Navigationssysteme verringern Streit im Auto

Montag, 6. Juli 2009 15:15
BITKOM

- 91 Prozent kommen mit Navis schneller ans Ziel

- Jeder Zweite streitet sich dank Navi weniger mit dem Beifahrer

Berlin, 6. Juli 2009

Die Nutzer von Navigationsgeräten und Fahrassistenten sind von den Leistungen dieser Technik überzeugt. Wer sich auf das Navi verlässt, kommt nicht nur schneller und sicherer ans Ziel, er hat auch seltener Stress mit den anderen Insassen. 53,5 Prozent aller Navi-Nutzer sagen, dass sie sich dank der elektronischen Routenfinder weniger mit ihrem Beifahrer streiten. Dies ist eines der Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM. „Hightech macht die Stimmung im Auto deutlich entspannter“, lobt BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer die sozialen Nebeneffekte dieser Technik. 91 Prozent aller Autofahrer, die bereits Navis oder Fahrassistenten nutzen, kommen so schneller ans Ziel. Jeweils 88 Prozent verfahren sich seltener und fühlen sich sicherer.

Navigationsgeräte unterstützen den Fahrer auch bei verstopften Autobahnen, wie sie in der Hauptreisezeit wieder zu erwarten sind. Zwei Drittel aller Navi-Nutzer geben an, seltener im Stau zu stehen. Moderne Navigationsgeräte sind mit Zusatzfunktionen ausgerüstet, die je nach Verkehrslage auch Umleitungen empfehlen, um dichtem Verkehr auszuweichen.

Immer mehr Neuwagen werden zudem mit Assistenz-Systemen wie einem Spurhalte-Assistent oder einem Brems-Assistent ausgerüstet. Das Potenzial der verfügbaren Technik wird aber nicht ausgenutzt. Scheer: „Wir brauchen eine Telematik-Infrastruktur in und an der Straße, damit die zahlreichen im Auto erfassten Informationen zum Nutzen aller Verkehrsteilnehmer eingesetzt werden können. Eine moderne, zukunftsorientierte Verkehrspolitik muss die Vernetzung der Verkehrsteilnehmer ermöglichen.“

In Zukunft werden Fahrzeuge per Funk untereinander und mit der straßenseitigen Infrastruktur kommunizieren. Sicherheit steht bei diesen kooperativen Systemen besonders im Fokus. Sogenannte Kreuzungsassistenten etwa können Kollisionen verhindern mittels direkter Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ampelanlage. Während der Fahrer die Gefahrenpunkte noch nicht entdeckt hat, tritt sein Auto bereits mit der Ampel und den im Umfeld der Kreuzung befindlichen Verkehrsteilnehmern in Kontakt. Der Kreuzungsassistent warnt den Fahrer, wenn Zusammenstöße mit anderen Autos oder gar Fußgängern drohen.

Ein anderes Beispiel sind Verkehrszentralen, die den gesamten Verkehrsfluss steuern und somit Staus vermeiden oder die Unfallgefahr senken. Zentralrechner erarbeiten dabei aus der Vielzahl der einkommenden Daten Fahrempfehlungen. Wenn etwa Regensensoren im Auto den Scheibenwischer anschalten und diese Information anschließend an die Verkehrsleitstelle übermittelt wird, werden wegen der Nässe die erlaubte Höchstgeschwindigkeit gesenkt und so Auffahrunfälle vermieden. Scheer: „Mit moderner Verkehrstelematik wird das vorhandene Streckennetz besser ausgelastet, der Verkehr wird flüssiger und sicherer, der CO2-Ausstoß sinkt.“ Wirtschaftlicher wäre der flächendeckende Einsatz von IT im Straßenverkehr allemal.

Volkswirtschaftliche Schäden durch Staus – die EU-Kommission rechnet mit 1,5 Prozent des BIP in der Europäischen Union – können mit intelligenter Verkehrstelematik vermieden werden.

Zur Methodik: Die Daten wurden in einer repräsentativen Erhebung der ARIS Umfrageforschung für den BITKOM erhoben. Dabei wurden 1.002 Personen ab 14 Jahren in Privathaushalten befragt. Basis der hier verwendeten Angaben sind 509 Befragte, die in den vergangenen zwei Jahren selbst Auto gefahren sind und bereits Navigationsgeräte oder Fahrassistenten nutzen.

Ansprechpartner

Christian Hallerberg

Pressesprecher

Public Sector & Neue Märkte

Meldung gespeichert unter: BITKOM

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