Nokia glänzt mit steigenden Margen

Freitag, 20. April 2007 00:00

(IT-Times) Der weltweit führende Mobiltelefon-Hersteller Nokia (NYSE: NOK<NOK.NAS>, WKN: 870737<NOA3.FSE>) konnte mit seinem jüngsten Quartal durchaus überzeugen. Zwar lagen die Zahlen im Rahmen der allgemeinen Erwartungen, doch die durchschnittlichen Verkaufspreise sowie wieder anziehende Bruttomargen sorgten für eine positive Überraschung.

Bruttomargen steigen im zweiten Quartal infolge

So zogen die Bruttomargen um 0,7 Prozentpunkte auf 33,1 Prozent vom Umsatz an, während sich die operative Gewinnmarge auf 13,6 Prozent summierte. Die Bruttomargen stiegen damit im zweiten Quartal infolge. Vor allem der Absatz hochwertiger bzw. teurer Premium-Geräte zog um 40 Prozent an und halt dem Unternehmen damit letztendlich seine Bruttomargen weiter zu steigern. Die drei neuen Produkte Nokia 6300, das Nokia n95 und das Nokia e65 waren demnach der Schlüssel des Erfolgs. So steht das Nokia n95 kurze Zeit nach der Markteinführung in den englischen Verkaufscharts ganz oben.

Nokia schaffte damit offenbar den Spagat, den Bedarf der Entwicklungsländer als auch der etablierten Märkte zu befriedigen, denn auch die Einstiegsprodukte Nokia 1600 und Nokia 1110 erfreuten sich nach Nokia-Angaben reger Nachfrage. Besonders positiv auf die Gewinnmargen wirkte sich demzufolge auch der Absatz von Musik-Handys aus. Im mittleren Preisbereich ist Nokia mit den beiden Modellen Nokia 5200 und 5300 am Start, deren Absatzvolumen sich im jüngsten Quartal auf nahezu fünf Mio. Einheiten verdoppelte.

Auch in China hat man zunehmend Erfolg, nachdem man sich in den letzten Jahren noch einen harten Wettbewerb mit dem Rivalen Motorola lieferte. So sei das Marktdebüt des Nokia 6300 sehr gut in China aufgenommen worden, heißt es bei Nokia. Das Nokia 5300 Musik-Handy sowie das Nokia 6300 gehören in ihrer Preisklasse zu den Verkaufsschlagern im Reich der Mitte, teilt der finnische Konzern mit.

Marktanteil soll auf 40 Prozent zulegen

Auch der Marktanteil konnte nach Unternehmensangaben stabil bei 36 Prozent gehalten werden, wobei man langfristig weiterhin das Ziel von 40 Prozent Marktanteil nicht aus den Augen verlieren will. Dies soll unter anderem durch die Einführung weiterer neuer Produkte realisiert werden. Im Einstiegsbereich will Nokia im zweiten Quartal mindestens vier neue Geräte (Nokia 1600, 1110, 2310 und das 2610) auf den Markt bringen. Auch das Nokia 3110, das 6110 und das neue Musik-Handy Nokia 5700 Xpress werden ihr Marktdebüt feiern. Große Hoffnungen hegt man dabei auf das Nokia 6110, welches mit einer umfangreichen Navigationsfunktion ausgeliefert wird. Der Markt für mobile Navigation wird immer wichtiger, wie die boomenden Absatzzahlen der GPS-Spezialisten TomTom und Garmin beweisen.

Kurzportrait

Die im Jahre 1865 gegründete und im finnischen Espoo ansässige Nokia Oyj stellte nach seiner Gründung ursprünglich Papier her. In den späteren Jahren machte sich Nokia als Hersteller von Gummistiefeln einen Namen. Erst im Jahre 1960 wandte sich Nokia den modernen Kommunikationstechniken zu. In den 80er Jahren stellte das Unternehmen dann elektronische Komponenten und ganze Computer her. Im Jahre 1987 folgte schließlich mit der Entwicklung von Mobilfunktelefonen der Durchbruch und der Beginn einer neuen Ära.

