nVidias Geheimwaffe heißt Kal-El - neuer Chip soll Tablets und Smartphones erobern

Dienstag, 16. August 2011 13:03
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(IT-Times) - Die Aktien des US-Grafikchipherstellers nVidia waren zu Jahresbeginn sehr gefragt, nachdem die Hoffnung auf schnelle Gewinne in Folge des neuen Tegra-Chips den Kurs beflügelte. Inzwischen ist Ernüchterung eingekehrt, nachdem sich insbesondere Android-Tablets wie der Motorola Xoom schwer gegen den iPad 2 von Apple tun.

Zudem musste nVidia (Nasdaq: NVDA, WKN: 918422) Rückschläge einstecken, nachdem sich Apple dazu entschieden hat, künftig vermehrt auf die Grafikchips des nVidia-Konkurrenten AMD zu setzen. Nunmehr allerdings scheint sich das Blatt für nVidia aber wieder zu wenden.

nVidia kann Marktanteil steigern - Samsung setzt erstmals auf Tegra
Nicht nur, dass nVidia seinen Marktanteil im Notebook-Grafikchipmarkt im zweiten Quartal 2011 um 8,9 Prozentpunkte auf 50,6 Prozent steigern konnte, auch scheint das Tegra 2 Geschäft wieder besser in Schwung zu kommen. Nachdem bislang vor allem LG Electronics und Motorola Mobility vor allem auf den Tegra-Prozessor von nVidia setzten, hat sich auch Samsung Electronics dazu entschieden, bei seinem neuen Android-Smartphone Samsung Galaxy R auf den Tegra 2 Prozessor von nVidia zu setzen.

Diese Meldung ist umso bedeutender, bedenkt man, dass Samsung zum ersten Mal in einem seiner Telefone auf den Tegra-Prozessor setzt.

nVidias Kal-El Chips soll in Tablets und in Smartphone Einzug halten
Zudem deutete nVidia jüngst an, dass in den nächsten Monaten neue Android Tablets mit dem superschnellen Chip Kal-El auf den Markt kommen werden.

Der neue Kal-El Chip gilt als eigentliche Geheimwaffe nVidias. Kal-El ist nach nVidia-Angaben der weltweit erste Mobile Quad-Core-Chipsatz und soll um bis zu fünf Mal schneller sein, als der aktuelle Tegra 2 Prozessor. Der Chip wird HD-Videos mit einer Auflösung von 2.560x1.600 Pixel unterstützen, wobei erste Kal-El Tablet PCs schon im Herbst dieses Jahres auf dem Markt erwartet werden. Erste Smartphones mit dem Kal-El Chip sollen dann Anfang 2012 folgen.

Daneben dürfte nVidia auch als einer der Hauptnutznießer der jüngsten Übernahme von Motorola Mobility durch Google sein. Die Akquisition manifestiert die Marktstellung nVidias als einer der bevorzugten Prozessorzulieferer für Android Honeycomb basierte Tablet PCs, glaubt Raymond James Analyst Hans Mosesmann, der nVidia-Aktien zum Kauf empfiehlt.

Kurzportrait

Die im kalifornischen Santa Clara ansässige nVidia gilt neben AMD/ATI als der weltweit führende Anbieter von Grafikchips. Das Unternehmen befasst sich seit seiner Gründung mit der Entwicklung und Fertigung von 2D- und 3D-Grafikchips, welche auf verschiedenen Plattformen zum Einsatz kommen. Neben PCs, finden die Chipsätze ebenso in Spielekonsolen, Workstations, Handhelds als auch in Macintosh-Computern, sowie in Notebooks/Netbooks und Handys Verwendung. Daneben liefert nVidia auch die Grafikchips für die PlayStation 3 (PS3).

Insgesamt operiert nVidia heute aus vier Kerngeschäftsbereichen heraus: Das GPU-Geschäft, sowie das Professional Solutions Business (PSB), das Media- und Communications Processor (MCP) Geschäft und das Consumer Products Business (CPB). Das Geschäft mit Grafikprozessoren besteht mehrheitlich aus vier großen Produktfamilien: der GeForce-Reihe, der GeForce Go, der nVidia Quadro Reihe und der Tesla-Reihe. Mit Quadro2 Go brachte das Unternehmen nach eigenen Angaben nach den weltweit ersten mobilen Workstation-Chipsatz auf den Markt, welcher insbesondere für den Einsatz bei professionellen Anwendern gedacht ist. Mit der GoForce-Produkfamilie deckt nVidia den Handheld-Bereich ab, während das Unternehmen mit seiner nVidia nForce-Produktfamilie neben dem PC- und Notebook-, auch den Markt für professionelle Workstations und Server abdeckt. Mit seiner neuen Tesla-Produktreihe ist nVidia nunmehr auch im Markt für Supercomputer-Grafikchips vertreten. Mit neuen Tegra-basierten System-on-Chip Lösungen adressiert nVidia den Smartphone- und Tablet PC Markt. Mit der Ion 2-Produktreihe geht nVidia den Netbook-Markt an.

Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen mit allen wichtigen Computerherstellern weltweit zusammen. Zu den Kunden und Lizenzpartnern zählen dabei Dell, Gateway, Hewlett Packard, Sony, Toshiba, aber auch Apple und Fujitsu Siemens. Durch Kooperationen mit Systemhäusern versucht nVidia seinen Absatz weiter zu steigern und so Marktanteile zu sichern. In diesem Bereich kooperiert der Konzern unter anderem mit AOpen, Asus und Aztech. Nachdem sich nVidia im Bereich mobile Grafiklösungen durch die Übernahme von MediaQ verstärkte, kaufte das Unternehmen Ende 2005 den taiwanschen Chipspezialisten ULi Electronics. Im Herbst 2006 folgte schließlich die Übernahme des Chipentwicklers PortalPlayer. Ende 2007 übernahm nVidia die Berliner mental images. Anfang 2008 verstärkte sich nVidia durch den Kauf des PhysX-Entwicklers AGEIA Technologies sowie durch den Kauf von RaScale (Ray-Tracing). Mitte 2011 übernahm nVidia den Baseband- und RF Technikspezialisten Icera.

Zahlen

Für das vergangene Juliquartal meldet nVidia einen Umsatzanstieg um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,02 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn kletterte dabei auf 151,6 Mio. US-Dollar oder 25 US-Cent je Aktie, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von 141,0 Mio. Dollar oder 25 US-Cent je Aktie zu Buche stand.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte nVidia im jüngsten Quartal einen Nettogewinn von 32 US-Cent je Aktie realisieren und damit die Gewinnerwartungen der Wall Street übertreffen. Analysten hatten im Vorfeld nur mit einem Plus von 25 US-Cent je Anteil gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Nvidia

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