aktie in der Vorjahresperiode. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte Red Hat einen Nettogewinn von 28 US-Cent je Aktie erwirtschaften und damit die Analystenerwartungen erfüllen.

Mit den vorgelegten Zahlen verfehlte Red Hat die Gewinnerwartungen der Analysten leicht. Diese hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 315 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 29 US-Cent je Aktie gerechnet. Der Grund für den Gewinnrückgang ist vor allem in den deutlich gestiegenen Kosten zu suchen. Diese legten um 23 Prozent auf 224,8 Mio. Dollar, nachdem die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, sowie für Vertrieb und Marketing und Verwaltung anzogen.

Meldung gespeichert unter: Red Hat

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