Nemetschek in unruhigem Fahrwasser - Geschäftsfeld Multimedia als Lichtblick

CAD- und Bausoftware

Mittwoch, 28. August 2013 14:26
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(IT-Times) - Der Bausoftwareanbieter Nemetschek sorgte zuletzt für Schlagzeilen. Nicht wegen sehr guter Wachstumszahlen, sondern vor allem durch Querelen an der Führungsspitze. Mehr als zehn leitende Mitarbeiter verließen in den vergangenen zwei Jahren das Unternehmen.

Jüngster Abgang ist Tanja Tamara Dreilich, die bislang als Alleinvorstand fungierte. Insider verweisen nach Angaben des Handelsblatts auf den Aufsichtsrat, der wiederum unter Führung von Kurt Dobitsch auf die schlechte Lage im Unternehmen verweist, die sich jedoch nicht durch die Bilanzzahlen belegen lässt.

Nemetschek verzeichnet solides Wachstum
Die Nemetschek AG (WKN: 645290) hatte im zweiten Quartal 2013 beim Umsatz und Ergebnis erneut zugelegt, der Nemetschek-Aktienkurs war unter Alleinvorstand Tanja Dreilich um rund 48 Prozent gestiegen und markierte im Juni ein neues 5-Jahreshochb bei über 50 Euro.

Was ist also los beim Münchner Bausoftwarehersteller? Im Analystenhaus Close Brother Seydler verweist man auf Probleme in Südeuropa. Auch in Frankreich, den Benelux-Ländern und Japan läuft es noch nicht wie gewünscht. Diese Probleme scheinen jedoch geografisch begrenzt.

CAD-Konkurrenten stellen auf neue Geschäftsmodelle um
Tatsächlich liegen die Probleme woanders. Der große Konkurrent Autodesk scheint davon zu ziehen, hat der CAD-Spezialist bereits frühzeitig in neue Geschäftsmodelle und vor allem in sein Architecture, Engineering and Construction (AEC) Geschäft investiert.

Dies zahlte sich im jüngsten Quartal aus, so dass die Amerikaner ihren AEC-Umsatz um neun Prozent auf 177 Mio. US-Dollar steigern und damit schneller wachsen konnte als Nemetschek. Autodesk stellt gerade sein Geschäftsmodell auf flexiblere Lizenztarife um und bereitet den Wechsel zu mehr Cloud-basierten Lösungen vor.

Zwar kann auch Nemetschek Erfolge vorweisen und hat im zweiten Quartal mit ArchiCAD 17 von Graphisoft eine neue CAD-Software vorgestellt, welche das Arbeiten im BIM-Modell vereinfachen soll. Doch als eigentlicher Wachstumsmotor gilt bei Nemetschek das Geschäft mit Multimedia-Lösungen.

Wachstumsbereich Multimedia
Im Geschäftsbereich Multimedia wuchs der Quartalsumsatz zuletzt um 8,8 Prozent auf 7,8 Mio. Euro. Durch die Kooperation mit Adobe sind zwei Maxon-Lösungen (CINEWARE und CINEMA 4D Lite) direkt in Adobe After Effects CC integriert.

CINEMA 4D kam bereits bei Filmen wie District 9, Iron Man 2, Spider Man 3 und beim neuen Science-Fiction-Kracher Prometheus zum Einsatz. Das Geschäft mit 3D-Grafiken und 3D-Visualisierungstechniken scheint noch ausbaufähig, zumal nicht nur TV- und Filmproduzenten, sondern zunehmend auch Spielentwickler auf täuschend echte Bilder setzen.

Kurzportrait

Das auf Bausoftware spezialisierte Unternehmen Nemetschek mit Sitz in München wurde ursprünglich im Jahr 1963 von Prof. Georg Nemetschek als Ingenieurbüro gegründet. Seit 1977 bietet das Unternehmen Software für die AEC-Branche (Architecture, Engineering, Construction) an. Flagschiffprodukt des Unternehmens ist die CAD-Software Allplan. Den Großteil seines Umsatzes erzielt das Unternehmen mit Bauplanungssoftware.

In den vergangenen Jahren baute Nemetschek seine Geschäftsbereiche sukzessive aus. Heute bietet das Unternehmen nicht nur Software für Architekten, Ingenieure und für die Immobilienwirtschaft an, sondern auch für den Multimediabereich. Dieser Ausbau wurde insbesondere durch verschiedene Zukäufe erreicht. So wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Firmen wie die Diehl Graphsoft (Nemetschek North America) und die Mehrheit an der MAXON Computer GmbH hinzugekauft. Mit der Friedrich+Lochner, Glaser ISB-CAD, IBD, Henke und Partner GmbH, sowie der Speedware GbmH wurden weitere Firmen übernommen. Im Jahr 2006 übernahm Nemetschek dann die ungarische Graphisoft sowie SCIA International BV.

Mit den Marken Nemetschek Allplan, ArchiCAD, VectorWorks, Scia, Frilo und Glaser sieht sich Nemetschek als einer der marktführenden Anbieter von AEC-Softwarelösungen in Deutschland und in Europa. Mit der Marke Maxon bedient Nemetschek den Markt für Animations- und Visulisierungslösungen.

Das Unternehmen, dessen Produkte eigenen Angaben zufolge bei mehr als 300.000 Unternehmen in 142 Ländern im Einsatz sind, beschäftigte zuletzt mehr als 1.100 Mitarbeiter. Zu den namhaften Kunden der Gesellschaft gehören unter anderem Firmen und Ingenieurbüros wie Daimler, sowie Kohlhoff + Kohlhoff, Steidle + Partner Architekten BDA, ABB Architekten sowie Kleihues & Kleihues. Nemetschek wagte im Jahr 1999 den Sprung aufs Börsenpaket. Über 53,5 Prozent der Nemetschek-Anteile befinden sich im Familienbesitz.

Zahlen

Meldung gespeichert unter: Nemetschek

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