Microsoft hofft auf neuen Schwung durch Windows 7

Freitag, 8. Januar 2010 13:01
Microsoft Unternehmenslogo

(IT-Times) - Der weltweit größte Softwarekonzern Microsoft (Nasdaq: MSFT, WKN: 870747) sieht sich nach der Einführung von Windows 7 wieder im Aufwind. Microsoft Marketing Direktor Craig Belinson spricht bereits vom sich am schnellsten verkaufenden Betriebssystem in der Geschichte.

Windows 7 soll Grundlage für weiteres Wachstum legen
Auch Microsoft CEO Steve Ballmer ist voll des Lobes, wenn es um das neue Betriebssystem der Redmonder geht. Seit der Markteinführung von Windows 7 habe Microsoft im gleichen Zeitraum bereits zwei Mal so viele Kopien verkaufen können, wie vom Vorgänger. Allerdings gilt der Vorgänger Windows Vista auch als Flop, nachdem das System insbesondere bei Firmenkunden nicht vollends überzeugen konnte. Dennoch ist es Microsoft gelungen mit Windows 7 einen würdigen Nachfolger ins Rennen zu schicken, der mit zahlreichen Verbesserungen in punkto Benutzeroberfläche und Sicherheit aufwarten kann.

Diese Verbesserungen werden auch Firmenkunden nicht verborgen bleiben. Jefferies & Co Analystin Katherine Egbert rechnet damit, dass Firmen Ende 2010 damit beginnen werden, ihre Systeme auf den neuesten Stand zu bringen. Dieser Upgrade-Zyklus könnte dann bis zum Jahr 2013 dauern, schätzt die Analystin.

Microsoft steht nunmehr vor der Herausforderung, den Erfolg von Windows 7 auch auf andere Bereiche wie dem Mobilfunksektor bzw. und in das Web zu übertragen. Jedoch gilt vor allem der Mobilfunkbereich rund um Windows Mobile als Dauerbaustelle. Hier sieht sich Microsoft einem verstärkten Wettbewerb von Seiten von Research In Motion (BlackBerry OS), Google (Android) und Apple (iPhone OS) gegenüber, die im Smartphone-Markt und damit auch bei den Mobile-Betriebssystemen zuletzt stark an Boden gut machen konnten.

Wettbewerb bei Mobile-Betriebssystemen und Cloud Services verschärft sich
Allein im zweiten Quartal 2009 war Microsofts Marktanteil im Bereich Mobile-Betriebssysteme um neun Prozent gesunken. Um den Rückgang zu stoppen brachte Microsoft im Oktober mit Windows Mobile 6.5 ein Upgrade seines Betriebssystems auf den Markt. Allerdings musste Microsoft einräumen, dass es sich hierbei nur um einen Platzhalter handelt, denn Windows Mobile 7 soll im Jahresverlauf 2010 auf den Markt kommen - solange kann sich die Konkurrenz weiter austoben und dem Redmonder Softwarehaus Marktanteile abjagen.

Neben dem Markt für Smartphone-Betriebssysteme gilt der Markt für Cloud Services als einer der wachstumsstärksten Märkte in den nächsten Jahren. Die Marktforscher aus dem Hause Gartner sehen hier ein potentielles Marktvolumen von 150 Mrd. Dollar. Diese Chance will sich auch Microsoft nicht entgehen lassen und hat mit Windows Azure Anfang Januar seine Cloud-Plattform ins Rennen geschickt.

