Preiskrieg setzt Seagate unter Druck

Donnerstag, 12. April 2007 00:00

(IT-Times) Die jüngste Umsatzwarnung des weltweit führenden Festplattenherstellers Seagate Technologies (NYSE: STX<STX.NYS>, WKN: 164367<SKH.FSE>) schickte den Aktienkurs um mehr als zehn Prozent in den Keller.

Das Unternehmen sieht sich derzeit einem aggressiven Preiswettbewerb mit den Rivalen Hitachi und Toshiba ausgesetzt, der zu Lasten der Gewinnmargen gehen dürfte, fürchten Analysten. Zwar hat Seagate nach eigenen Angaben zufolge keine Marktanteile im jüngsten Quartal verloren, doch Analysten wie Needham-Experte Richard Kugele gehen davon aus, dass die schwächeren Umsätze den Gewinn je Aktie im vergangenen Quartal um bis zu zehn Cent je Aktie belasten könnten.

Während das traditionelle Festplattengeschäft durch einen anhaltenden Preisdruck geprägt ist, will Seagate mit Innovationen dagegen halten. Nachdem portable Speicher, wie sie beispielsweise der Flashspeicherspezialist SanDisk anbietet, immer mehr Käufer anziehen, sieht sich auch Seagate dazu gezwungen in diesem Bereich neue Lösungen anzubieten.

Seagate setzt auf Lifestyle

Seit Jahresbeginn ist die neue FreeAgent-Produktfamilie auf den Markt. Mit dieser Produktkategorie will Seagate speziell Konsumenten ansprechen, die verstärkt Fotos, Musik und andere Inhalte zur jeder Zeit zur Hand haben möchten. Um FreeAgent handelt es sich um portable Festplatten, die über USB mit verschiedenen Computern synchronisiert werden können - sozusagen der Desktop in der Hosentasche. Die ultra-flachen und kleinen Geräte glänzen mit einem hohen Speichervolumen und sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Der FreeAgent Go Small umfasst beispielsweise 12GB an Speichervolumen und ist nicht viel größer als ein Schlüssel.

Ob die neue Strategie des Festplattengiganten aufgehen wird und die jüngsten Innovationen das Zeug zum Lifestyle-Status a la iPod haben, dürfte sich spätestens im diesjährigen Weihnachtsgeschäft zeigen.

Kurzportrait

Die im kalifornischen Scotts Valley ansässige und auf den Cayman Islands registrierte Seagate Technologies gilt als weltweit führender Festplattenhersteller. Die Laufwerke der Gesellschaft finden sich aber nicht nur in Desktop-PCs, sondern auch in Notebook-, Server-, Workstation- und Mainframe-Systeme sowie in Mobile-Computer und PDAs wieder.

Das Unternehmen vertreibt seine Produkte überwiegend direkt an OEM-Hersteller, wie Dell, EMC, Hewlett-Packard, IBM und Sun Microsystems. Daneben unterhält Seagate aber auch Schlüsselpartnerschaften mit Vertriebshändlern und Systemintegratoren auf der ganzen Welt. Das Geschäft mit OEM-Hersteller steuerte im Jahr 2005 rund 72 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Die Wirtschaftsregion rund um Nordamerika zeichnete für rund 31 Prozent der Gesamterlöse verantwortlich. Europäische Kunden trugen zuletzt 28 Prozent der Gesamtumsätze, während Asien mit 41 Prozent Geschäftsanteil für Seagate die wichtigste Wirtschaftsregion ist.

Zu den Kernprodukten des Unternehmens gehören unter anderem die Produktfamilien Cheetah, Savvio und Barracuda. Während Cheetah-Laufwerke überwiegend in E-Commerce Servern, Mainframe-Computern bzw. Super-Computern zum Einsatz kommen, ist die Savvio-Produktfamilie für den Einsatz bei großen Unternehmen konzipiert. Die U-Serie X- und Barracuda-Laufwerke sind insbesondere für den Einsatz in Desktop-Rechnern, Workstations und low-end Server bestimmt.

Ende 2005 gab Seagate die Übernahme des Rivalen Maxtor für rund 1,9 Mrd. US-Dollar bekannt. Seagate schluckte damit die Nummer drei der Branche, womit das Unternehmen seine marktführende Position weiter ausbaut. Anfang 2006 übernahm Seagate zudem das Software-Startup Mirra.

Nach der Privatisierung im Jahr 2000, sind die US-Beteiligungsgesellschaften Silver Lake Partners und Texas Pacific Group heute mit zehn bzw. sieben Prozent an dem weltgrößten Festplattenhersteller beteiligt.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldete Seagate einen Umsatzanstieg auf 3,0 Mrd. Dollar, ein Zuwachs von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei konnte Seagate zunächst einen Nettogewinn von 236 Mio. Dollar oder 39 US-Cent je Aktie erzielen, womit der Festplattenhersteller die Erwartungen der Analysten übertreffen konnte.

An der Wall Street hatte man zunächst nur mit einem operativen Gewinn von 32 US-Cent je Aktie kalkuliert.

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