Marvell hofft auf neuen Schwung durch neue Handy-Generation

Mittwoch, 24. Juni 2009 13:00
Marvell Technology Group

(IT-Times) - Der US-Hersteller von Kommunikationschips, Marvell Technology (Nasdaq: MRVL, WKN: 930131), hat seine Umsatzprognose für das laufende zweite Fiskalquartal deutlich nach oben korrigiert. Dennoch raten Analysten zur Vorsicht. Anleger sollten abwarten, ob es sich dabei nicht nur um eine Korrektur von Lagerbeständen, sondern um eine echte Trendwende handelt, meint etwa Lazard Capital Analyst Daniel Amir.

Auch bei Marvell selbst geht man davon aus, dass die Industrienachfrage in den nächsten Quartalen weiter volatil bleiben wird. Dennoch hofft man bei dem Unternehmen auf einen nachhaltigen Erholungsprozess, da für das zweite Halbjahr eine Reihe neuer Smartphones und Unterhaltungselektronikprodukte erwartet werden.

Positiv entwickelte sich zuletzt das Geschäft mit Festplatten-Controllern, welches im jüngsten Quartal um 14 Prozent anzog und dabei rund die Hälfte des Gesamtumsatzes beisteuerte. Marvell geht davon, dass sich das Festplattengeschäft auch im laufenden Quartal weiter verbessern wird.

Mobilfunkkunden bauen Lagerbestände ab
Im Mobilfunkgeschäft hingegen sanken die Umsätze um 15 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wobei dieses Geschäft insgesamt 20 Prozent zum Gesamtumsatz beisteuerte. Das Marvell-Management führt den Umsatzrückgang auf den Abbau von Lagerbeständen von Seiten der Kunden zurück. Dennoch glaubt man bei Marvell, dass sich das Geschäft in den nächsten Quartalen wieder erholen wird.

Hintergrund ist der Umstieg der Mobilfunkindustrie auf Wi-Fi- und Bluetooth-Lösungen. Insbesondere in high-end Smartphones dürften diese Funktionen in den nächsten Jahren zur Standard-Ausrüstung gehören, wobei Marvell auf diesem Gebiet eine wichtige Rolle spielen will. Aber nicht nur im Smartphone-Bereich will Marvell stärker Fuß fassen, auch in anderen Märkten tun sich für das Unternehmen Chancen auf. Digitale Bilderrahmen, eBooks, mobile Gaming-Plattformen und Board-Displays in Autos sind nur wenige Beispiele, in denen das Unternehmen mit seinen Produkten punkten kann.

Zunächst jedoch dürfte der Smartphone-Markt weiter im Mittelpunkt stehen. Marvell-Chips kommen bereits in BlackBerrys sowie im iPhone 3G zum Einsatz. Der Konkurrenzkampf in der Branche könnte das Geschäft von Marvell weiter antreiben. Durch die jüngste Preissenkung des älteren iPhones dürfte nicht nur Apple, sondern auch Marvell profitieren…

Kurzportrait
Die im Jahre 1995 gegründete und im kalifornischen Sunnyvale und auf den Bermudas ansässige Marvell Technology Group gilt als Spezialist für Kommunikations- und Breitband-Chips. Zuletzt stieg Marvell auch in das Geschäft mit Flashspeicher-Controllern ein.

Zunächst konzentrierte sich Marvell auf die Fertigung von Speicherkomponenten und belieferte insbesondere Laufwerk- und Festplattenhersteller wie Fujitsu, Hitachi, Samsung, Seagate und Toshiba. Später entwickelte das Unternehmen auch Produkte für den Halbleitermarkt, darunter Controller, Switches und Transceiver sowie Mobilfunk- und Handheld-Chips.

Insgesamt ist der US-Halbleiterspezialist heute in sechs wesentliche Produktbereiche unterteilt. Der Bereich Switching Products bietet Switching-Lösungen an, welche insbesondere für Systemhersteller zugeschnitten sind. Die Alaska-Produktfamilie ist das Ergebnis des Transceiver Geschäftsbereichs. Marvells Ethernet-Transceiver unterstützen insbesondere die schnellen Netzwerkstandards LAN und MAN.

Die Produktgruppe Wireless Products entwickelt unter anderem die Libertas-Chipsätze, welche für den high-end Netzwerkmarkt zugeschnitten sind. Mit seinen Yukon Ethernet-Controllern, die aus dem Geschäftsbereich PC Connectivity Products hervorging, entwickelt Marvell heute wichtige Komponenten für Client-/Server Netzwerke. Gateway- und Speicherlösungen sowie VoIP-, Connectivity- und Power-Management-Produkte runden das Marvell-Produktportfolio entsprechend ab.

Nach der Übernahme von Galileo Technology im Jahr 2001, ergänzte sich das Unternehmen im Jahr 2003 im Netzwerkbereich durch die Übernahme von RADLAN Computer Communications. Ende 2003 übernahm Marvell den Spezialisten Asica vollständig. Im Herbst 2005 kaufte Marvell sein Festplatten-Controllergeschäft von QLogic. Im Dezember folgte dann die Übernahme von UTStarcoms Chip-Design-Geschäft. Anfang 2006 kaufte Marvell das Printer-Chip-Geschäft von Avago. Zudem wurde XScale-Mobilfunkchipgeschäft von Intel übernommen.

Den Großteil seiner Umsatzerlöse erzielt Marvell durch wenige Großkunden. So rüstet das Unternehmen neben Apple, Intel, Samsung, Hitachi, Seagate, Toshiba auch Research In Motion und Western Digital aus. Diese Firmen zeichnen für rund die Hälfte der gesamten Umsätze verantwortlich. Insgesamt ist die Marvell-Gruppe mit eigenen Tochterfirmen in Japan, Taiwan, Großbritannien und Israel vertreten.

Zahlen
So meldet der Hersteller von Kommunikationschips, die unter anderem im iPhone von Apple zum Einsatz kommen, einen Umsatzrückgang auf 521,4 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 804,1 Mio. Dollar im Jahr vorher. Dabei wies das Unternehmen einen Verlust von 39,5 Mio. Dollar oder sechs US-Cent je Aktie aus, nach einem Gewinn von 69,9 Mio. Dollar oder elf US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Meldung gespeichert unter: Marvell Technology Group

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