Logitech: Markt ignoriert Rekordzahlen

Freitag, 18. Januar 2008 13:21
Logitech International

(IT-Times) Obwohl die Schweizer Logitech International (Nasdaq: LOGI, WKN: A0J3YT) im jüngsten Quartal mit Rekordzahlen aufwarten und die Gewinnerwartungen der Analysten übertreffen konnte, brachen Logitech-Aktien zuletzt deutlich ein.

Marktteilnehmer zeigten sich insbesondere von den vorgelegten Umsatzzahlen enttäuscht und trennten sich im großen Stil von ihren Logitech-Anteilen. Da half dem Unternehmen auch das boomende Geschäft mit Universal-Fernbedienungen (Harmony-Reihe) nichts, dass um 72 Prozent wuchs. Die Märkte sind verunsichert, inwieweit sich eine mögliche Konjunkturabkühlung auf das Einkaufsverhalten der Konsumenten auswirken wird und inwieweit hierdurch die künftigen Logitech-Ergebnisse in Mitleidenschaft gezogen werden, heißt es unter Händlern.

Audio-Geschäft soll wieder zulegen
Logitech selbst übt sich derweil in Zuversicht und bekräftigt nochmals seinen Umsatz- und Gewinnausblick auf das laufende Fiskaljahr 2008. So erwartet Logitech weiterhin ein Umsatzplus von 15 Prozent und einen Anstieg beim operativen Gewinn um mehr als 20 Prozent. Zudem soll das zuletzt schwächelnde Audio-Geschäft (Lautsprecher und Zubehörprodukte) im Jahr 2008/2009 wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren, verspricht Logitech-Chef Gerald. P. Quindlen gegenüber Reuters. Im jüngsten Quartal verzeichnete Logitech hier ein Minus von zwei Prozent.

Webcam-Geschäft bereitet weiter Sorgen
Während sich beim Audio-Geschäft eine Trendwende andeutet, bereitet das Geschäft mit Webcams offenbar weiterhin Probleme. Wie Logitech-Chef Gerald Quindlen eingestand, werde man im laufenden vierten Fiskalquartal die ehrgeizigen Wachstumsziele in diesem Bereich nicht erreichen. Zuvor wollte Logitech auch in diesem Bereich wieder zweistellig wachsen. Stattdessen werde man im Webcam-Geschäft im Jahr 2008/2009 nur einstellig wachsen, so der Logitech-Lenker.

Dennoch setzt Logitech langfristig auf den Bereich Web-Videotechnik. In dieses Muster passt auch die Ende 2007 übernommene WiLife, die Web-basierte Videoüberwachungstechniken anbietet. Damit lassen sich zum Beispiel Häuser einfach, schnell und drahtlos über den heimischen PC zu äußerst kostengünstigen Preisen überwachen, womit die Schweizer ihre Umsatzbasis weiter diversifizieren können...

Kurzportrait

Die in der Schweiz ansässige Logitech ist längst mehr ein Entwickler von Computermäusen und anderen Anzeigegeräten. Durch die Übernahme von Labtec bietet das Unternehmen inzwischen auch Lautsprecher und entsprechendes Audio-Zubehör für den PC an. Dennoch gehört das Geschäft mit Computermäusen und Anzeigegeräten nach wie vor zum Kerngeschäft des Schweizer Technologiespezialisten. Als Marktführer in diesem Bereich entwickelt die Gesellschaft nicht nur kabellose Computermäuse und Keyboards, sondern auch Joysticks, Gamepads, PC-Lenkräder, Headsets und auch Webcams. Das Geschäft mit Scanner fuhr Logitech zugunsten der Entwicklung von Webcams zurück.

Zuletzt feierte das Unternehmen ein kleines Jubiläum. Mit der Auslieferung der 500 Millionsten Computermaus und der 25 Millionsten Webcam erreichte Logitech einen neuen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte. Vor allem will die Schweizer Technologieschmiede weiter durch eine hohe Innovationsfähigkeit glänzen. Mit zahlreichen Branchenneuheiten in den letzten Jahren, vor allem im Bereich der schnurrlosen und optischen Computermäuse, setzt das Unternehmen Maßstäbe. Diese hohe Innovationsfähigkeit erreicht die Gesellschaft vor allem durch ausgebildete Fachkräfte. Mehr als die Hälfte der beschäftigten Techniker haben ihr Handwerk in der Informatik gelernt und sind Programmierer. Als Ergebnis dieser Unternehmenspolitik kann Logitech nicht nur mit Rekordergebnissen glänzen, sondern erhielt in den letzten Jahren mehr als 50 Industriepreise für seine Produkte im Bezug auf industrielles Design und innovative Technik. Logitech fertigt seine Produkte allerdings nicht selbst, sondern lagert die Fertigung in Länder, wie Taiwan und China aus. Der Vertrieb erfolgt an OEM-Hersteller und Einzelhändler weltweit. Über den Katalogvertrieb, Systemhersteller und Systemintegratoren verfügt Logitech über ein umfangreiches Vertriebsnetz.

Durch die vollständige Übernahme des Online-Dienstes SpotLife, welcher sich auf die Vermarktung von Video-Inhalten spezialisiert hat, rückintegriert der Schweizer Technologiekonzern seine ehemalige Tochter wieder in das Unternehmen. Nachdem man im Jahr 2004 Intrigue Technologies übernahm, kaufte Logitech im Herbst 2006 den Musiksystem-Spezialisten Slim Devices. Ende 2007 schluckte Logitech den Anbieter von Web-Videolösungen WiLife.

Zahlen

So kletterte der Umsatz im jüngsten Quartal um 13 Prozent auf 744 Mio. US-Dollar. Der operative Gewinn zog um 17 Prozent auf 116 Mio. Dollar an. Der Nettogewinn kletterte auf 134 Mio. Dollar oder 71 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 94 Mio. Dollar oder 49 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Mit den vorgelegten Zahlen konnte Logitech zwar die Gewinnzahlen übertreffen, verfehlte aber gleichzeitig auch die Umsatzschätzungen deutlich. Analysten hatten im Vorfeld im Schnitt mit Einnahmen von 776,2 Mio. Dollar sowie einen Nettogewinn von 0,63 Dollar je Aktie.

Die Bruttomargen zogen im jüngsten Quartal auf ein Rekordhoch von 36,9 Prozent an, nach 36,2 Prozent im Vorquartal. Insgesamt konnte Logitech einen operativen Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit in Höhe von 177 Mio. Dollar erwirtschaften.

Besonders stark präsentierte sich das Geschäft in Asien/Pazifik, wo die Erlöse um 44 Prozent anzogen. Im Produktbereich erwies sich das Geschäft mit Universal-Fernbedienungen als Wachstumsmotor. Die Harmony-Produktlinie konnte ein Wachstum von 72 Prozent verbuchen, während das Geschäft mit Keyboards um 32 Prozent anzog. Das Geschäft mit Computermäusen legte um 22 Prozent zu.

Meldung gespeichert unter: Logitech International

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