McAfee: Neuer Chef - alte Probleme

Freitag, 9. März 2007 00:00

(IT-Times) McAfee (NYSE: MFE<MFE.NYS>, WKN: 894606<MCF.FSE>) hat jüngst mit David DeWalt einen neuen Chef berufen, der das Ruder beim weltweit zweitgrößten Anti-Virusspezialisten im April übernehmen wird.

DeWalt sieht sich allerdings zahlreichen Herausforderungen gegenüber. Zum einen kämpft McAfee immer noch mit Altlasten im Zusammenhang mit der Rückdatierung von Aktienoptionen - in diesem Bereich rechnet McAfee mit Belastungen zwischen 100 und 150 Mio. Dollar.

McAfee verliert Marktanteile

Zum anderen wird die Konkurrenz immer stärker. Die jüngsten Zahlen des Hauses NPD Group zeigen, dass sich Microsoft mit seiner neuen Sicherheitslösung Windows Live OneCare bereits einen Marktanteil von 4,4 Prozent im US-Retail-Markt sichern konnte, so NPD-Analyst Chris Swenson. Bei McAfee gibt man sich noch gelassen und verweist darauf, dass der Marktanteil von Microsoft in diesem Bereich bislang nur einstellig sei. Doch auch andere Anbieter wie CA Inc und Trend Micro konnten im vierten Quartal 2006 zulegen, während McAfee und Symantec deutlich Federn lassen mussten. Während McAfees Marktanteil von 14,4 auf zuletzt 13 Prozent sank, verdoppelte sich der Marktanteil von CA in diesem Segment auf 5,7 Prozent. Auch Trend Micros Marktanteil stieg um 0,6 auf nunmehr 5,0 Prozent, so die Daten der NPD Group.

ThinkEquity Partners Analystin Ranjini Chadirakanthan glaubt, dass der Aufwärtstrend von Microsoft noch lange nicht gestoppt ist. Microsoft habe sein Produkt erst jüngst auf den Markt gebracht. Die Redmonder dürften im Laufe der Zeit zu einem größeren Player aufsteigen, meint die ThinkEquity-Analystin.

McAfee kauft weiter ein

McAfee setzt dagegen auf gezielte Zukäufe und auf eine Partnerschaft mit EMC bzw. der übernommenen Einheit RSA Security. Insgesamt 80 Mio. Dollar in bar gab McAfee zuletzt für die Übernahme der beiden Spezialisten Onigma und Citadel aus, die das eigene Angebot weiter stärken sollen. Im Februar konnte McAfee dann einen Erfolg melden. So wird die südkoreanische Samsung Electronics auf seinen weltweiten Privatkunden-PCs und Notebooks künftig McAfee VirusScan Plus offerieren, womit McAfee den bisherigen Samsung-Lieferanten Symantec ablöst.

Insgesamt gilt als Markt für Sicherheitssoftware auch in den nächsten Jahren als keineswegs ausgereizt. Bei McAfee rechnet man damit, dass die Zahl der feindlichen Attacken auf PCs in den nächsten zwei Jahren höher sein wird, als die Zahl der Attacken in den letzten 20 Jahren zusammen. Allein im vergangenen Jahr dürfte die Cyber-Kriminalität in Nordamerika zu Schäden von 67 Mrd. Dollar geführt haben. Weltweit wird der Schaden inzwischen auf mehr als 300 Mrd. Dollar beziffert.

Kurzportrait

Das Unternehmen McAfee mit Hauptsitz in Santa Clara/Kalifornien, wurde ursprünglich im Jahre 1992 gegründet und ging im Jahre 1997 aus der Fusion von McAfee Associates und Network General hervor. Im Jahr 2004 entschied sich das Unternehmen, seinen Namen von Network Associates in McAfee zu ändern.

McAfee bietet im Rahmen seines Produktportfolios verschiedene Sicherheitslösungen aus einer Hand an. Über McAfee.com will das Unternehmen Antiviren-Software nicht nur über das Internet an Privatanwender vermarkten, sondern auch Geschäftskunden ansprechen. Entsprechende Updates und Upgrades, sowie Support werden über die gleichnamige Internet-Seite angeboten. McAfee.com betreut heute mehr als 30 Mio. Online-Anwender, welche für die Inanspruchnahme der Dienstleistungen des Unternehmens Abogebühren entrichten. Gleichzeitig gilt der gebührenpflichtige McAfee-Service als einer der größten Bezahldienste im World Wide Web, welcher von den Nutzern in Folge der steigenden Virus-Attacken in den letzten Jahren rege in Anspruch genommen wird.

Mit seiner Lösung IntruShield will das Unternehmen den Markt für Netzwerküberwachungssoftware angehen. Hierzu übernahm das Unternehmen im Jahr 2003 unter anderem die Spezialisten IntruVert und Entercept, sowie Foundstone. Im Gegenzug wurde die Desktop-Produktlinie Magic Solutions Anfang 2004 an BMC Software verkauft. Gleichzeitig trennte sich McAfee auch von seiner Sniffer-Produktlinie und veräußerte diese an Silver Lake Partners und Texas Pacific Group für 235 Mio. Dollar. Mitte 2005 verstärkte sich McAfee durch die Übernahme des Sicherheitsspezialisten Wireless Security. Im Bereich Spam-Filter tätigte McAfee durch die Akquisition von Deersoft einen weiteren Zukauf. Durch den Aufkauf des Resellers Bysupport stärkte McAfee dagegen seine Präsenz in Lateinamerika. Anfang 2006 übernahm McAfee den Anti-Spyware-Spezialisten SiteAdvisor. Nach der Übernahme von Preventsys folgten in 2006 mit der Übernahme der Sicherheitsspezialisten Citadel Security Software und Onigma weitere Zukäufe.

Die Forschungseinheit NAI Labs entwickelt neue Lösungen für den Bereich Netzwerk-Sicherheit, Verschlüsselungstechnologien und komplexer Sicherheitsarchitekturen und Systeme. Mehr als 100 Wissenschaftler, Professoren und Spezialisten beschäftigen sich in Zusammenarbeit mit dem US-Verteidigungsministerium mit neuen Lösungen im Bereich der Internet-Sicherheit. Jedoch trägt das Geschäft mit Firmenkunden nach wie vor den Großteil der McAfee-Umsätze.

Zahlen

Für das vergangene Dezemberquartal meldet McAfee einen Umsatzanstieg auf 305,2 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn schmolz auf 35 Mio. Dollar oder 21 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 38,6 Mio. Dollar oder 23 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich für das jüngste Quartal ein operativer Gewinn von 58,8 Mio. Dollar oder 36 US-Cent je Aktie, womit McAfee die Erwartungen der Analysten übertreffen konnte. An der Wall Street hatte man mit einem Nettogewinn von 34 US-Cent je Aktie bei Einnahmen von 290,9 Mio. Dollar kalkuliert.

Im jüngsten Quartal musste McAfee einen starken Anstieg der operativen Kosten hinnehmen - diese legten um 31 Prozent auf 199,6 Mio. Dollar.

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