Doch auch hier sieht sich Microsoft wie auch schon im Suchmaschinenmarkt dem Wettbewerber Google gegenüber, der nicht nur mit seinem Online-Anwendungspaket Google Apps am Start ist, sondern auch mit Google Chrome auch gleich ein Web-basiertes Betriebssystem ins Rennen schicken will. Damit dürfte es auch in 2010 weiter spannend bleiben, wer sich letztendlich in welchem Marktbereich behaupten wird…

Kurzportrait

In den 80er und 90er Jahren gelang dem Softwarespezialisten Microsoft der Aufstieg zum weltweit größten Softwarehersteller. Mit seinem Windows Betriebssystem eroberte das Unternehmen schnell die Schreibtischbüros in den Firmen als auch bei den Privatanwendern. Mit Vista schickte Microsoft in 2007 seine neueste Betriebssystemgeneration ins Rennen. Das Kerngeschäft bildet heute der Bereich Desktop- und Client-Systeme, worunter populäre Anwendungen wie Microsoft Office fallen, sowie der Geschäftsbereich rund um die Windows-Plattform. Aber auch andere Geschäftsbereiche, wie das wachstumsstarke Server-Geschäft tragen inzwischen zum Unternehmensgewinn bei. Ergänzt werden die Geschäftsbereiche von der Entertainment-Sparte, in der das Geschäft rund um die Xbox zusammengefasst ist.

Daneben betreibt das Unternehmen noch den Internetzugangs- und Nachrichtendienst MSN, der inzwischen schwarze Zahlen schreibt. Durch das gemeinsam mit Accenture gegründete Joint Venture Avanade versucht Microsoft im Bereich IT-Services Fuß zu fassen. Mit der Übernahme von Great Plains Software will Microsoft daneben kleinere und mittlere Unternehmen ansprechen. Gleichzeitig stieg Microsoft mit der Marke Zune und dem gleichnamigen Musikdienst in den Markt für MP3-Player ein.

Nach der Übernahme der dänischen Navision, kaufte Microsoft das Startup XDegrees. Zudem wurde der Webkonferenzanbieter PlaceWare übernommen. Im Jahr 2005 folgte die Übernahme von Groove Networks und MessageCast. Mitte 2005 schloss Microsoft die Übernahme des Sicherheitsspezialisten Sybari Software ab. Zum Ende des Jahres 2005 verstärkte sich Microsoft mit der Übernahme des Management-Spezialisten UMC. Auch im Jahr 2006 blieb Microsoft weiter auf Einkaufstour und schluckte den britischen Foto-Katalogsoftwareanbieter iView Multimedia sowie den Windows-Spezialisten Winternals Software. Ebenfalls übernommen wurde der Ingame-Werbespezialist Massive. Mitte 2007 schloss Microsoft die Übernahme des Web- und Marketing-Spezialisten aQuantive ab. Gleichzeitig wurden mit der Werbebörse AdECN, dem Softwareanbieter Engyro und dem Shopping-Dienst Jellyfish.com weitere Firmen hinzugekauft. Anfang 2008 schluckte Microsoft den norwegischen Suchmaschinenspezialisten Fast Search & Transfer. Später wurde der Datenspeicherspezialist DATAllegro übernommen. Im Herbst 2008 folgte die Übernahme des Verbraucherportals Ciao.com. Mitte 2009 einigte sich Microsoft mit Yahoo auf ein 10-Jahresabkommen, wonach Microsofts Bing.com künftig als bevorzugte Suchmaschine bzw. Technik auf Yahoo-Seiten fungieren wird.

Gemeinsam mit dem TV-Sender NBC betreibt Microsoft den Nachrichtenkanal MSNBC.

Mit seiner neuen Konsolen-Generation Xbox 360 will Microsoft dem Platzhirschen Sony vom Thron stoßen. Unternehmensmitgründer Bill Gates zog sich zwar als Unternehmenschef zurück, hält aber nach wie vor eine Minderheitsbeteiligung an Microsoft.

Zahlen

Für das vergangene erste Fiskalquartal 2010 meldet Microsoft einen Umsatzrückgang um 14 Prozent auf 12,9 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn fiel im vergangenen ersten Fiskalquartal um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 3,6 Mrd. Dollar oder 40 US-Cent je Aktie, womit Microsoft allerdings die Markterwartungen der Analysten übertreffen konnte.

An der Wall Street hatte man im Vorfeld nur mit Einnahmen von 12,3 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 32 US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Microsoft

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