LinkedIn wächst langsamer, zieht aber an Twitter vorbei

Business-Networking

Dienstag, 12. November 2013 13:36
LinkedIn.gif

(IT-Times) - LinkedIn konnte zwar zuletzt abermals starke Wachstumszahlen melden, die Zeiten, in denen die Umsätze um 50 Prozent und mehr gegenüber dem Vorjahr zulegten, scheinen allerdings vorbei. Für das laufende vierte Quartal 2013 stellt LinkedIn nur noch Einnahmen von 415 bis 420 Mio. US-Dollar in Aussicht, was ein Wachstum von 37 bis 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeuten würde. Investoren reagieren enttäuscht, hatte man an der Wall Street mit Einnahmen von 440 Mio. Dollar gerechnet.

Umsatz steigt - die Kosten auch
Nach dem Höhenflug der vergangenen 12 Monate - LinkedIn-Papiere legten um mehr als 120 Prozent zu - scheint nunmehr Ernüchterung eingekehrt. Die Bäume wachsen nicht in den Himmel, auch wenn sich LinkedIn bemüht, durch neue Services wie die News-App Pulse neue Nutzer auf seine Seiten zu ziehen. Mit dem höheren Aufwand steigen auch die Kosten. So kletterten allein die Produktentwicklungskosten im jüngsten Quartal um 46 Prozent auf 106 Mio. Dollar, die Vertriebs- und Marketingausgaben legten um 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 133 Mio. Dollar zu.

Dennoch glauben Investmentbanker wie JPMorgan Chase & Co an weiter steigende Kurse, trotz der vergleichsweisen hohen Bewertung von umgerechnet rund 93 US-Dollar pro Nutzer und heben die Kursziele für LinkedIn-Aktien weiter an.

Social-Networking: LinkedIn überholt Twitter
Mit ein Grund für den Optimismus sind nicht nur die steigenden Mitgliederzahlen, nachdem LinkedIn (Nasdaq: LNKD, WKN: A1H82D) die Marke von 250 Millionen registrierten Nutzer überschritten hat, sondern auch das wachsende Online-Werbegeschäft.

Immer mehr LinkedIn-Nutzer halten sich auf den Webseiten von LinkedIn auf. Laut comScore verzeichnete LinkedIn im dritten Quartal 2013 142 Millionen Besucher, ein Zuwachs von 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Laut comScore ist LinkedIn damit an Twitter vorbeigezogen und zum zweitgrößten Social-Network hinter Facebook aufgestiegen.

Werbegeschäft soll auf über 700 Mio. Dollar wachsen
Der Umsatz in der Sparte Marketing Solutions, welches als das Werbegeschäft von LinkedIn gilt, kletterte zuletzt um 38 Prozent auf 88 Mio. Dollar. Die Marktforscher aus dem Hause eMarketer gehen davon aus, dass das Werbegeschäft von LinkedIn in diesem Jahr um 47 Prozent auf 376 Mio. US-Dollar wachsen wird. In 2015 könnte LinkedIn bereits 763 Mio. US-Dollar durch Online-Werbung einnehmen, schätzen die Marktforscher.

Kurzportrait

Die im kalifornischen Mountain View ansässige und im März 2003 gegründete LinkedIn gilt als das weltweit führende Social-Business-Netzwerk mit mehr als 250 Millionen Mitgliedern in über 200 Ländern weltweit.

LinkedIn betreibt eine Online-Plattform, über die registrierte Mitglieder mit potentiellen Geschäftspartnern und Kunden in Kontakt treten können. LinkedIn stellt über seine gleichnamige Online-Plattform seinen Mitgliedern Anwendungen, Suchfunktionen und andere Lösungen bereit, wodurch sich Business-Kontakte und Job-Offerten einfach und schnell finden und verwalten lassen.

Als kostenlosen Basisservice kann jedes Mitglied ein Online-Profil erstellen und damit seine Job- und Geschäftskompetenzen anderen Mitgliedern zur Einsicht zur Verfügung stellen. Dieses Online-Profil ist für alle registrierten Mitglieder zugänglich. Zudem können registrierte Mitglieder außenstehende Geschäftskontakte einladen - im Jahr 2010 wurden mehr als eine Milliarde solcher Einladungen versendet.

Neben kostenfreien Lösungen bietet LinkedIn aber auch kostenpflichtige Dienste für Geschäfts- und Firmenkunden an. Für die Anwerbung von Mitarbeitern bietet LinkedIn Kunden beispielsweise die Lösungen LinkedIn Corporate Solutions, LinkedIn Jobs und LinkedIn Subscriptions an. Die Produktsuite LinkedIn Corporate Solutions umfasst dabei fünf Produkte: LinkedIn Recruiter, Job Slots, LinkedIn Referral Engine, LinkedIn Recruitment Media und LinkedIn Career Pages.

Daneben bietet LinkedIn auch eine ganze Reihe von Mobile-Anwendungen an, die sowohl für das iPhone, den iPad, für Android-Telefone und BlackBerrys zur Verfügung stehen. In den vergangenen Jahren verstärkte sich LinkedIn darüber hinaus selbst durch Firmenzukäufe. Mitte 2010 schluckte LinkedIn den Personalisierungsspezialisten mSpoke. Im Herbst 2010 wurde die Übernahme des Business-to-Business Providers ChoiceVendor erfolgreich abgeschlossen. Zudem kaufte LinkedIn in 2011 das Suchmaschinen-Startup IndexTank und das Social-Management-Startup Connected. Anfang 2012 verstärkte sich LinkedIn durch die Übernahme von SlideShare. Anfang 2013 übernahm LinkedIn Pulse.

Zahlen

Für das vergangene dritte Quartal 2013 meldet LinkedIn einen Umsatzsprung um 56 Prozent auf 393 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 252 Mio. US-Dollar. Bereich Talent Solutions kletterten die Erlöse um 62 Prozent auf 224,7 Mio. US-Dollar, im Bereich Marketing Solutions legten die Umsätze um 38 Prozent auf 88,5 Mio. Dollar zu. Bei den Premium Subscriptions ging es um 61 Prozent auf 79,8 Mio. US-Dollar nach oben. Dabei verlor LinkedIn zunächst 3,4 Mio. US-Dollar oder drei US-Cent je Aktie, nach einem Profit von 2,3 Mio. Dollar oder zwei US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Meldung gespeichert unter: Social Networks

© IT-Times 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Folgen Sie IT-Times auf ...