Manz AG - Solarausrüsterbranche steht vor Einbruch in 2012

Dienstag, 20. Dezember 2011 13:47
Manz

(IT-Times) - Auch der Reutlinger Anlagenbauer und Solarausrüster Manz AG (WKN: A0JQ5U) bekommt die Krise in der Solarindustrie inzwischen zu spüren. Bereits Ende Oktober musste Manz seine Umsatzprognose für das laufende Gesamtjahr nach unten korrigieren.

Einbruch von 45 Prozent im nächsten Jahr erwartet
Auch für das anstehende Jahr 2012 sieht die Lage in der Solarausrüsterindustrie, in der Manz überwiegend tätig ist, alles andere als rosig aus. Nach einem Rekordjahr für die Solarausrüsterindustrie, die in diesem Jahr voraussichtlich 13,1 Mrd. US-Dollar weltweit umsetzen dürfte, erwarten die Marktforscher aus dem Hause Solarbuzz einen kräftigen Einbruch im nächsten Jahr. In 2012 werden die Ausgaben zum Bau von Solarfabriken und Produktionsanlagen um 45 Prozent einbrechen, prognostizieren die Marktanalytiker.

Der Grund: Noch in 2010 und Anfang 2011 haben insbesondere chinesische und taiwanische Anbieter wie JA Solar, Trina Solar und Neo Solar Power ihre Produktionskapazitäten kräftig aufgestockt und entsprechendes Equipment geordert. Nachdem sich nunmehr hohe Überkapazitäten am Markt aufgebaut haben und ein Ungleichgewicht zwischen Angebote und Nachfrage entstanden ist, fallen die Preise für Solarzellen und Module seit Monaten. Erste große Hersteller wie First Solar haben bereits angekündigt, ihre Fabriken in 2012 mit nur 80 Prozent Auslastung fahren zu lassen. Neue Produktionslinien sind vorerst nicht geplant.

Book-to-Bill Ratio sinkt in Q3 auf 0,35
Erste Auswirkungen dieser Entwicklung bekommen nunmehr langsam auch die Solarausrüster zu spüren. Bereits im dritten Quartal 2011 war das Book-to-Bill Ratio in der PV-Ausrüsterindustrie auf 0,35 gefallen, so der Branchenverband SEMI - es ist der niedrigste Wert seit der Aufzeichnung im ersten Quartal 2010.

Aufgrund der schwierigen Lage im Solarmarkt haben inzwischen viele PV-Hersteller ihre Pläne bezüglich eines Produktionsausbaus auf Eis gelegt oder gänzlich gecancelt. In der Branche geht man davon aus, dass sich die Situation in den nächsten sechs Monaten auch kaum spürbar verbessern wird. Dabei verweisen Marktbeobachter auf neuerliche Förderkürzungen in Europa bzw. Deutschland.

Manz will CIGS-Technik weiter vorantreiben
Um sich für die Zukunft zu rüsten, hat sich Manz jüngst durch die Übernahme der CIGS-Produktlinie von Würth Solar verstärkt. Mit der Akquisition will Manz die Forschung und Entwicklung unterstützen und insbesondere die Fertigungskosten senken. Gleichzeitig soll der Modulwirkungsgrad erhöht werden. Besonders die CIGS-Technik will Manz weiter vorantreiben.

Hier sind die Deutschen allerdings nicht allein. Auch andere asiatische Unternehmen wie TSMC Solar, eine Tochter des Chipgiganten Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) wollen im CIGS-Bereich Fuß fassen. Hierfür sollen im Rahmen der ersten Phase 258 Mio. Dollar in 2012 investiert werden.

Will Manz langfristig mit Branchengiganten wie TSMC Solar mithalten, dürfte wohl ein starker Partner notwendig sein. Analysten wie aus dem Hause der Citigroup halten daher in den nächsten Monaten weitere Zusammenschlüsse in der Branche für wahrscheinlich.

Kurzportrait

Die im Jahre 1987 von Dieter Manz gegründete und in Reutlingen ansässige Manz n AG ist heute ein führender Hersteller von Automatisierungsanlagen, die sowohl in der Photovoltaik-, der LCD-Fertigungsindustrie, als auch bei der Herstellung von Hartmetallwerkzeugen zum Einsatz kommen. Gleichzeitig stellt Manz - früher bekannt unter dem Namen Manz Automation - auch Systemlösungen für Labor- und Pharmaunternehmen sowie Komponenten (aico) für den Einsatz in der Automationstechnik bereit.

Zu den von Manz Automation vertriebenen Produkten gehören unter anderem Handlingsysteme für LCD-Substrate, sowie Photovoltaik-Automatisierungssysteme, die bei Be- und Entladen von Prozessanlagen für die Herstellung von Solarzellen zum Einsatz kommen. Ferner werden Systeme für die Laborautomation angeboten, die in der Pharmaforschung und der Herstellung von Pharma-Produkten zum Einsatz kommt. Dazu gehören auch standardisierte Laborroboter, sowie Systeme zur Kommissionierung und Verpackung. Ergänzt werden die oben genannten Geschäftsbereiche durch Produkte für die automatisierte Handhabung von Kleinteilen. Über eine Kooperation mit der deutschen Würth Solar ist Manz inzwischen auch in die Produktion von Dünnschicht-Anlagen (CIGS-Module) eingestiegen.

Die Produkte werden über vier strategischen Geschäftsbereich systems.solar (Photovoltaik), systems.lcd (LCD-Technik), systems.aico (Komponenten für OEM-Systeme) und systems.lab (Labortechnik für den Wissenschaftsbereich) vermarktet.

Insgesamt ist Manz nicht nur mit Niederlassungen in Deutschland, sondern auch in den USA, Taiwan, Südkorea, China, Spanien, Spanien, Ungarn und in der Slowakei vertreten. Daneben unterhält Manz auch eine Servicepartnerschaft in Indien. Zuletzt beschäftigte die Manz mehr als 300 Mitarbeiter, davon mehr als die Hälfte Ingenieure und Techniker. Die Mehrheit der von Manz produzierten Produkte geht derzeit in den Export.

Nachdem sich Manz Ende 2007 durch die Übernahme der Tübinger Maschinenbauer Christian Majer GmbH & Co. KG. verstärkt hat, schlug das Unternehmen Anfang 2008 erneut zu und übernahm den taiwanschen Anlagenbauer Intech Machines Co. Ltd. Im Herbst 2009 gab Manz bekannt, Intech vollständig übernehmen zu wollen. Zudem wurde Böhm Electronic Systems Slowakei s.r.o. in der Slowakei sowie die deutsche Majer übernommen. Ende 2008 beteiligte sich Manz an dem Spezialisten CyBio. Daneben erschloss sich Manz zuletzt einen dritten Geschäftsbereich mit der industriellen Fertigung von Litihium-Ionen-Akkus. Anfang 2012 übernahm Manz das CIGS-Produktgeschäft von der Würth Solar GmbH - der Kaufvertrag wurde Ende 2011 unterzeichnet.

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