Neue Chancen für mehr Tempo beim Gigabit-Ausbau

Breitbandausbau Deutschland

Mittwoch, 17. Mai 2017 16:28
VATM

Bertelsmann Stiftung rügt: Deutschland ist eines der am schlechtesten versorgten Länder in Europa – vor allem in ländlichen Gebieten

Wirtschaftsrat der CDU fordert Bundesregierung zur Einführung eines flächendeckenden Gigabit-Infrastrukturziels auf

VATM: Wettbewerb ist der beste Treiber für den Glasfaserausbau

VATM-Pressemitteilung

Köln, 17. Mai 2017. Der Regierungswechsel in Nordrhein-Westfalen bietet die Chance, die schnellere Glasfaserversorgung (FTTB/FTTH) im bevölkerungsreichsten Bundesland deutlich voranzutreiben – und damit auch für andere zum Treiber zu werden. Bei der Versorgung mit zukunftssicheren Glasfaseranschlüssen besteht in allen Bundesländern erheblicher Aufholbedarf.

„Nicht nur unsere Autobahnen, sondern auch unsere Datenautobahnen werden im Vergleich mit den Wirtschaftsstandorten im Ausland immer schlechter“, warnt VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. Selbst in der CDU sind die Vertreter der Wirtschaft besorgt. Völlig unabhängig hiervon kommt die gerade veröffentlichte  Studie der Bertelsmann Stiftung[1] „Ausbaustrategien für Breitbandnetze in Europa – Was kann Deutschland vom Ausland lernen?“ zum selben Ergebnis: Es fehlen klare Ziele und Schritte für einen Ausbau jenseits von 50 Mbit/s.

Die Studie analysiert Ursachen und Lösungsmöglichkeiten für den zu langsamen Ausbau in Deutschland. Ein Fazit: „Vectoring verlangsamt konsequenten Glasfaserausbau“ (S. 28). Eine Forderung: „Open-Access-Netze fördern“ (S 68). Hier setzt auch der Wirtschaftsrat an[2]. Der Zugang zu vorhandener passiver Infrastruktur des Marktbeherrschers müsse erleichtert werden, bloße Deregulierung bringe Deutschland nicht weiter (S.1). Obwohl dies gerade diejenigen Unternehmen verunsichere, die im Gegensatz zur Telekom bereits massiv in den Glasfaserausbau bis zum Haus investieren, werde die weitere Bevorzugung der Telekom immer noch diskutiert und finde sich als Vorschlag zum Beispiel im gerade veröffentlichten Weißbuch, so VATM-Geschäftsführer Grützner.

„Nicht knallharter Ausbauwettbewerb wie in Spanien, sondern ein verlockender Verzicht auf Regulierung und damit weniger Wettbewerb soll es, wenn es nach dem Wunsch der Telekom geht, in Deutschland richten. Die zweite Vectoring-Entscheidung hatte ihr bereits ein weitreichendes Monopol im Nahbereich der Hauptverteiler verschafft und zu einer bislang einzigartigen rechtlichen Hängepartie geführt. Weitere Unsicherheit für Investoren und Verzögerungen bei ausbauwilligen Unternehmen müssen in Deutschland unbedingt verhindert werden“, fordert Grützner.

Die Bertelsmann-Studie bringt es für das Erfolgsmodell Spanien auf den Punkt: „Zuletzt hat wiederum die Regulierung dafür gesorgt, dass Glasfaserangebote eine weitere Verbreitung erfahren“ (S. 41). Zugang zur Glasfaserinfrastruktur, zu Leerrohren und Verteilerkästen sowie Kooperationsvereinbarungen über gegenseitige Nutzung (S.39) brachte eine Versorgung von über 50 Prozent im Vergleich zu 6,6 Prozent in Deutschland. Fazit der Studie: „Mit strenger Regulierung, Bündelungsangeboten und kommunalen Engagement zum Glasfaserwunder“ (S. 40). „Auch wenn in Spanien mehr Leerrohr vorhanden ist, macht es zwingend Sinn, auch hier das Leerrohr der Telekom für den am effizientesten möglichen Glasfaserausbau zu nutzen“, unterstreicht VATM-Geschäftsführer Grützner.

Meldung gespeichert unter: Glasfaser

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