Microchip blickt nach Zukäufen auf Europa

Montag, 14. Dezember 2009 14:04
Microchip Technology

(IT-Times) - Der US-Halbleiterspezialist Microchip Technology (Nasdaq: MCHP, WKN: 886105) sieht sich nach den jüngsten Zahlen wieder im Aufwind. Das Unternehmen hat in der Wirtschafts- und Finanzkrise seine Hausaufgaben gemacht und damit die Auswirkungen der Rezession weitgehend glimpflich überstanden.

So wurden im vergangenen Fiskaljahr 2009 mit Hampshire Company, Hi-Tech Software und R&E International drei Firmen hinzugekauft, welche das Microchip-Produktportfolio optimal ergänzen. Vor allem mit der Übernahme von Hampshire Company hat sich Microchip in einem Bereich verstärkt, der in den nächsten Jahren rasante Zuwachsraten verspricht.

Hampshire Company ist einer der führenden Anbieter im Bereich universeller Touch-Screen-Controller, eine Technologie, die immer häufiger zum Einsatz kommt. Nicht nur Mobiltelefonhersteller, sondern auch Terminal-Hersteller und Anbieter in der Medizin- und Automobilindustrie setzen immer mehr auf Touch-Screen-Technologien, wodurch auch die Nachfrage nach entsprechenden Touch-Screen-Controllern steigt.

Microchip will Europa-Geschäft verdoppeln
Daneben will Microchip aber auch geografisch weiter wachsen. Nachdem sich das Unternehmen durch Zukäufe verstärkt und seine Kosten um 25 Prozent gesenkt hat, will der Chipspezialist insbesondere sein Europa-Geschäft kräftig ausbauen. Anlässlich der Eröffnung seiner neuen Europa-Zentrale gab Microchip-Chef Steve Sanghi ein ehrgeiziges Ziel aus. Demnach will der Manager den Halbleiterumsatz in den nächsten fünf Jahren in Europa verdoppeln.

Zuletzt setzte Microchip in Europa rund 250 Mio. US-Dollar um, wobei der Microchip-Manager insbesondere in Europa noch Erholungspotential sieht, während das Geschäft in den USA und in China bereits wieder anzog. Um die ehrgeizigen Ziele in Europa zu erreichen, setzt Microchip auf niedrige Herstellungskosten und neue Produkte.

So hat das Unternehmen seine Kapazitäten beispielsweise in seinen Fertigungsfabriken in Thailand verdoppelt. Zugleich wurde die 32-Bit PC32 Microcontroller-Produktfamilie weiter ausgebaut. In ein bis zwei Jahren will Microchip 2.000 Firmenkunden haben, die PIC32-Controller in ihren Produkten einsetzen, so Sanghi. Derzeit erwirtschaftet Microchip den Großteil seines Umsatzes noch mit 8-Bit-Microcontrollern - dies könnte sich jedoch bald ändern, wenn das 32-Bit-Geschäft weiter ähnlich stark wachsen sollte, wie derzeit das 16-Bit-Geschäft…

Kurzportrait

Die in Chandler/Arizona ansässige Microchip Technology gilt als Spezialist für so genannte Embedded Halbleiter. Diese speziellen Mikrochips sind dabei mit einem 8- oder 16-Bit Mikrocontroller ausgestattet und erlauben damit das Steuern von programmierbaren Speichern. Heute erzielt Microchip zwei Drittel seines Mikrokontroller-Umsatzes durch Flash-basierte Microcontroller.

Anders als bei Personalcomputern oder Workstations, sind bei Embedded Controller Applications innerhalb der Anwendungen untergebracht. Die zugehörige Software soll die Leistungsfähigkeit von Mikroprozessoren noch weiter steigern und zu niedrigeren Kosten führen. Entsprechende integrierbare Speichertechnologien in Kompatibilität mit einer Software sollen Flash-Speicher und Microcontroller noch effizienter machen. Derzeit hat Microchip rund 600 Microcontroller in seinem Produktportfolio, wobei das Unternehmen vor allem den 8-Bit, 16-Bit und 32-Bit Microcontroller-Markt mit seinen Produkten adressiert. Daneben fertigt Microchip auch serielle elektronische Erasable Programmable Read-Only Memorys (EPROMs).

Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen an neuartigen Herstellungsverfahren. Entsprechendes Chip-Design und Test-Equipment soll die Entwicklungszeit von Halbleitern weiter verringern und so zur Kostenreduktion beitragen. Insgesamt nutzen mehr als 60.000 Kunden in mehr als 65 Ländern weltweit Produkte aus dem Hause Microchip Technology. Das Unternehmen lieferte bisher mehr als 250.000 Entwicklungswerkzeuge an über 120 Fertigungspartner weltweit aus.

Nach der Übernahme von TelCom Semiconductor im Jahr 2001, die den Produktbereich analoge Halbleiter ergänzte, erfolgte im Jahr 2002 die Übernahme von PowerSmart. Im Fiskaljahr 2009 verstärkte sich Microchip durch die Übernahme der Spezialisten Hampshire Company, HI-TECH Software und R&E International. Das Unternehmen mit Niederlassungen und Entwicklungszentren in Indien und Thailand setzt einen Großteil seiner Produkte im Ausland ab. Die Region in Asien trägt dabei nahezu die Hälfte der Microchip-Umsätze.

Zahlen

Für das vergangene zweite Fiskalquartal 2010 meldet Microchip einen Umsatzrückgang um 16 Prozent auf 226,7 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 269,7 Mio. Dollar im Jahr vorher. Gegenüber dem Vorquartal kletterten die Erlöse um 17 Prozent.

Dabei verdiente Microchip 44,5 Mio. Dollar oder 24 US-Cent je Aktie, nach einem Profit von 75,7 Mio. Dollar oder 40 US-Cent je Aktie in der Vorjahresperiode. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen verdiente das Unternehmen 53,2 Mio. US-Dollar oder 29 US-Cent je Aktie, womit Microchip die Markterwartungen der Analysten übertreffen konnte. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit Einnahmen von 218,3 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 21 US-Cent je Aktie gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Microchip Technology

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