Nokia entwickelte damals das erste Mobilfunktelefon, mit dem Ziel auf Basis des GSM-Netzes ein globales mobiles Kommunikationsnetz in Europa zu schaffen. Heute ist Nokia der weltweit führende Handy-Hersteller mit einem geschätzten Marktanteil von rund 36 Prozent. Gleichzeitig ist das Unternehmen in zwei wesentliche Kerngeschäftsbereiche unterteilt: der Mobilfunksparte und der Netzwerksparte. Daneben entwickelt Nokia aber auch set-top Boxen, Satellitensysteme und Netzwerksoftware.

Die in Kalifornien ansässige Tochter Nokia Venture Partners investiert unter anderem in Startup-Unternehmen, welche sich im Wesentlichen mit Internettechnologien und Kommunikationstechniken beschäftigen. Im Frühjahr 2005 veräußerte Nokia allerdings sein mobiles Radiogeschäft an EADS für rund 116 Mio. US-Dollar.

Nokia erregte in den vergangenen Jahren auch Aufmerksamkeit durch seine Expansion im Netzwerkbereich. So erwarb der finnische Technologiekonzern in den vergangenen Jahren Beteiligungen an amerikanischen Netzwerkfirmen wie Ipsilon Networks, Aircom International, Rooftop Communications, Ramp Networks, F5 Networks und Redback Networks. Später übernahm Nokia den Softwarespezialisten Eizel Technologies. Im Jahr 2004 kaufte Nokia Lizenzen und Technologien der Freescale-Tochter Metrowerks. Im Februar übernahm Nokia schließlich den Mobilfunksoftwareanbieter Intellisync Corporation.

Gemeinsam mit Texas Instruments und STMicroelectronics will Nokia in Konkurrenz zu Qualcomm treten und den neuentwickelten CDMA-Standard CDMA 2000 1X vermarkten. Nokia setzt in seinen neu entwickelten CDMA-Chips als einziger Mobilfunkhersteller nicht auf Chips aus dem Hause Qualcomm, sondern auf Eigenentwicklungen.

Zahlen

Für das vergangene erste Quartal 2007 meldet Nokia einen Umsatzanstieg um vier Prozent auf 9,8 Mrd. Euro (13,1 Mrd. US-Dollar). Es wurde ein operativer Gewinn von 1,2 Mrd. Euro ausgewiesen, was einen Rückgang um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 1,3 Mrd. Euro darstellt. Auch der Nettogewinn konnte nicht an die Ergebnisse des Vorjahres anknüpfen. Nokia erzielte 979 Mio. Euro nach rund einer Mrd. Euro in 2006. Der (verwässerte) Gewinn je Aktie blieb gegenüber dem Vorjahr mit 25 Cent bzw. 32 US-Cent je Aktie gleich. Nokia wies einen operativen Cash Flow von 1,6 Mrd. Euro aus (2006: eine Mrd. Euro). US-Analysten hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 13,13 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 32 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Die Fertigung von Mobiltelefonen stellt weiterhin das Hauptumsatzstandbein Nokias dar. Im vergangen Quartal fing dieses jedoch an zu bröckeln, der Umsatz ging gegenüber 2006 um fünf Prozent auf 5,6 Mrd. Euro zurück. Trotzdem konnte Nokia gegenüber 2006 den Absatz um 21,4 Prozent auf 91,1 Millionen verkaufte Geräte steigern. Im Segment Multimedia legte das Unternehmen zu. Von 1,7 Mrd. Euro in 2006 wurde der Umsatz um 28 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro gesteigert. In der Einheit Enterprise Solutions erzielte Nokia einen Umsatz von 326 Mio. Euro (2006: 186 Mio. Euro). Im letzten weiteren großen Geschäftsbereich, Networks, blieb der Umsatz mit 1,6 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahr gleich.

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