Macrovision setzt auf Expansion

Freitag, 16. Februar 2007 00:00

(IT-Times) Mit einem Rekordumsatz für das vierte Quartal konnte der führende Copyright-Softwareanbieter Macrovision (Nasdaq: MVSN<MVSN.NAS>, WKN: 906162<MV1.FSE>) die Märkte im Verlauf dieser Woche positiv überraschen. Umsatz, Gewinne und Cashflow stiegen dank der Nachfrage nach Kopierschutzmechanismen kräftig gegenüber dem Vorjahr.

Macrovision schluckt Mediabolic

Pünktlich zum Jahresanfang verstärkte sich Macrovision durch die Übernahme des kalifornischen Softwarespezialisten Mediabolic für 43,5 Mio. US-Dollar. Die im Jahre 1999 gegründete und im kalifornischen San Mateo ansässige Mediabolic hat sich vor allem auf die Entwicklung von Softwarelösungen spezialisiert, die es elektronische Unterhaltungsgeräte ermöglichen, Internetinhalte aufzuspüren und herunterzuladen. Die Media Player Software der Gesellschaft kommt unter anderem in TV-Systemen, set-top Boxen und DVRs zum Einsatz. Zu den Kunden der Gesellschaft zählen neben Yahoo! Japan zum Beispiel auch Sharp, der die Mediabolic Media Player Software im Zusammenhang mit seinen Flachbildfernsehern AQUOS einsetzt.

Die Übernahme wird zwar den Gewinn je Aktie im laufenden Jahr um zunächst zehn US-Cent je Aktie drücken, allerdings soll sich der Zukauf schon im nächsten Jahr Gewinn steigernd in der Bilanz bemerkbar machen, heißt es bei Macrovision. Auch strategisch scheint die Akquisition für Macrovision Sinn zu machen. Die Marktanalysen des Hauses Coughlin Associates gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2010 etwa vier Terabyte an Daten-Content die heimischen Festplatten und Wohnzimmer bevölkern werden.

Auch der Wegfall von Digital-Right-Management, wie es derzeit der Musikkonzern EMI erwägt, könnte bald ein größeres Thema werden. Mit dem jüngsten Zukauf hat Macrovision einen weiteren Schritt in Richtung Unabhängigkeit vom reinen Geschäft mit Kopierschutztechniken getan…

Kurzportrait

Macrovision, ansässig im kalifornischen Sunnyvale, gilt als einer der führenden Anbieter von Sicherheitssystemen und Kopierschutzmechanismen für digitale Datenträger. Das Unternehmen bietet daher Kopierschutzsysteme für herkömmliche Videokassetten, als auch für DVDs und CD-ROMs an.

Daneben können auch Daten, welche durch das Internet übertragen und zur Verfügung gestellt werden, geschützt werden. Besonders in diesem Bereich sucht die Branche inzwischen fieberhaft nach einer Lösung, nachdem sich Peer-to-Peer Plattformen und verschiedene andere Internet-Tauschbörsen regen Zulauf erfreuen. Macrovision hält dabei über 750 nationale und internationale Patente im Zusammenhang mit den entwickelten Kopierschutzverfahren. Das Unternehmen will sich durch weitere Zukäufe bzw. Neuentwicklungen gleichzeitig weitere Patente für ähnliche Produkte sichern. Im Jahr 2003 übernahm das Unternehmen die in Tel Aviv ansässige Midbar Tech, um das Produkt „Cactus Data Shield“ in eigene Produktentwicklung mit einzubinden. Gleichzeitig sicherte sich das Unternehmen die Rechte an Kopierschutztechniken der New Yorker Technologiefirma TTR Technologies. Mitte 2004 übernahm Macrovision den Softwarespezialisten InstallShield für rund 76 Mio. US-Dollar in bar. Mitte 2005 kaufte das Unternehmen den Online-Sicherheitsspezialisten Trymedia Systems. Anfang 2006 übernahm Macrovision den Softwarehersteller eMeta Corp. Anfang 2007 verstärkte sich Macrovision durch die Übernahme des Softwarespezialisten Mediabolic.

Über die englische Tochter C-Dilla bietet Macrovision unter der Marke SafeDisc einen entsprechenden Kopierschutz für CD-ROMs an. Durch die Übernahme von Globetrotter kann Macrovision Softwareherstellern eine Lösung zur Verfügung stellen, welche die Wahrung ihrer Lizenzrechte gewähren soll. Mit FLEXnet rief Macrovision jüngst eine neue Plattform zur Verwaltung von Lizenzrechten ins Leben.

Neben Filmstudios, Softwarehersteller und Musiklabels, setzen auch Anbieter von digitalen Content zunehmend auf Kopierschutz aus dem Hause Macrovision. Insgesamt ist die Technologie des Unternehmens bei inzwischen über acht Mrd. DVDs, Videokassetten und CDs im Einsatz. Neben dem Stammhaus in Santa Clara/Kalifornien ist das Unternehmen mit Forschungseinrichtungen und Verkaufsbüros in London und in Tokio vertreten.

Zahlen

Für das vergangene vierte Quartal 2006 meldet Macrovision einen Umsatzanstieg auf 74,1 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Gewinn schnellte dabei auf 16,6 Mio. Dollar oder 16 US-Cent je Aktie nach oben, nach einem Plus von 4,5 Mio. Dollar oder neun US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich für das jüngste Quartal ein operativer Gewinn von 43 US-Cent je Aktie, nach einem operativen Plus von 36 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Mit den vorgelegten Zahlen konnte Macrovision gleichzeitig auch die Analystenerwartungen übertreffen. An der Wall Street hatte man zunächst mit Einnahmen von 73,2 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 42 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Für das somit abgeschlossene Gesamtjahr 2006 ergibt sich ein Jahresumsatz von 247,6 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn kletterte auf Jahressicht auf 1,17 Dollar je Aktie.

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