Logitech: TV-Box Revue soll dem Unternehmen zu neuem Glanz verhelfen

Dienstag, 5. Oktober 2010 13:23
Logitech International

(IT-Times) - Logitech-Aktien verzeichneten zuletzt einen kräftigen Kurssprung, nachdem die Aktien des Schweizer Herstellers von Computermäusen im vergangenen halben Jahr ein Schattendasein führten. Hintergrund ist die Befürchtung, dass der zunehmende Trend zur Internetmobilität die Nachfrage nach Computerperipherie, wie sie Logitech (Nasdaq: LOGI, WKN: A0J3YT) anbietet, dämpft.

Tatsächlich geht der Trend zum modischen Tablet PC, der dank virtueller Tastatur und Touchscreen-Display ohne Eingabehilfen auskommt. Dies ist schlecht für das Logitech-Geschäft, weil immer weniger Eingabegeräte und auch externe Webcams benötigt werden, da diese meist ebenfalls schon in den Geräten integriert sind.

Logitech hofft auf den Verkauf von 500.000 TV-Boxen
Dank der Kooperation mit Google erhält Logitech eine neue Chance. Die Zukunft heißt Web-TV und in diesem Markt könnte auch Logitech mit seiner Hardware künftig eine große Rolle spielen. Morgen, dem 6. Oktober, hat Logitech eine Pressekonferenz anberaumt, in der Logitech Produkt-Manager Junien Labrousse Details zur neuen Logitech Revue Set-Top-Box präsentieren will. Marktgerüchten zufolge wird die Logitech-Box 299 US-Dollar kosten und noch in diesem Monat beim US-Einzelhändler Best Buy in den Regalen stehen.

Die Schweizer hoffen nach einem Bericht von DigiTimes bis Ende dieses Jahres bis zu 500.000 Google Revue Boxen verkaufen zu können. Ob sich diese Ziele erreichen lassen, hängt nicht zuletzt von den Spezifikationen, dem Inhaltsangebot und dem Preis der neuen Hardware ab. Logitech begibt sich mit Revue in direkter Konkurrenz zu Anbietern wie Apple mit seiner Set-Top-Box Apple TV. Der iPhone-Hersteller hatte zuletzt vorgelegt und den Preis seiner Box von 229 auf 99 US-Dollar gesenkt. Zudem können Anwender über die neue Apple-Box Filme und TV-Shows ab 99 US-Cent je Inhalt ausleihen.

Logitech will im Videokonferenzmarkt stärker Fuß fassen
Logitech will den Web-TV-Markt ferner als Sprungbrett dazu nutzen, im Home Videokonferenzmarkt eine größere zu spielen. Ende 2009 verstärkten sich die Schweizer in diesem Marktsegment durch die Übernahme von LifeSize Communications für 405 Mio. US-Dollar. Logitech wird voraussichtlich neben der Logitech Revue auch gleich neue Produkte in diesem Markt vorstellen. Laut Aussagen von Logitech Vizepräsident Eric Kintz, wird die Technik mit Google TV Software kompatibel sein, so dass künftig auch Verbraucher für wenig Geld ihre eigenen Videokonferenzen vom Fernseher aus führen können…

Kurzportrait

Die in der Schweiz ansässige Logitech ist längst mehr ein Entwickler von Computermäusen und anderen Anzeigegeräten. Durch die Übernahme von Labtec bietet das Unternehmen inzwischen auch Lautsprecher und entsprechendes Audio-Zubehör für den PC an. Dennoch gehört das Geschäft mit Computermäusen und Anzeigegeräten nach wie vor zum Kerngeschäft des Schweizer Technologiespezialisten. Als Marktführer in diesem Bereich entwickelt die Gesellschaft nicht nur kabellose Computermäuse und Keyboards, sondern auch Joysticks, Gamepads, PC-Lenkräder, Headsets, Webcams und Videokonferenzprodukte. Das Geschäft mit Scanner fuhr Logitech zugunsten der Entwicklung von Webcams zurück. Insgesamt operiert Logitech heute aus zwei Geschäftsbereichen heraus: Personal Peripherals und Video Conferencing.

Zuletzt feierte das Unternehmen ein kleines Jubiläum. Mit der Auslieferung der 500 Millionsten Computermaus und der 25 Millionsten Webcam erreichte Logitech einen neuen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte. Vor allem will die Schweizer Technologieschmiede weiter durch eine hohe Innovationsfähigkeit glänzen. Mit zahlreichen Branchenneuheiten in den letzten Jahren, vor allem im Bereich der schnurrlosen und optischen Computermäuse, setzt das Unternehmen Maßstäbe. Diese hohe Innovationsfähigkeit erreicht die Gesellschaft vor allem durch ausgebildete Fachkräfte. Mehr als die Hälfte der beschäftigten Techniker haben ihr Handwerk in der Informatik gelernt und sind Programmierer. Als Ergebnis dieser Unternehmenspolitik erhielt Logitech in den letzten Jahren mehr als 50 Industriepreise für seine Produkte im Bezug auf industrielles Design und innovative Technik. Logitech fertigt seine Produkte allerdings nicht selbst, sondern lagert die Fertigung in Länder, wie Taiwan und China aus. Der Vertrieb erfolgt an OEM-Hersteller und Einzelhändler weltweit. Über den Katalogvertrieb, Systemhersteller und Systemintegratoren verfügt Logitech über ein umfangreiches Vertriebsnetz.

Durch die vollständige Übernahme des Online-Dienstes SpotLife, welcher sich auf die Vermarktung von Video-Inhalten spezialisiert hat, rückintegriert der Schweizer Technologiekonzern seine ehemalige Tochter wieder in das Unternehmen. Nachdem man im Jahr 2004 Intrigue Technologies übernahm, kaufte Logitech im Herbst 2006 den Musiksystem-Spezialisten Slim Devices. Ende 2007 schluckte Logitech den Anbieter von Web-Videolösungen WiLife. In 2008 verstärkte sich Logitech durch die Übernahme des Kopfhörer-Spezialisten Ultimate Ears sowie durch den Konferenzsoftwareanbieter SightSpeed. Im Dezember 2009 übernahm Logitech den Spezialisten LifeSize Communications und stieg damit in den Markt für Videokonferenzlösungen ein. Mitte 2010 erfolgte die Übernahme des Videokonferenzspezialisten Paradial.

Zahlen

Von 326 Mio. US-Dollar im ersten Quartal des Vorjahres kletterten die Umsatzerlöse der Logitech auf 479 Mio. Dollar in den ersten drei Monaten dieses Jahres. Dies entspricht einem Zuwachs von 47 Prozent. Die Bruttomarge kletterte dabei von 23,9 Prozent auf 35,3 Prozent.

Das operative Ergebnis von Logitech fiel mit zwölf Mio. Euro positiv aus, nachdem im Vorjahresquartal ein operatives Minus von 35 Mio. Dollar angefallen war. Unter dem Strich blieb Logitech im ersten Quartal 2010/2011 ein Nettoergebnis von plus 20 Mio. Dollar nach minus 37 Mio. Dollar ein Jahr zuvor. Entsprechend verbesserte sich das Ergebnis je Aktie von minus 0,21 Dollar auf plus 0,11 Dollar. Mit den vorgelegten Zahlen übertrag Logitech die Markterwartungen der Analysten deutlich, die im Vorfeld mit einem Plus von drei US-Cent je Aktie gerechnet hatten.

Markt und Wettbewerb

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